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Ostholstein 380-kV-Trasse: Neun Abschnitte für Erdkabel werden geprüft
Lokales Ostholstein 380-kV-Trasse: Neun Abschnitte für Erdkabel werden geprüft
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10:39 02.03.2016
Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) Quelle: Carsten Rehder /dpa

Die 380-Kilovolt-Leitung zwischen Göhl und Lübeck ist neben der festen Fehmarnbeltquerung mit ihrer Schienenhinterlandanbindung das zweite große Infrastrukturprojekt in Ostholstein. Gestern kam Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) zur Auftaktkonferenz für die Teilerdverkabelung nach Ratekau. Mit dabei waren auch Vertreter des Kreises Ostholstein wie Landrat Reinhard Sager (CDU) sowie Planer des Netzbetreibers Tennet. Im Mittelpunkt des Interesses der Bürger stand gestern die Frage: Wo ist auf der 60 Kilometer langen Trasse eine Erdverkabelung möglich und vorgesehen?

Seit gestern ist bekannt: Es gehen neun Abschnitte in die Fachprüfung, was jedoch nicht bedeutet, dass auch alle neun Abschnitte realisiert werden können. Allerdings befinden sich nur drei in Ostholstein, die restlichen im Bereich zwischen Lübeck und Bad Segeberg. In Ostholstein könnten die folgenden Orte profitieren: Göhl, Manhagen und Schlamin. Der Kreissüden wird — laut Tennet-Karte — nicht geprüft.

Sager dazu: „Uns ist es dennoch wichtig, dass auch Bereiche zwischen Neustadt und Ratekau in die Prüfung gehen.“ Habeck machte diesem Wunsch Hoffnung, indem er sagte: „Es spricht trotz gewisser rechtlicher Ausschlusskriterien nichts gegen den Kreissüden.“ Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Habeck erklärte: „Wir beginnen jetzt aufgrund der neuen Rechtslage wieder von vorne, die Abschnitte zu prüfen. Das ist für die Konfliktorte und Regionen eine positive Nachricht, um verträgliche Lösungen zu finden.“ Dennoch bleibt es fraglich, ob der Kreissüden mit einer Teilerdverkabelung bedacht wird.

Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) als Gastgeber sprach gestern vor 200 Gästen in der Großsporthalle trotz der grundsätzlich positiven Botschaft für den Kreis einen Kritikpunkt an: „Was mir bisher zu kurz kommt, ist das Thema der Wegnahme alter Leitungen.“ Mitten durch Ratekau verlaufen zwei 110-kV-Leitungen. Kellers Wunsch ist, dass die abgebaut werden. Das wurde gestern allerdings nicht weiter thematisiert.

Sager machte stattdessen nochmals die Position des Kreises deutlich. „Wir haben uns massiv für Erdverkabelung eingesetzt. Jetzt ist die Möglichkeit hierfür gegeben.“ Man erwarte, dass nun transparent dargelegt werde, wo eine Teilerdverkabelung Sinn mache. Er benannte nochmals den Abschnitt Ratekau bis Neustadt, der laut Tennet nicht bevorzugt in die Prüfung gehe. Das bestätigten Tennetplaner nochmals. Dennoch stehe der Kreis laut Sager zu der 380-kV-Trasse.

Die Auftaktkonferenz in Ratekau — wie es der Name bereits sagt — soll nicht das Ende des Dialoges sein. Weitere Informationsveranstaltungen sollen im April folgen. Lesen Sie in der morgigen Ausgabe die Reaktionen aus den betroffenen Kommunen und Verbänden.

Peter Mantik

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