Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein 700 Quadratmeter groß: Weltgrößter Drachen auf Fehmarn
Lokales Ostholstein 700 Quadratmeter groß: Weltgrößter Drachen auf Fehmarn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 21.10.2012
Anzeige
Ostholstein

Burgtiefe a. F. – Ein Countdown, fast so spannend wie bei einem Raketenstart: Zehn Helfer halten das 700 Quadratmeter große ausgebreitete Tuch über dem Erdboden. „Kommandeur“ Olaf Meißner (49) prüft noch einmal die Windrichtung und wartet den richtigen Luftzug ab. Dann gibt er das Startzeichen „Loslassen!“ Vorher müssen alle Leinen sorgfältig auf dem Erdboden ausgelegt und sortiert werden. Verheddert sich irgendetwas, dann ist die ganze Aktion zum Scheitern verurteilt.Gesichert werden muss das Riesending mit einem Unimog, an dessen Anhängerkupplung die Hauptleine befestigt ist. Einer oder mehrere Menschen können das Ungetüm unmöglich halten, schon bei Windstärke zwei, wie sie gestern herrschte, entwickelt der Drachen eine Zugkraft von rund fünf Tonnen. Da musste die Ladefläche des Unimogs vorsorglich noch mit Sand beschwert werden. Wie das Meißner-Team berichtet, hat der Drache jüngst in St-Peter-Ording einen Lkw quer über den Strand gezogen, weil man vergessen hatte, ihn zusätzlich zu beladen. Hunderte von Besuchern des Drachenfestivals am Burger Südstrand auf Fehmarn wurden gestern Mittag Zeuge, wie sich das größte Windspiel der Welt majestätisch in den Ostseehimmel erhob. Zunächst gab es aber noch einige „Ladehemmungen“. So musste Olaf Meißner kurzfristig die Startrichtung ändern, weil sich der Wind gedreht hatte. „Wenn der Drachen in der Ostsee landet, können wir einpacken, dann kriegen wir ihn heute überhaupt nicht mehr hoch“, berichtet der Drachenbauer. Denn im nassen Zustand wiegt der ansonsten rund 70 Kilogramm schwere Stoff rund 180 Kilogramm. „Ich hätte auch echt Schwierigkeiten, zu Hause eine entsprechend große Fläche zu finden, auf der man den Stoff zum Trocknen ausbreiten könnte“, so der Fachmann.Kurz erhebt sich das Riesengeschütz in die Lüfte und die Zuschauer klatschen begeistert Beifall. Doch dann knickt das bunte Stoffrad plötzlich in der Mitte ein und das Gebilde segelt sanft auf den Strand zurück. Ein bedauerndes Raunen geht durch die Menge. Doch das Team gibt nicht auf. „Für den Start zu wenig Wind“, stellt Meißner fachmännisch fest. Alles wird wieder auf Null gebracht, das Tuch sorgsam im Strandsand ausgebreitet und die Leinen sortiert. Dann folgt der zweite Start. Und diesmal glückt es, der runde Himmelsstürmer hält sich mehrere Minuten in der Luft und bläht sich zum kreisrunden Farbenrad auf. „Ich bin zufrieden“, äußert sich Olaf Meißner glücklich. Und die Zuschauer waren’s auch.„We are flying“ lautet das Motto des vierten Drachenfestes in Burgtiefe, veranstaltet vom Tourismus-Service Fehmarn in Zusammenarbeit mit der tiedemann art production GmbH aus Schenefeld.„Die Vögel müssen heute und morgen auf Fehmarn zu Fuß gehen, der Himmel ist von den Drachen besetzt“, meint fröhlich Frank Steinert (45) von den Berliner Drachenflöhen. Er hat ein wenig „Ostalgie“ mit nach Fehmarn gebracht. Seine rund 15 Meter langen Flugfiguren stellen die Ente „Schnatterinchen“ und den Kobold „Pittiplatsch“ dar, bekannt aus der Sandmännchen-Sendung des früheren Ostfernsehens. An einer langen Leine hängen die „Berufszwerge“, lustige bärtige Gesellen in Latzhosen.Nach dem Fehlstart am Freitag, als absolute Flaute herrschte und nur die leichteren Drachen aufsteigen konnten, herrschten am gestrigen Sonnabend mit Windstärken von zwei bis drei ideale Bedingungen für die Drachenfreunde. „Wenn die Flugobjekte am Himmel wie festgetackert wirken, dann ist alles in Ordnung“, erklärt Moderator Robert Kirsch (29) von der Firma Aufwind Extreme aus Berlin.Wer selbst in die Lüfte steigen und das bunte Treiben von oben betrachten will, dem bietet Pilot Andreas Bernhard von der Firma Citycopter Hubschrauberrundflüge für 40 Euro an.Auch sonst sorgt ein buntes Rahmenprogramm rund um das Drachenfest für Unterhaltung bei Jung und Alt. Ein Bühnenprogramm mit Silly Willy und Kaspertheater, Buden und ein Karussell, eine vielseitige Kinderanimation und sogar Workshops, bei denen man den Umgang mit Lenkdrachen lernen kann, sorgen für Abwechslung bei den Besuchern.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Steinfischer und Steinschläger waren bis in die 1970er-Jahre an der Küste gängige Berufe. Das Heimatmuseum Heiligenhafen hat jetzt einen alten Steinhammer als Spende erhalten.

21.10.2012

Scharbeutz - Der aufgrund von Abholzungen in Scharbeutz abgerutschte Hang sorgt weiter für Ärger.

21.10.2012

Die Wobau Ostholstein baut zentral in Eutin ein Mehrgenerationenhaus. Anmeldungen sind noch möglich.

20.10.2012
Anzeige