Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein 150 Bäume, 80 Sorten: Oldenburgs Apfel-Paradies
Lokales Ostholstein 150 Bäume, 80 Sorten: Oldenburgs Apfel-Paradies
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 19.03.2016
Auf seinem Plan hat Günter Reinhold (81) genau verzeichnet, wo auf der Wiese welche Obstsorte wächst. Quelle: Fotos: Binder

Auf den abendlichen Krimi verzichtet Günter Reinhold. Die Lektüre des 81-Jährigen dreht sich in der Regel um Obstbäume. Insbesondere um Apfelsorten: 80

Große Vielfalt auf der Streuobstwiese hinter dem Wallmuseum — Günter Reinhold (81) kümmert sich in seiner Freizeit um das Areal — Er hofft auf Unterstützung.

Hobbygärtner als freiwillige Helfer gesucht

Für die Pflege der Obstbäume auf der Oldenburger Streuobstwiese werden dringend freiwillige Helfer gesucht. Vorkenntnisse sind laut Günter Reinhold nicht erforderlich — jeder, der ein wenig Zeit übrig hat, ist willkommen. Wer mehr erfahren möchte oder Lust hat, das Projekt zu unterstützen, kann sich bei Reinhold unter Telefon 04361/8318 melden.

verschiedene gibt es allein davon auf der Streuobstwiese hinter dem Oldenburger Wallmuseum, um die sich Reinhold seit vielen Jahren liebevoll kümmert. Um die insgesamt 150 Bäume — auch Kirschen, Pflaumen, Birnen und Quitten wachsen hier — richtig pflegen zu können, hat Oldenburgs Ehrenbürger sich so viel Wissen wie möglich zur Thematik angelesen. Denn anfangs, gibt er zu, „hatte ich so gut wie keine Ahnung“.

Wenn der pensionierte Handwerksmeister jetzt von den Besonderheiten der einzelnen Apfelsorten erzählt, ist das nur schwer zu glauben. Der Hobbygärtner kennt die richtigen Zeiten für Ernte und Baumschnitt, weiß, wann welcher Apfel am besten zu Saft verarbeitet werden kann, und rezitiert mühelos historische Fakten zur Herkunft der jeweiligen Gattung. Dennoch winkt er schmunzelnd ab: „Es gibt so viele Sorten — ich kenne längst nicht alle.“

Was einst als „Rettungsaktion“ für eine Grünfläche begann, hat sich für Reinhold längst zu einer Leidenschaft entwickelt. Ursprünglich sei es ihm lediglich darum gegangen, die Bebauung des städtischen Areals zu verhindern. „Es wäre schade um die Wiese gewesen“, sagt der 81-Jährige. Also trieb er zusammen mit weiteren Unterstützern das Projekt Streuobstwiese voran; nach und nach füllte sich das Areal mit gespendeten Bäumen.

Deren Pflege ist mittlerweile jedoch eine echte Mammutaufgabe, bei der Reinhold weitgehend auf sich allein gestellt ist. Kleingärtner aus Eutin und Plön konnte er mittlerweile als Unterstützung beim Baumschnitt gewinnen, darüber hinaus gibt es nur wenige Helfer. Die Vögel seien allerdings ganz weit vorne bei der Kirschenernte, erzählt Reinhold schmunzelnd, „das schaffen die immer ganz schnell“.

Die Arbeit auf der Streuobstwiese „ist anstrengend, macht aber auch viel Spaß“, sagt der Oldenburger. Deshalb opfere er nach wie vor gerne seine Freizeit für „seine“ Obstbäume. Über kurz oder lang brauche er jedoch einen Nachfolger, betont Reinhold. Er werde „weitermachen, so lange es irgend geht“, kündigt er an, „aber ich werde auch nicht jünger“.

Noch ist der 81-Jährige fit, klettert auf Leitern, um Äste zurückzuschneiden, löscht selbst Kalk, um den Stämmen damit eine Schutzschicht zu verpassen, und fährt Schubkarren mit Rindenmulch durch die Gegend. „Wenn hier erst wieder alles blüht, ist es eine wahre Pracht“, sagt er in froher Erwartung.

Schade sei allerdings, dass regelmäßig Müll auf der Wiese entsorgt werde, erzählt Reinhold. Auch könne er kein Werkzeug über Nacht dort lassen — „dann fehlt am nächsten Tag garantiert etwas“. Zur großen Freude des Hobbygärtners habe die Stadt dafür jetzt aber Abhilfe in Aussicht gestellt: Auf dem angrenzenden — und eingezäunten — Museumsgelände könnte eine Hütte für die benötigten Gerätschaften gebaut werden, erzählt Reinhold.

Sein größter Wunsch sei jedoch nach wie vor, „dass sich jemand findet, der hier weitermacht“, sagt der Oldenburger. Es ist offensichtlich, dass ihm die Wiese am Herzen liegt. Der Gedanke, dass sich irgendwann niemand mehr um sie kümmern könnte, „der schmerzt“. Deshalb sei das Geschenk, mit dem man ihm die größte Freude machen könnte, Zeit: „Es wäre wahnsinnig schön, wenn der ein oder andere ein paar Stunden erübrigen könnte, um zu helfen.“

Von Jennifer Binder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fast 24 Jahre lang hatte Gudrun Peters das Amt als 2. Vorsitzende des Grömitzer Gewerbevereins inne. Freitagabend verabschiedete sie sich bei der Jahresversammlung und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

19.03.2016

Die etwa 400 Mitglieder des SV Neukirchen haben Freitagabend ein Zeichen gesetzt und die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Olaf Hapke, der seit elf Jahren im Amt ist, bleibt 1.

19.03.2016

Frühjahrsputz: Überall im Kreis zogen gestern Menschen aus, um Knicks, Strände, Wälder, Gräben und andere Bereiche in ihren jeweiligen Gemeinden zu reinigen.

19.03.2016
Anzeige