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Ostholstein Zuversicht trotz Abbau von 35 Stellen
Lokales Ostholstein Zuversicht trotz Abbau von 35 Stellen
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18:07 05.11.2018
Die Betriebsratsvorsitzende Cornelia Horn und der Gewerkschaftsbevollmächtigte Daniel Friedrich (hier bei einer Kundgebung im Sommer) bewerten das Ergebnis der Verhandlungen mit Kendrion Kuhnke als schmerzhaft, aber tragfähig. Quelle: Dirk Schneider
Malente

Die Auseinandersetzung um die geplante Massenentlassung bei Kendrion Kuhnke in Malente ist beendet. Statt der angekündigten 50 werden 35 Arbeitsplätze abgebaut. Die betroffenen Mitarbeiter des Technologiezulieferers erhalten überdurchschnittliche Abfindungen und können in eine Transfergesellschaft wechseln. Zudem sichert die Geschäftsleitung zu, bis 2021 keine weiteren betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

„Das ist das Beste, was wir unter den bestehenden schwierigen Rahmenbedingungen für die Arbeitnehmer und den Standort Malente herausholen konnten“, erklärte der Bevollmächtigte der IG Metall Lübeck-Wismar Daniel Friedrich. Dieser Teilerfolg schaffe auch für jene, die leider von der Entlassung betroffen seien, „etwas Sicherheit und die Zeit, sich neu zu orientieren“.

In diesem Zusammenhang betont Friedrich die zukunftsweisende Entscheidung, dass die bestehenden Ausbildungsverträge nicht aufgelöst würden. „Und ab 2020 soll die Ausbildung im Bereich Automotive wieder angeboten werden“, sagte Friedrich.

Aus der Belegschaft, die in den vergangenen Tagen über den Kompromiss informiert wurde, habe man überwiegend positive Rückmeldungen erhalten, berichtet die Betriebsratsvorsitzende Cornelia Horn. Selbst viele Mitarbeiter, denen die Kündigung bereits ausgesprochen sei oder noch drohe, seien angesichts der ursprünglichen Ausgangslage mit dem Erreichten zufrieden. „Wir konnten gute Abfindungen und die Einrichtung einer Transfergesellschaft aushandeln“, sagte Horn. Zudem konnten Verbesserungen im Haustarif erreicht werden.

Jobgarantie bis Ende 2021 für die Bleibenden

Der schmerzhafte Kompromiss sei aber vor allem tragfähig, weil die verbleibenden knapp 200 Arbeitsplätze nun längerfristig gesichert seien, erläuterte Friedrich. Ermöglicht habe dies auch ein Gegenkonzept, das der Betriebsrat und Gewerkschaft gemeinsam erarbeitet und dem Modell der Geschäftsführung gegenübergestellt hätten. Als deren Vertreter bewertet der kaufmännische Leiter der Automotive-Sparte Ronny Splettstößer die Einigung als sehr positiv. „Beide Seiten haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen.“ Und nach sehr harten Verhandlungen habe man eine vernünftige betriebliche Lösung gefunden.

„Es ist immer besser, sich selbst zu einigen, statt ein Gericht entscheiden zu lassen“, stellte Splettstößer mit Blick auf das Betriebsklima fest. Basis und Voraussetzung sei aber ein tragfähiger Masterplan, der letztlich sogar die Verpflichtung einer Beschäftigungssicherung bis Ende 2021 enthalte. „Das ist ein klares Signal, dass wir an die Nachhaltigkeit des Konzeptes glauben. Wir sind überzeugt, uns richtig aufgestellt zu haben und dass das ganze Paket funktionieren wird.“

Insgesamt beschäftigt Kendrion Kuhnke in Malente derzeit noch mehr als 400 Mitarbeiter in zwei Geschäftsbereichen. In dem Produktionsbetrieb „Automation“, der von dem Stellenabbau nicht betroffen ist, arbeiten rund 170 Menschen. Die Automotive GmbH zählt bislang etwa 230 Beschäftigte. Bekannt wurde das Unternehmen dafür, den Sound für Elektroautos zu entwickeln.

Dirk Schneider

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