Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein 50 Jahre Fliegerei in Grube: „Condor“ feiert Jubiläum
Lokales Ostholstein 50 Jahre Fliegerei in Grube: „Condor“ feiert Jubiläum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 31.08.2018
Die Segelflugzeuge begeistern bei den Flugtagen des „Condor“ immer wieder Jung und Alt. Quelle: Fotos: Ln-Archiv/ Privat
Grube

Die Geschichte des „Condor“ reicht dabei eigentlich noch viel weiter zurück – bis ins Jahr 1951. Damals, der Zweite Weltkrieg war gerade sechs Jahre vorbei, hob die Hohe Kommission der Alliierten ein Bauverbot für Segelflugzeuge auf. Ein wichtiges Signal für Flieger im ganzen Land. Nur 18 Tage später, am 7. Juli 1951, erfolgte die Gründung des „Condor“ in Oldenburg. Dann ging es Knall auf Fall – überall in den damals noch getrennten Alt-Kreisen Oldenburg und Eutin gründeten sich Fliegerclubs: in Heiligenhafen, Neustadt, Lensahn, Eutin und auf Fehmarn. Doch außer einem Verein hatte man eigentlich nichts: keinen Flugplatz, keine Flugzeuge – einzig die Begeisterung für die Fliegerei.

50 Jahre Luftsportclub „Condor“ in Grube: 180 Vereinsmitglieder, viele Gäste von Kreis und Land, Freunde und Förderer feiern heute das große Jubiläumsfest, enthüllen eine Gedenktafel und blicken zurück auf eine bewegte Luftfahrtgeschichte. Los ging es in Grube am 1. September 1968.

In Oldenburg war es Gerhard „Cuno“ Wendt (1914-1999), der rund zwei Dutzend Gründungsmitglieder um sich scharte und fortan die Geschicke des Klubs lenkte. Er selbst war 1929 zur Segelfliegerei gekommen, mit 20 Jahren Leiter einer Hangsegelflugschule in Pommern geworden, Jagdflieger im Krieg. Als 1951 der Kreis Oldenburg Unterstützung für die Segelfliegerei signalisierte, rief Wendt den Kreisluftsportverband Oldenburg/Holstein ins Leben, dem sich viele Fliegerklubs anschlossen.

1952 folgte die Taufe des ersten „Condor“-Segelflugzeuges auf dem Oldenburger Marktplatz. Tausende Bürger bestaunten am 25. Juli den ersten Einsitzer des Vereins – ein Segelgleiter vom Typ SG 38. Nun hatte man zwar ein Fluggerät, das mit Gummiseilen gestartet werden musste, aber immer noch keinen Flugplatz. Die Zeit der Wanderjahre begann: Der Verein nutze Wiesen und Hänge bei Großenbrode, Farve, Hohenstein, Pelzerhaken und Putlos. Damals berichtete die Kreisrundschau – ein Vorläufer der Lübecker Nachrichten: „Segelflieger am Wienberg / Nach 20-jähriger Pause wieder Flugbetrieb bei Oldenburg“.

Während sich viele andere Luftsportvereine nach und nach aber mangels Flugmöglichkeiten wieder auflösten, wurde der „Condor“ für diese Enthusiasten zum Sammelbecken. Als dann aber auch Putlos von der noch jungen Bundeswehr dauerhaft beansprucht wurde, mussten Wendt und Kollegen intensiver suchen. 42 Gelände-Optionen sahen sie sich an, in Grube wurden sie fündig: Das zehn Hektar große Gelände war ideal. Die neue Startbahn hatte eine perfekte Ost-West-Ausrichtung, der Platz bot genügend Fläche für Segler, Winden sowie eine Halle und lag verkehrstechnisch günstig direkt an der B 501 – perfekt!

In den LN hieß es am 28. Juni 1967: „Chance für den Kreis: Touristik-Flugplatz“.

Da immer mehr Sommergäste in die Bäder kamen, hatten auch der Alt-Kreis Oldenburg, die Städte und Gemeinden im Umland die touristischen Möglichkeiten eines Flugplatzes schnell erkannt. Grube, Oldenburg, Heiligenhafen, Heringsdorf, Dahme, Kellenhusen, Grömitz und Lensahn sponserten fortan die Pachtzahlungen.

Damit war der Startschuss für den Luftsportclub „Condor“ gefallen: Der Flugbetrieb startete am 1. September 1968. Gleich am ersten Tag wurde 40 Starts und Landungen absolviert. Heute zählt man weit über 4000 Flugbewegungen pro Jahr, der Verein hat 176 Mitglieder, wurde Jahrzehnte lang von Horst Both geführt. Heute ist Jens Griebel aus Lensahn Vorsitzender. Fünf Sparten gibt es: Segel- und Motorflieger, Motorsegelflieger, UL-Flieger und Modelflug.

„Keiner hätte in den Anfangsjahren gedacht, dass es unseren Luftsportclub so lange geben wird“, sagt Pressesprecherin Sabina Jaeckel-Engler. Und die Chancen stehen gut, dass es lange weitergeht.

Jaeckel-Engler: „Hier findet viel Jugendarbeit statt, der fliegerische Nachwuchs lernt die Segelfliegerei kennen und lieben.“ Einige werden später Berufspiloten. Was sie alle über die Jahre eint: die Liebe zu Grube. Selbst die Airline-Piloten kommen in den Urlauben zurück, um junge Menschen an die Fliegerei heranzuführen.

Von Louis Gäbler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Gemeinde Kabelhorst investiert 13000 Euro und rüstet in Kürze die Straßenbeleuchtung komplett auf LED um. Außerdem beginnt in Kabelhorst und den umliegenden Gemeinden bald die Vermarktungsphase für den Breitbandausbau. Rund ums schnelle Internet sind verschiedene Termine geplant.

31.08.2018

Die Eutiner Aufklärer sind ausgeflogen. 300 Soldaten mit 100 Fahrzeugen proben zwei Wochen lang in Sachsen-Anhalt den klassischen Krieg. Den zwischen regulären Armeen. Zum ersten Mal agiert das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ dabei in einem sogenannten urbanen Umfeld.

30.08.2018

Im Kreis Ostholstein sind Ende August 4851 Menschen ohne Job. Dies ist laut Arbeitsmarktbericht ein Anstieg um 54 Personen oder 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, im Vorjahresvergleich sind es allerdings 407 Arbeitslose weniger.

30.08.2018