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Ostholstein 70 Jahre Uni-Gesellschaft in Eutin
Lokales Ostholstein 70 Jahre Uni-Gesellschaft in Eutin
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21:14 18.11.2016

. Seit 70 Jahren besteht die Sektion Eutin der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft. So ganz, teilt die SHUG mit, stimmt das aber nicht.

Bereits vor dem Krieg 1938 wurde die Sektion Eutin gegründet, allerdings nicht auf Wunsch der Eutiner Bevölkerung, sondern auf Wunsch der NSDAP, um nach der Eingliederung Eutins in Schleswig-Holstein das Zugehörigkeitsgefühl zu dem Land zu stärken. Auch durften 1938 die Themen nicht frei mit der Uni Kiel abgesprochen werden, sondern sie mussten „Deutschtumspflege“ und „Volkstumarbeit“ stärken.

Erinnern möchte die jetzige Sektion daher lieber an den 5. November 1946. An diesem Tag begann im „Festsaal der Oberschule für Mädchen“ – des jetzigen Weber-Gymnasiums – die frei gewählte Vortragsreihe mit Prof. Gripp, der Neues aus der Erdgeschichte von Eutin und Umgebung vorstellte. Der Rektor der Kieler Universität war anwesend. Eingeladen zur Eröffnung waren der Oberkreisdirektor, der Landrat, der Bürgermeister, Amtsvorsteher von Bahn und Post und die leitenden Herren aller Eutiner Geldinstitute. Ob die Herren alle erschienen, ist nicht überliefert.

Vorausgegangen waren diesem Neuanfang Gespräche zwischen Dr. Theodor Harms, dem angesehenen Eutiner Arzt, der politisch unbelastet war, einigen Mediziner-Kollegen und einigen Studienräten und nun auch einer Studienrätin: Frau Langelütke. Dr. Harms übernahm den Vorsitz, Frau Langelütke wurde seine Stellvertreterin, die Geschäftsstelle führte Studienrat Röhnert aus seinem Dienstzimmer Nr. 11 im Landratsamt. Der Jahresbeitrag betrug sechs Reichsmark, für Ehepaar neun Reichsmark, der Eintritt für Gäste zu einem Vortrag 1,50 Reichsmark. „Kriegsbeschädigte, Minderbemittelte und Schüler 0,50 RM“. Der Beitrag sollte auf ein Konto eingezahlt werden, wurde auf Wunsch aber auch gegen 50 Pfennig Botengebühr von der Wohnung abgeholt.

Der Zuspruch war sehr stark. Schnell umfasste die Gruppe über 200 Mitglieder. Die Themen der Veranstaltungen waren sehr unterschiedlich. Viele theologische und philosophische Themen drückten das Bedürfnis nach einer neuen Werteordnung aus. In den 60er- und 70er-Jahren klang das Interesse an der SHUG langsam ab. Die Mitgliederzahlen gingen zurück, die Vorträge wurden nur noch schwach besucht. Damit verschlechterte sich die finanzielle Situation so, dass die Ankündigungsplakate mit der Hand geschrieben werden mussten.

Trotz dieser Schwierigkeiten fanden sich immer wieder Eutiner, die mit viel Engagement die Sektion leiteten. Mehr Zulauf brachte in den frühen 2000er-Jahren ein Ortswechsel in den Seminarraum der Landesbibliothek. Seit 2012 führen Dr. Helgard Krupke und Sigrid Sick die Sektion, die jetzt etwa 100 Mitglieder umfasst. Wie viele Vereinigungen krankt auch sie an Überalterung und ist daher für neue Mitglieder offen. Informationen bei Helgard Krupke,Tel. 04521/779527, E-Mail h.krupke@gmx.de.

LN

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