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Ostholstein 40 Jahre Kinderschutzbund: Große Feier einer großen Familie
Lokales Ostholstein 40 Jahre Kinderschutzbund: Große Feier einer großen Familie
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18:23 26.10.2013

Als die Neustädterin Ilse Tychsen und eine Handvoll engagierter Mitstreiter den Kinderschutzbund in Ostholstein gründeten, gab es gerade mal einen Kindergartenplatz auf fünf Kinder. 40 Jahre liegt das jetzt zurück. Die einst kleine ehrenamtliche Initiative ist längst zu einer starken sozialen Organisation gereift.

Gestern feierte eine große Familie in der Aula der Jacob-Lienau- Gemeinschaftsschule das 40-jährige Jubiläum des Kreisverbandes. Kein Wunder — denn 260 hauptamtliche Mitarbeiter und 80 Ehrenamtler sind heute kreisweit zwischen Stockelsdorf und Fehmarn im Einsatz. Dazu kommen viele langjährige Partner bei Land und Kreis sowie in den Kommunen und anderen sozialen Verbänden.

Ganz ungeteilt fiel die Freude darüber trotzdem nicht aus. „Eigentlich ist es bedauerlich, dass es einer solchen Organisation überhaupt bedarf“, mahnte Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD). Auch Irene Johns, Vorsitzende des Landesverbandes, fand kritische Worte: „Die Politik hat lange das Problem der Kinderarmut verleugnet. Doch es gibt sie bis heute — Kinder ohne Winterjacke, Schuhe oder Geld für die Schwimmstunde. Und das in diesem reichen Land.“

In den Vordergrund rückten alle Festredner — darunter Michael Koch (Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag) und Susanne Voß (Lebenshilfe Ostholstein) — die Verdienste des Kinderschutzbundes: als Lobby für die Kinder oder als Impulsgeber für die Politik. Wobei sich der stellvertretende Landrat Timo Gaarz (CDU) laut wünschte, dass Schilder wie „Ballspielen verboten“ ganz verschwinden.

„Bei uns dreht sich alles ums Kind“, betonte zur Begrüßung Ex-Bürgermeister Henning Reimann, inzwischen gemeinsam mit Martin Liegmann Geschäftsführer beim Kinderschutzbund Ostholstein. Das prägte auch das Jubiläumsprogramm: Kinder aus den Einrichtungen in Neustadt, Ratekau und Süsel lockerten die Festreden auf. Mit Gesang und Tanz, Akrobatik und einem kleinen Theaterstück. Draußen waren die Parkplätze mit kleinen blauen Wimpeln geschmückt, vorm ersten Auftritt verteilten die Lütten kleine bunte Papierblumen an die Prominenz. Kristin Alheit (SPD), Ministerin für Soziales und Familie, nahm ihre Blume prompt mit ans Rednerpult und betonte: „Kinder brauchen diese Lobby — eine Stimme, die immer wieder auf Defizite hinweist.“

Gerd-J. Schwennsen

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