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Ostholstein 800 Jahre Malente – und so jung
Lokales Ostholstein 800 Jahre Malente – und so jung
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20:26 04.07.2016
Lia, Alina und Tjark-Noah (von links) gewannen bei den Kinderspielen tolle Preise für die ganze Familie. Quelle: Fotos: Astrid Jabs

„Malente 2030“ – der Blick auf das Kommende ist Programm in diesen Wochen und gab beim Festakt zum 800-jährigen Jubiläum des Ortsteils Bad Malente-Gremsmühlen die Richtung für Ansprachen und Grußworte vor.

Aus peripherer Lage eine Stärke machen – Feier wurde zum Bekenntnis zu Fortschritt und Zukunftsentwicklung.

„Es ist Zeit, dass die Älteren einen Schritt zurücktreten und die Jungen ranlassen."Jürgen Dittmann (Benz).

2030 – für Angelique und Fenya Claußen liegt das noch in weiter Ferne: Die 16-jährigen Zwillinge freuen sich über ihren just bestandenen Mittleren Bildungsabschluss und werden ab September an der Kreisberufsschule das Abitur in Angriff nehmen. Beim Bürgerfest zum 800-jährigen Bestehen waren sie am Stand für den Luftballonweitflugwettbewerb im Einsatz, nahmen dort Wünsche für Malentes Zukunft entgegen und gaben die Ballons aus. Währenddessen ging es im Kursaal um sie und ihre Generation: Denn die Voraussetzungen dafür, Malente so zu gestalten, dass die Jungen bleiben und die Alten sich wohlfühlen, ist der Motor für das Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept (Igek) ebenso wie für die Teilnahme an einem bundesweiten Forschungsprojekt. Angelique und Fenya aber wollen nach dem Abitur erst einmal weg, sehen ihren weiteren Werdegang in Hamburg oder einer anderen Großstadt: „Und wenn Malente so bleibt, wie es ist, kann ich mir auch nicht vorstellen, nach der Ausbildung wiederzukommen“, meinte Fenya.

Ein Problem, das Politik und Verwaltung erkannt haben und anpacken wollen: Digitalisierung, Mobilität, Bildung nannte Bürgermeister Michael Koch (CDU) als entscheidende Trends. Wohin es für Malente gehen kann, veranschaulichte er an möglichen Schlagzeilen im Jahr 2030: „Starker Zuzug der 30-Jährigen“, „Wissenschaftsstandort“ und „Frischer Geist von Malente“ waren darunter. Dafür gelte es, Zukunft anders zu denken: „Der Wandel hat begonnen, althergebrachte Konzepte tragen nicht mehr“, so Koch.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bescheinigte Malente in seiner Festrede dann auch einen „Geist, der nach vorn schaut“ und lobte nicht nur die Mitmenschlichkeit der Malenter, sondern auch ihren besonderen Mut. Die periphere Lage sei gegenüber den Metropolen eine Qualität, die man zur Stärke machen müsse: „Lassen Sie uns aus der Kleinheit eine Größe machen“, so Albig, denn Kleinheit stehe für Nähe. Entsprechend postulierte Landrat Reinhard Sager (CDU) in seinem Grußwort eine „Politik, die den ländlichen Raum nach Kräften unterstützt“.

Konkrete Schritte forderte Frank Osterkamp, der als Dorfvorsteher von Sieversdorf die Dorfschaften vertrat: „Die Dörfer sind keine Restflächen und wollen das nicht werden. Wir brauchen eine Beschreibung dessen, was uns nach vorn bringt“, so Osterkamp, der die Bereitschaft zur Zusammenarbeit unterstrich.

Dass das Thema Zukunft den Malentern unter den Nägeln brennt, zeigten auch Gespräche im Kurpark, wohin der Festakt über eine Leinwand übertragen wurde: „Die Gegend ist die schönste, die Leute sind nett. Eigentlich wollen die Kinder ja gar nicht weg. Aber wenn es keine Perspektiven gibt . . .“, sagte Jürgen Dittmann, der mit seiner Lebensgefährtin Berna Claußen und den Töchtern Angelique und Fenya in Benz zu Hause ist. Er weiß, wovon er spricht: Jeden Tag pendelt der Schlosser nach Neumünster zur Arbeit, ist zwei Stunden insgesamt unterwegs. Für Benz wünsche er sich eine bessere Anbindung durch den Busverkehr. Auf den Wunschzetteln an der Pinnwand wurden außerdem unter anderem Baugrundstücke, Spielplätze, Jugendförderung und Straßenausbesserung genannt. Den Blick auf das Malenter Herz hatten Silvia Schumacher und Gabi Hilpert aus Dortmund gerichtet: „Wir hoffen, dass Malente sich seinen Charme bewahrt. Es ist einfach toll hier“, sagten die Urlauberinnen.

Astrid Jabs

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