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Ostholstein 80 Meter über der Ostsee: Horchturm wird Oceantower
Lokales Ostholstein 80 Meter über der Ostsee: Horchturm wird Oceantower
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07:40 22.06.2017
Auch das ist neu: Café-Terrasse mit Ostseeblick.
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Klaustorf

Diese Frau packt selbst tatkräftig an. Ob in luftiger Höhe bei Wind und Wetter oder aber beim Dekorieren des neuen Cafés: Wenn am Sonnabend der ehemalige Horchturm des Fernmeldesektors A in Klaustorf unter dem Namen „Oceantower“ öffnet, ist Evelyne Schopf am vorläufigen Ziel einer 13-jährigen Reise: ihre Ostsee- Erlebniswelt mit Ostsee-Aquarium, Geocenter sowie Oceantower ist nun komplett.

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Die 49-Jährige bewundert ihr Werk vom Turm aus. Sie steht auf dem neuen Aussichtsring in 35 Meter Höhe, gute 80 Meter über der Ostsee. An ihrer Seite die drei Männer, die sie auf ihrem Weg begleiteten: Sven Gorgos, Wolfgang Haider und Dieter Ahlers. „Ohne sie wäre das alles nicht gegangen“, erzählt Schopf.

Während sie dies sagt, bohren Handwerker noch schnell die letzten Befestigungslöcher für das 1,20 Meter hohe Begrenzungsgeländer. Bis zu 100 Menschen dürfen sich hier oben ab Sonnabend – ohne Aufpreis – gleichzeitig aufhalten. Bereits fertiggestellt ist der Rettungsweg, eine Stahltreppe, die außen am Oceantower befestigt wurde. Die XXL-Beschriftung „Ostsee Erlebniswelt“ am Turm in circa 50 Meter Höhe hat Schopf selbst gepinselt. Bei Wind und Wetter, unterstützt vom Team. „Das kostete Überwindung in dieser Höhe, aber man gewöhnt sich an alles“, sagt die Österreicherin.

So sieht der alte Horchturm jetzt aus: Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um den Oceantower von innen und außen zu sehen.

Dabei habe sie ganz spirituelle Momente erlebt. Schopf: „Wir haben hier einen Seeadler. Dieser kreiste in einem Moment, wo ich mich nicht aufraffen konnte draußen zu malen, rund um den Turm. Also bin ich doch raus.“

Als abschließenden Clou am Turm plane sie nun, die alte Rutsche im Inneren für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Sieben Etagen im Sausetempo hinab – da werden Kinderträume wahr. Wann dies realisiert werde, wisse sie heute aber noch nicht.

Einen weiteren Herzenswunsch hat sich die 49-Jährige im Gebäude nebenan verwirklicht. Beim neuen Café mit Dachterrasse hat sie nicht nur die Möbel selbst entworfen und in Teilen sogar selbst gebaut, sondern vor allem ihre erste Ausstellung als Malerin realisiert. Sie firmiert unter dem Künstlernamen Rosa Blue. Besonders ins Auge fällt dem Betrachter das Zimmer „Blaue Zeit“, dessen Wände in „Ozeanblau“ gehalten sind. Rosa Blue hat hier mehrere Acryl-Werke inszeniert. „Ich habe fast immer einen Pinsel in der Hand“, sagt Schopf. Jeder Farbtupfer, ob im Gebäude oder an der Fassade, stamme von ihr.

Rund 500000 Euro seien in den Turm und das Café nebst der Galerie geflossen, „und alles ganz ohne Fördermittel“, wie Schopf herausstellt.

Von dem Militär-Horchturm von einst steht nur noch die Fassade in der alten Form. Die Zeiten des Kalten Krieges sind – zumindest hier – vorbei. „Bei mir gibt es nur noch kalte Ostsee“, sagt Schopf.

 Peter Mantik

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