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Ostholstein 20 Jahre ein Publikumsmagnet: Tag des offenen Denkmals
Lokales Ostholstein 20 Jahre ein Publikumsmagnet: Tag des offenen Denkmals
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21:19 05.09.2013
Zwei Denkmal-Anlaufpunkte am Sonntag: die ehemaligen Kasernenanlage Heiligenhafen (Foto links, heute Ameos) und die katholische Pfarrkirche St. Vicelin in Oldenburg. Quelle: Fotos: gjs, tbu

Es ist ein Tag, der zur Spurensuche einlädt. Mit historischen Entdeckungen in der Region, manchmal sogar am eigenen Heimatort. Und das seit nunmehr genau 20 Jahren. Denn erstmals 1993 fand — nach französischem Vorbild — der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ statt. Er ist längst zum Publikumsmagnet gereift. 2012 lockten mehr als 8000 Denkmale — darunter auch viele in Ostholstein — über 4,5 Millionen Besucher.

Seit 1999 gibt es jährlich ein Thema, das zur Diskussion einlädt — ob Denkmal als Schule, Krieg und Frieden oder historische Orte des Genusses. 2013 lautet es: „Jenseits des Guten und Schönen:

Unbequeme Denkmale?“ Auch in Ostholstein, das mit über 700 Eintragungen im Denkmalbuch Schleswig-Holstein stark vertreten ist. Das Spektrum ist breit und reicht vom eher unscheinbaren Toilettenhäuschen im Malenter Kurpark bis zur mächtigen wie allgegenwärtigen Fehmarnsundbrücke.

Allerdings: Die große kontroverse Debatte wird der Denkmal-Tag 2013 am Sonntag in Ostholstein kaum auslösen. Die „unbequemen Denkmale“ sind bekannt — und oft auch an anderen Tagen zugänglich. Noch am ehesten lädt die ehemalige Kasernenanlage auf dem Ameos-Klinikgelände in Heiligenhafen zur kritischen Rückbesinnung ein. Sie wurde 1936 bis 1938 für die Luftwaffenersatzabteilung des damaligen Reichsluftministeriums errichtet (14 Uhr, Führung Klaus Nehring).

Im Kreissüden ist die Gedenkstätte Ahrensbök als ehemaliges Internierungslager von 1933 mit ihrer Dauerausstellung von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr findet hier ein Sonntagsgespräch zum Thema „Warum ist die Gedenkstätte ein unbequemes Denkmal?“ statt. In Bad Schwartau wird um 10.30 Uhr im Riesebusch eine Führung am Ehrenhain für Gefallene des Ersten Weltkrieges angeboten.

„Unbequem“ können auch politisch unbelastete Nachkriegsbauten sein, deren Unterschutzstellung manchmal auf breites Unverständnis stößt (wie beim maroden „Haus des Gastes“ in Burgtiefe, entworfen vom Dänen Arne Jacobsen, nicht zugänglich). Oder sie lösen lebhafte Diskussionen über heutige Denkmal-Kriterien aus.

Erstmals beteiligt sind zwei „neuzeitliche“ Kirchbauten. Zur Kirchengemeinde Altenkrempe gehört die Kapelle in Bliesdorf, die erst 1965/66 direkt an der B 501 erbaut wurde (geöffnet 15 bis 17 Uhr, mit kleinen Konzerten und der Kunstausstellung „Zwischen den Meeren“). In der katholischen St.-Vicelin-Kirche in Oldenburg (geöffnet 9 bis 18 Uhr) finden ab 14 Uhr Führungen durch Architekt Klaus Dörnen zu Fragen wie „Was ist wert, erhalten zu werden? Und weshalb?“ statt.

Erneut beteiligt ist die Basilika in Altenkrempe (geöffnet 9 bis 18 Uhr, Führungen 12 und 15 Uhr, Konzert mit dem Shanty-Chor „Eutiner Wind“ um 16.30 Uhr). Geöffnet haben ferner die Feldsteinkirchen Gleschendorf (12 bis 16 Uhr) und Ratekau (11 bis 17 Uhr, mit Führung und Konzert). Und schließlich ist auch das Eutiner Schloss von 11 bis 17 Uhr einbezogen (eingebettet in das zweitägige Spektakel „Vielerley Feierey“).

Lesetipps
„DenkMal!“ ist die Zeitschrift des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein. Sie informiert jährlich über die ganze Bandbreite der Denkmalpflege. Band 20 (2013) widmet sich unter anderem dem Mühlenexperten Uwe Karstens und der Restaurierung der Eutiner Zinngussvasen (Boyens Verlag, Heide, 160 Seiten, 12 Euro).


„Monumente“ ist die Zeitschrift der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, erscheint sechsmal jährlich, im Abo 36 Euro (www.denkmalschutz.de).

Gerd-J. Schwennsen

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