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Ostholstein 170 Jahre H. F. Meyer: Neustädter Firma exportiert weltweit
Lokales Ostholstein 170 Jahre H. F. Meyer: Neustädter Firma exportiert weltweit
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22:20 27.09.2016
Firmengründer Hans Friedrich Meyer hatte seinen Firmensitz noch in der Kremper Straße. Quelle: Privat (4), Klatt (2)

Als Hans Friedrich Meyer 1846 eine Tabakfabrik in Neustadt gründete, war ihm wohl nicht bewusst, dass er damit den Grundstein für ein Unternehmen legen sollte, das auch noch in sechster Generation Bestand hat. Der heutige Maschinen- und Anlagenhersteller hat mit seinen Produkten weltweit einen Mark erobert. Den Ostholsteinern ist die Firma vor allem mit ihren Gewerken Heizungsbau, Sanitär, Metallbau und Elektroinstallation ein Begriff. In diesem Jahr blickt das Unternehmen auf ein 170-jähriges Bestehen zurück.

Unternehmen liefert Industrieanlagen nach Russland, Indien und in den fernen Osten – Geschäftsführung setzt auf Zuverlässigkeit, Qualität und Innovation.

Was genau in dem Unternehmen hergestellt wird, macht Jens Reese, Geschäftsführer bei H. F. Meyer, deutlich: „Wer morgens Zahnpasta aus der Tube drückt, Duschgel oder Körperlotion benutz, Marmelade, Müsli oder Orangensaft zum Frühstück zu sich nimmt, mittags ein Fertiggericht aufwärmt oder abends sein Feierabendbierchen trinkt, hat es mit Produkten zu tun, von denen viele über unsere Anlagen laufen.“ Und Nils Meyer, Firmeninhaber in mittlerweile sechster Generation, ergänzt: „Vor allem beim Anlagenbau für die Lebensmittel-, Verpackungs- und Getränkeindustrie hat sich unser Unternehmen zum Global Player entwickelt und Märkte in Russland, Indien und anderen asiatischen Ländern erobert.“

Nils Meyers Vorfahren setzten bereits 1889 auf die Herstellung von Maschinen. 1925 wurde das Unternehmen um den Betriebszweig Industrietechnik durch Belieferung diverser Milchwerke und Dosenhersteller erweitert. Es folgte der Ausbau zur Maschinenfabrik durch Serien-Produktion von Landmaschinen, später dann die Herstellung von Verpackungs- Prüfmaschinen und industriellen Fördersystemen sowie Anlagen für Brauereien und Betriebe der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie.

Qualität, Tradition und Zuverlässigkeit sehen Inhaber und Geschäftsführer als Garanten für die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Welche Rolle innovative Kundenlösungen dabei spielen macht Nils Meyer deutlich: „Produkte verändern sich fortlaufend. Der Markt verlangt heutzutage den Herstellern von Industrieanlagen ein hohes Maß an Flexibilität ab.“

Das verdeutlich auch ein Rundgang über das Firmengelände. Mitarbeiter formen von Hand Metallschienen, auf denen später Verpackungen aller Art gesäubert, gedreht oder befüllt werden. Firmeneigene Konstrukteure erstellen dafür Berechnungen, Simulationen und Zeichnungen unter anderem mithilfe von 3-D-Konstruktionssoftware. Jens Reese: „Innovation ist das A und O in dieser Branche.“ Es gelte, Kundenwünsche zu bedienen, aber auch den Industriebetrieben neue zeit- und energiesparende Lösungen zu unterbreiten.

Mit seinen 105 Angestellten hat sich das Unternehmen darüber hinaus in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region entwickelt. Der hohe Stellenwert, den das Unternehmen der Ausbildung beimisst, wird dabei auch durch den hohen Anteil an Auszubildenden – er macht 20 Prozent der Belegschaft aus – dokumentiert. Dennoch macht man sich auch in der Geschäftsführung Sorgen über den zunehmenden Fachkräftemangel. Ein florierendes Unternehmen mit weit zurückreichender Tradition und innovativen Arbeitsplätzen – sicherlich nicht die schlechteste Adresse für jetzige Schulabgänger.

 Thomas Klatt

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