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Ostholstein 5:6 Stimmen gegen einen Bürgerentscheid
Lokales Ostholstein 5:6 Stimmen gegen einen Bürgerentscheid
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21:44 10.10.2017
Ich möchte das nicht in einem Bürgerentscheid auf eine Frage reduzieren", Henning Mangels, CDU
Kellenhusen

Der erste Versuch, eine Entscheidung für oder gegen das Bauprojekt herbeizuführen, schlug wie berichtet fehl. Es wurde vertagt. Nach monatelangen internen sowie überparteilichen politischen Beratungen liegt der Ball nun weiterhin bei der Politik. Dem Antrag der SPD, einen Bürgerentscheid durchzuführen, folgten zwar die Freien Wähler, nicht aber die CDU und der fraktionslose Gemeindevertreter. Es gab fünf Stimmen für einen Bürgerentscheid, sechs allerdings dagegen.

Die CDU verfolgt weiterhin das Ziel, das Projekt mit einem Hotel sowie Ferienhäusern mit insgesamt 600 bis 800 Betten zu realisieren. Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) hatte zuletzt betont: „Wir haben über Jahre hinweg alles gemeinsam vorbereitet und jetzt, wo wir am Ziel sein könnten, zögern wir beim letzten Schritt.“ Sogar dem Wunsch nach einem Vollhotel statt eines Aparthotels sei der Investor mittlerweile aufgeschlossen gegenüber getreten. Dennoch stößt das Werben der CDU nicht auf den gewünschten Zuspruch der anderen Parteien.

SPD-Fraktionssprecherin Elisabeth Lübker: „Es geht nicht darum, einfach zu bauen. Die Bürger müssen sich in der Gemeinde wohl fühlen.“ Es ginge hierbei auch um Transparenz. Die Sozialdemokraten sträuben sich nicht gegen eine Weiterentwicklung des Ortes. Es gehe ihnen um das „Wie“ der Nordkoppel-Bebauung. Sie stellen sich die Frage: Wollen die Bürger ein Vollhotel inklusive eines Restaurants sowie circa 20 Ferienhäuser oder eher ein Aparthotel sowie 50 bis 60 Ferienhäuser?

Gabriele Bossmann von den Freien Wählern (FWK) sagte dazu: „Wir sind auch nicht gegen eine weitere touristische Entwicklung.“ Dennoch hätten auch die Freien Wähler einen Bürgerentscheid präferiert.

Henning Mangels (CDU) hatte dagegen appelliert: „Man sollte ein solch komplexes Thema nicht auf eine Frage im Bürgerentscheid reduzieren. Hier sind die gewählten Vertreter gefordert.“

 Auch Carsten Nebel äußerte sich zum SPD-Antrag: „Dies ist ein komplexes Verfahren, das im Kontext zu anderen Projekten im Ort zu sehen ist. Deswegen bin auch ich zu diesem Zeitpunkt gegen einen Bürgerentscheid.“

Wie es mit der Bebauung der Nordkoppel weiter geht, muss sich zeigen. Bei einer Beschlussfassung zur Umsetzung des Projektes werden wieder vier Gemeindevertreter befangen sein – und sich die Mehrheitsverhältnisse verschieben. Die Positionen in den Parteien bleiben unverändert konträr zueinander.

Das gab es auch noch: Demnächst soll der neue Planungsstand zum neuen Gästezentrum – dem zweiten Großprojekt im Ort – präsentiert werden. Nichts Neues gibt es beim Problemfall „Waldstraße“. Die Gemeinde hatte ein Verfahren gegen die Baufirma verloren (LN berichteten). Die Straße ist zu schmal und für Passanten gefährlich. Auch wichtig: Die Gemeinde hat immer noch keinen Nachfolger für Landarzt Dr. Uwe Gnoyke gefunden.

 Von Peter Mantik

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