Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein 4200 Einsätze in 18 Jahren als Gemeindewehrführer
Lokales Ostholstein 4200 Einsätze in 18 Jahren als Gemeindewehrführer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:30 30.12.2015
An seinem aufgeräumten Schreibtisch freut sich der scheidende Scharbeutzer Gemeindewehrführer Reinhold Mang über seine Mini-Fahrzeuge.

Das Arbeitszimmer von Reinhold Mang ist so aufgeräumt wie selten zuvor. Sein Schreibtisch ist fast leer. In Schränken und auf Regalen finden sich kaum noch Dokumente oder Unterlagen. Auch zu Hause in Gleschendorf bereitet sich der 62-Jährige also auf seinen Abschied vom Amt des Scharbeutzer Gemeindewehrführers vor. Am 12. Januar wird er offiziell verabschiedet (siehe Extra-Text).

Seine Feuerwehr-Laufbahn begann vor 45 Jahren. An Mangs 17. Geburtstag sagte der damalige Gleschendorfer Ortswehrführer Rolf Speetzen streng: „Du kümmst nu in de Füürweer!“ Mang gehorchte und wurde schon drei Jahre später zum stellvertretenden Gleschendorfer Ortswehrführer gewählt. Da er noch keine vier Jahre Mitglied war, musste sich Speetzen dafür eine Ausnahmegenehmigung beim Kreis besorgen.

Ortswehrführer wurde Mang 1985. Fünf Jahre später war der Gärtner Stellvertreter des damaligen Gemeindewehrführers Fritz Riekenberg. Am 13. Januar 1998 wurde Mang dann erstmals zum Gemeindewehrführer ernannt und vereidigt. Wiederwählt wurde er 2003 und 2009.

An seinen ersten Einsatz kann sich der Gleschendorfer noch gut erinnern: Vor 45 Jahren brannte es im Keller des alten Rathauses. Wie alle anderen auch rückte er aus — bekleidet mit Blaumann, Gummistiefeln und auf dem Kopf geschützt von einem schwarzen Stahlhelm. Er fuhr in der „alten Berta“, einem Löschfahrzeug LF 8, Baujahr 1942. Zu seinem bisher letzten Einsatz, zum Feuer im Scharbeutzer Kino, kam auch er in der modernen Feuerwehr-Bekleidung und mit dem sicheren Dräger-Helm.

Die schrecklichsten seiner insgesamt etwa 4200 Einsätze waren für Mang alle die, bei denen Kinder verunglückt oder gar getötet wurden. Mit Grauen denkt er auch an den Fall zurück, als es am 10. Dezember 1995 in einem auch von Asylbewerbern bewohnten Haus an der Haffkruger Bahnhofstraße brannte. Er war dabei, als die Leichen Tage später geborgen wurden.

Schwere Monate durchlebte er mit den acht Orts- und den beiden Jugendwehren auch in diesem Jahr, als ein Brandstifter am Strand sein Unwesen trieb. Es gab sogar Anfeindungen und Verdächtigungen aus der Bevölkerung, der Täter könne aus den Reihen der Wehr kommen. Aber auch in dieser Phase erfuhr die Wehrführung Unterstützung vonseiten der Verwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze. Überhaupt sagt Mang: „Wenn es um die Ausstattung der Wehren geht, dann sind wir ganz weit vorne.“ Das war nicht immer so. So gab es im Jahr 2004 erhebliche Proteste gegen die von Politikern geplante Einsparmaßnahmen. Mang und sein damaliger Stellvertreter Manfred Nasner aus Pönitz liefen dagegen erfolgreich Sturm.

Besonders in den zurückliegenden 18 Jahren als Gemeindewehrführer war der 62-Jährige Tag für Tag mit Feuerwehrangelegenheiten beschäftigt. In kleinerem Rahmen wird das so bleiben, da er weiterhin Mitglied der Gleschendorfer Wehr als auch im Vorstand der Kreiswehrführung bleibt. Sonst aber will er endlich mehr Zeit mit seiner Ehefrau Monika verbringen, möchte wieder mehr Motorrad fahren und häufiger im heimischen Garten arbeiten.

Seinem Nachfolger Patrick Bönig wünscht Reinhold Mang vor allem „ein glückliches Händchen bei der Ausübung dieses verantwortungsvollen Amtes“ und viel Durchsetzungsvermögen. Vor allem aber rät er ihm,stets neutral zu bleiben.

Abschied und Vereidigung
Die Verabschiedung des bisherigen Gemeindewehrführers Reinhold Mang aus Gleschendorf und seines Stellvertreters Markus Rabe aus Schulendorf sowie die Ernennung und Vereidigung des neuen Gemeindewehrführers Patrick Bönig aus Pönitz findet im Rahmen einer gemeinsamen Feierstunde am Dienstag, 12. Januar, statt.



Bürgermeister Volker Owerien hat dazu Vertreter der Politik und der Feuerwehren in den Sitzungsraum 206 des Bürgerhauses eingeladen.

Christina Düvell-Veen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Silvester alleine zu Hause feiern? Nicht schon wieder! Bei einer großen Veranstaltung in der Stadt dabei sein? Zu voll! „Ein Besuch in einer Jugendherberge wäre Klasse“, sagten sich etwa 100 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet und reisten nach Klingberg. Kinder, Jugendliche und Erwachsene verbringen dort seit Montag und noch bis morgen den Jahreswechsel.

30.12.2015

Das Oldenburger Stromnetz ist ab dem 1.1. in kommunaler Hand: Zum neuen Jahr übernehmen die Stadtwerke die Leitungen von der Schleswig-Holstein Netz AG. Damit ist die städtische Gesellschaft künftig Ansprechpartner bei Störungen und zuständig für die Verlegung von Hausanschlüssen und das Ablesen der Stromzähler.

30.12.2015

 Die Freiwillige Feuerwehr in Heiligenhafen musste in der Nacht zu Mittwoch gleich dreifach ausrücken. Ein Fehlalarm, ein brennender Müllunterstand und ein Briefkasten in Flammen hielten die Retter in Atem. Zum Glück wurde niemand verletzt.

30.12.2015
Anzeige