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Ostholstein 3367 Euro für Waisenkinder in Afrika
Lokales Ostholstein 3367 Euro für Waisenkinder in Afrika
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21:59 28.11.2016
Die Kinder im Waisenhaus in Ouagadougou (Burkina Faso) bei einer der regelmäßigen Mahlzeiten – für viele ist dies eine völlig neue Erfahrung. FOTOS: SAHEL E.V., DIRK SCHNEIDER
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Malente

Der in Plön ansässige Verein finanziert unter anderem zwei Waisenhäuser mit jeweils 60 Mädchen und Jungen im westafrikanischen Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Das Geld sei von knapp 200 Schülern in zwei Projekten erarbeitet beziehungsweise eingespielt worden, sagte die stellvertretende Schulleiterin Astrid Fock.

Malenter Schüler haben mit zwei Projekten Geld für den guten Zweck gesammelt.

138 Fünft- bis Achtklässler beteiligten sich an einem sozialen Tag, der an der Schule zum fünften Mal organisiert wurde. Die Jüngeren unter 14 Jahren, die laut Gesetz eigentlich noch nicht gewerblich tätig sein dürften, hätten sich meistens Jobs im privaten Umfeld gesucht und ihre Dienste beim Staubsaugen, Laubharken, Fensterputzen oder Keller aufräumen für eine Art Taschengeld angeboten, sagte Elina Lengerich. Die Älteren hätten beispielsweise in der Gastronomie, im Handel oder in Gartenbaubetrieben als Tellerwäscher, Regalauffüller oder Rasenmäher gearbeitet. „Einige haben auch in der Verwaltung Akten sortiert“, sagte die Zehntklässlerin. Die Arbeitszeit betrug zwei bis sechs Stunden, der Lohn wurde frei ausgehandelt. Auf diese Art und Weise haben die 138 Schüler insgesamt 2367 Euro zusammenbekommen.

In einem zweiten Projekt entwickelten Neunt- und Zehntklässler ein Krimi-Dinner. Eine Gruppe erdachte und schrieb das Theaterstück „Count Down“, studierte mit zehn Schauspielern die Rollen ein und inszenierte den Krimi, erzählte Alexander Heitmann. Ein zweites Team stellte sich der gastronomischen Herausforderung. Unterstützt von Profiköchen wurde ein Drei-Gänge-Menü mit Spargelcremesüppchen, mediterraner Roulade und Erdbeertrilogie mit Mousse au Chocolat kreiert und werbewirksam in der Show-Küche der Landesgartenschau getestet, bevor damit in festlicher Runde geschlemmt, gemeuchelt und ermittelt wurde.

Lohn der kulinarischen und kriminalistischen Herausforderung war ein Überschuss in Höhe von 2000 Euro, der jeweils zur Hälfte in den Schülerfonds und das Sahel-Projekt fließt. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem die Spende noch zweckgebunden für das Schulgeld der Waisenkinder vergeben worden war, kann das Geld diesmal etwas freier eingesetzt werden. „Wir brauchen auch Mittel, um das eigentliche Leben im Waisenhaus finanzieren zu können“, erläuterte Babette Otto. Aber natürlich werde man mit allen Kräften versuchen, allen Kindern auch weiterhin den Schulbesuch zu ermöglichen.

Nur so könne man vor Ort nachhaltig und zukunftsorientiert wirken. Dabei wollen die Auewiesen-Schüler den Verein auch weiterhin unterstützen: Die Vorbereitungen für das vierte Krimi-Dinner und den sechsten sozialen Tag laufen bereits auf Hochtouren.

Dirk Schneider

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