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Ostholstein 380-kV-Ostküstenleitung: Hier stehen die Strommasten
Lokales Ostholstein 380-kV-Ostküstenleitung: Hier stehen die Strommasten
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18:34 02.07.2016

Die 380-Kilovolt-Stromtrasse zwischen Lübeck und Göhl wird in den Planungen von Netzbetreiber Tennet immer konkreter. In Manhagen, Süsel und Ratekau stellten die Fachplaner den Bürgern in diesen Tagen erstmals Detailkarten mit den geplanten Tragmast-Standorten vor.

Zeitplan von 2017 bis 2019

Tennet, Landesregierung und SH Netz AG haben 2014 eine Realisierungsvereinbarung zur Ostküstenleitung geschlossen.

Zeitplan für Trasse Lübeck nach Göhl: Einreichung der Unterlagen zur Planfeststellung 1. Quartal 2017; Antrag auf Planfeststellung 2. Quartal 2017; Entscheidung über Antrag auf Planfeststellung 4. Quartal 2018; möglicher Baubeginn 2. Quartal 2019.

Tennet-Mitarbeiterin Mara Steffen erklärte in Manhagen: „Wir werden in den kommenden sechs Monaten mit den Landbesitzern besprechen, wo die Masten exakt stehen werden.“ Das Interesse würde jetzt natürlich zunehmen.

Die ersten Reaktionen auf die Standorte der Tragmasten fallen im Nordkreis unterschiedlich aus. Der Lensahner Amtsvorsteher und Bürgermeister Klaus Winter (CDU) sagte: „Lensahn kann zufrieden sein, weil die Stromtrasse östlich der Autobahn verläuft und nicht über die geplante Bahnstation.“ Auch Damlos könne froh sein, da der Ort von der Teilerdverkabelung nach Göhl profitiere. Christoph Schröder, Landwirt aus Sipsdorf, sieht dagegen noch Redebedarf. „Auf meinem Land sind zwei Tragmasten eingeplant. Beide stehen mitten auf einem Flurstück.“ Er würde diese lieber am Knick oder an Ackerrandstreifen sehen. „Auf unserem Aussiedlerhof leben derzeit sieben Menschen. Einer der Masten steht ganz in der Nähe, was auch sehr unglücklich ist“, erklärte er weiter. Er baue daher auf Gespräche mit den Tennet-Planern. Unzufrieden ist sein Nachbar Kai Westensee, auf dessen Grund drei Masten stehen sollen. „Bis jetzt hat man mich nicht in die Planung einbezogen“, klagt Westensee.

Der Verkaufswert seines Hauses tendiere gegen Null. Er erwarte einen echten, konstruktiven Dialog, der bisher nicht stattgefunden habe. Es werde bei den Infoveranstaltungen lediglich präsentiert.

John-Karl Herrmann von Tennet sagt zu diesem Thema: „Wir versuchen, Lösungen für alle zu finden, wissen aber auch, dass das nicht in jedem Einzelfall funktionieren wird.“ Westensee möchte daher auch juristische Schritte nicht ausschließen. Er werde mit allen Mitteln versuchen, das Projekt auf seinem Grund zu verhindern.

Auch im Kreissüden ist das Echo gespalten. Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller meint: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Keller ist erleichtert, dass abgesehen von einigen Konfliktpunkten „unsere Ortschaften mit Abstand umgangen werden“. Ganz anders fallen die Reaktionen in der Gemeinde Süsel aus, die von der geplanten Leitung nahezu umzingelt wird. „Das können wir nicht akzeptieren“, meint Bürgermeister Holger Reinholdt. Thomas Hoppmann aus Gothendorf ist Rechtsanwalt und selbst von der Trassenplanung betroffen. Er koordiniert eine Initiative von Anwohnern in der Gemeinde Süsel, die sich gegen die Trasse wehren wollen. Hoppmann wirft Tennet vor, bei Prüfung der geeigneteren Alternativtrasse entlang der Autobahn getrickst zu haben. „Sie war politisch nicht gewollt, weil der Widerstand an der Küste als zu massiv eingeschätzt wurde.“

Trotz der zusätzlichen Arbeit durch die geplante Teilerdverkabelung im Bereich Göhl/Oldenburg hält Tennet am Fertigstellungstermin 2021 fest. Das Unternehmen bitte um Entschuldigung für aktuelle Probleme mit der Internetseite, auf der demnächst die Detailkarten mit den Masten abrufbar sind.

Oldenburg unterstützt Göhler Forderung

Die Stadt Oldenburg unterstützt die Forderung der Nachbargemeinde Göhl nach der Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs am Ortseingang. Eine entsprechende Solidaritätsbekundung soll jetzt ans Land geschickt werden. Das hat die Stadtvertretung auf Antrag der CDU- Fraktion beschlossen.

Die Gemeinde Göhl drängt seit Langem darauf, dass der beschrankte Bahnübergang verschwindet, wenn nach dem Bau des Belttunnels deutlich mehr Züge auf der Strecke rollen als bisher. Anderenfalls drohten „unzumutbare Schranken-Schließzeiten“, die nicht zuletzt für den Rettungsdienst zum Problem werden könnten, so die Befürchtung.

Vor Kurzem wurde nun bekannt, dass das Land – das als Straßenbaulastträger die entsprechenden Verhandlungen mit der Bahn führen müsste – die Einschätzung der Gemeinde nicht teilt und sich insofern nicht für einen Umbau stark machen will (die LN berichteten). Auch in Oldenburg reagierten die Politiker darauf mit Unverständnis. Sie waren sich einig, dass gegebenenfalls auch negative Folgen für ihre Stadt zu erwarten seien – etwa, wenn Touristen die Strecke wegen langer Wartezeiten mieden. jen

Peter Mantik

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