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380-kV-Leitung: Tennet stellt jetzt den genauen Verlauf vor

Lensahn 380-kV-Leitung: Tennet stellt jetzt den genauen Verlauf vor

Für Ostholstein sollen die Dialog-Veranstaltungen in zwei Wochen enden.

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In den vergangenen sechs Monaten hat Tennet mit sämtlichen Eigentümern zukünftiger Strommasten-Standorte Gespräche geführt.

Quelle: BINDER

Lensahn. Die Standorte der Strommasten, die Auswirkungen des Erdkabels und die Entschädigungen für die Eigentümer der betroffenen Flächen – um diese Themen drehten sich die häufigsten Fragen bei den Infomärkten zur geplanten Starkstromtrasse durch die Region. Vertreter der Firma Tennet als Projektträger haben in den vergangenen Tagen den genauen Verlauf der 380-kV-Leitung durch die Region öffentlich vorgestellt und sich Wünsche, Sorgen und Kritik aus der Bevölkerung angehört. Till Klages, Projektleiter Planung und Genehmigung des Unternehmens, zieht nach der jüngsten Veranstaltung in Lensahn eine positive Bilanz. Zwar gebe es besonders in den Reihen der Landwirte nach wie vor große Bedenken, räumt er ein. Er habe jedoch den Eindruck, dass „bei den meisten Menschen inzwischen die Einsicht da ist, dass wir die neue Stromtrasse brauchen“.

 

LN-Bild

In den vergangenen sechs Monaten hat Tennet mit sämtlichen Eigentümern zukünftiger Strommasten-Standorte Gespräche geführt. FOTO: BINDER

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In den vergangenen sechs Monaten habe die Tennet mit sämtlichen Eigentümern zukünftiger Strommasten-Standorte Gespräche geführt, berichtet Klages. Viele Anregungen seien in die überarbeitete Planung mit eingeflossen, die nun vorgestellt wurde. Jetzt freue er sich über das „unerwartet große Interesse“ bei den Infomärkten: In Sarkwitz kamen zuletzt 85 Menschen aus der Region, in Lensahn war der Andrang ähnlich groß. Auch zu den Terminen für den südlicheren Abschnitt der Trasse im Kreis Segeberg kamen viele Interessierte. Für Ostholstein sollen die Dialog-Veranstaltungen in zwei Wochen mit einem Treffen in Bad Schwartau enden.

„Uns ist wichtig, dass wir die Menschen in der Region bei dem Projekt mitnehmen“, betont Till Klages. Dank der öffentlichen Veranstaltungen und „vieler guter Gespräche“ seien die Bürger gut über die geplante Ostküstenleitung informiert und wüssten um deren Bedeutung.

Dennoch sei es „natürlich nicht möglich, alle Konflikte auszuräumen“, so Klages. „Es wird Fälle geben, in denen Strommasten mitten auf einem Acker stehen und der betreffende Landwirt mit seinem Trecker drumherum fahren muss“, macht der Projektleiter deutlich.

Derlei Einschränkungen und vor allem den „Flächenfraß“ hatten Ostholsteins Landwirte von Beginn an moniert. Zumal auf die Betroffenen nicht nur die Stromtrasse zukommt, sondern auch die Schienenanbindung zur festen Beltquerung, woran beispielsweise auch Hans- Paul Newe aus Klein Wessek (Oldenburg) erinnert. Ein Blick auf die Karten im Lensahner „Haus der Begegnung“ lässt ihn nun zumindest in einer Hinsicht aufatmen: „Von der Stromtrasse bleiben unsere Flächen verschont“, stellt er fest, „ein Glück.“ Es genüge, dass die Bahntrasse voraussichtlich sein Land zerschneiden werde.

Die Tennet stehe in regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Bauernverbänden und er habe Verständnis für die Situation der Landwirte, sagt Klages. Auch in Lensahn beantwortet er wieder zahlreiche Fragen. In einigen Fällen kann er Befürchtungen ausräumen – erklärt zum Beispiel, dass ein Kabel unter der Erde (wie für den Abschnitt im Bereich Oldenburger Bruch vorgesehen) nicht so viel Wärme abstrahle, als es für landwirtschaftliche Flächen zur Gefahr werden könne.

In anderen Fällen – wenn es beispielsweise um konkrete Standpunkte für Strommasten ging – „können wir es leider nicht allen recht machen“, macht Klages keinerlei Illusionen. Ihm sei jedoch wichtig, „dass wir den Betroffenen unsere Beweggründe erklären“.

Weniger Windstrom

. Etliche Windkraftprojekte in Ostholstein ruhen: Deutsche Flugsicherung, neue Regionalpläne oder auch Landschaftsschutzgebiete sind die Gründe dafür. Daher stellt sich auch die Frage, ob die 380-kV-Trasse überhaupt notwendig ist. Der Riespdorfer Gemeindevertreter Holger Diederich (BuG) sprach dies bei Netzbetreiber Tennet an. Tennet habe bestätigt, dass es eventuell eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung geben müsse.

 Jennifer Binder

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