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Ostholstein „650000 LGS-Besucher sind nicht realistisch“
Lokales Ostholstein „650000 LGS-Besucher sind nicht realistisch“
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21:07 17.01.2016
Eutin müsse unbedingt sein Tourismusprofil schärfen, verdeutlichte Regina Poersch.

Fragen quer durch die Bank hatten gestern beim LN-Leserfrühstück die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt, Regina Poersch (SPD) und der parteilose Carsten Behnk, der für die CDU antritt, zu beantworten. Der bevorstehenden Landesgartenschau galt besonderes Augenmerk: Wie sie die von der Stadt erwarteten Besucherzahlen einschätzten und wie sie sich die Nachnutzung des Geländes vorstellten, wollten die Frühstücksgäste unter anderem von den Bewerbern wissen.

Die 650000 von der Verwaltung und LGS-Gesellschaft angenommenen Besucher sehe er nicht als realistisch an, äußerte Carsten Behnk. Er verwies auf eine ihm gegenüber gemachte „frische Aussage“:

650000 Besuche würden erwartet. Eine große Verschiebung durch ein kleines „r“. „Ich hoffe, wir kommen mit einem blauen Auge davon.“ Sollte die LGS allerdings ein Minus einfahren, so Behnk, müsse man das positiv umwandeln und ihre Turbowirkung für die Stadtsanierung bedenken. „Das nennt man dann ,mit der Mettwurst nach dem Schinken werfen‘.“ Auch Regina Poersch bekannte, angesichts der Zahl zunächst geschockt gewesen zu sein. „Inzwischen halte ich sie für möglich. Und wenn wir sie nicht erreichen, geht die Welt auch nicht unter. Ich bin überzeugt, dass die Gesamtbilanz von LGS und Stadtsanierung aufgehen wird.“

Stichwort Nachhaltigkeit: 80 bis 90 Prozent der Flächen würden ja erhalten, erinnerte Carsten Behnk. Stege und Wege sollten bleiben, ebenso wie der Wohnmobilstellplatz: „Das sind Anlagen, die der Jugendherberge zugute kommen.“ Er hoffe für 2017 auf ihren Baubeginn. Die Kandidaten stimmten darin überein, dass der Nutzen der Schau sich erst später zeigen werde, aber für dieses „danach“ bereits jetzt Pflöcke eingeschlagen werden müssten.

Behnk: „Wir müssen ans Marketing ‘ran. Es müsste schon längst überlegt werden, was 2017 sein soll.“ Er gab Thomas Menke (Inhaber der LMK-Einkaufswelt) recht, dass Eutin sich in Sachen Werbung einheitlicher aufstellen müsse: „Nicht mal als Rosenstadt, mal mit Aufkleber Stadtsilhouette . . .“ Regina Poersch bekräftigte: „Wir müssen das Tourismusprofil schärfen.“

Die Instandhaltung und Pflege des Geländes nach der LGS beschäftigten Joachim Bogs (Druckerei Bogs). Es kämen nicht viele neue Flächen auf dem Gelände hinzu, im Seepark würde nicht mehr Pflege anfallen als vorher — so die Annahme von Regina Poersch. „Einen Riesenpflegeaufwand“, befürchtete jedoch Renate Krause (Lehrerin in Eutin), „wer eine Holzterrasse hat, der weiß, wie glitschig es sein kann. Das scheint mir ein großer Gefahrenpunkt zu sein.“ Das Sauberkeits-Level sei in Eutin ohnehin nicht berauschend, steuerte der CDU-Kandidat zu diesem Diskussionspunkt bei.

Die Investition in die Breitbandsparte der Stadtwerke erachteten beide Kandidaten als wichtig, ein Bekenntnis zur Tradition legten ebenfalls beide ab, auch die Förderung von Kindern und Jugendlichen genießt großen Stellenwert bei ihnen. In Hinblick auf eine mögliche Rosengarten-Sperrung hielt Carsten Behnk an seiner Auffassung fest: „Erst Parkplätze schaffen, dann den Verkehrsversuch starten.“ Eine Sperrung sei „ein scharfes Schwert“, so Poersch. Sie halte es dennoch für richtig, einen Versuch zu wagen, allerdings nicht im LGS-Jahr. Wenn der Einzelhandel während der Testphase um Hilfe rufe, solle diese auch abgebrochen werden, beteuerte sie. Anders als bei der Podiumsdiskussion der Fahrradinitiative war gestern ihre Haltung zu den von der Wirtschaft dringend geforderten Parkflächen: „Parkplätze lassen sich ganz rasch auf den freien Flächen am alten Güterbahnhof schaffen, auch vor einem Verkehrsversuch.“ ben

Drei öffentliche Vorstellungsrunden
Der Gemeindewahlausschuss der Stadt hat erwartungsgemäß die Kandidaten — Regina Poersch für die SPD, Carsten Behnk (parteilos) für die CDU — zur Bürgermeisterwahl am Sonntag, 28. April, zugelassen. Laut Beschluss des Eutiner Hauptausschusses sind drei öffentliche Vorstellungen der Kandidaten vorgesehen. Sie finden statt am Donnerstag, 28. Januar, in der Aula der „Gustav-Peters Schule“, am Mittwoch, 3. Februar, im Ostholstein-Saal in der Kreisverwaltung, am Dienstag, 9. Februar, im „Gasthaus Wittenburg“, Eutin-Fissau. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.



Die Veranstaltungen werden von Martina Janke-Hansen, Leiterin der Redaktion Ostholstein Süd der Lübecker Nachrichten, und Achim Krauskopf, Redaktionsleiter des Ostholsteiner Anzeigers, moderiert. Nach einer Einzelvorstellung der Kandidaten soll sich eine Diskussion anschließen, Fragen aus dem Publikum sind ebenfalls möglich und auch erwünscht.


14670 Eutiner sind am 28. Februar aufgefordert, eine neue Verwaltungschefin/einen neuen Verwaltungschef zu wählen. Wer Briefwahl bevorzugt: Das Büro in der Albert-Mahlstedt-Straße 13 ist ab 25. Januar geöffnet.

LN

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