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Ostholstein 8000 Biker haben ein Ziel: Eutin
Lokales Ostholstein 8000 Biker haben ein Ziel: Eutin
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00:46 05.10.2014
Die Stolbergstraße kurz nach Mittag: Helme, so weit das Auge reicht. Insgesamt kamen knapp 8000 Maschinen in die Kreisstadt. Quelle: Fotos: Eckhard Meier
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Eutin

Das Eutiner Motorradtreffen ist auf dem besten Weg, zu einer der bedeutendsten Biker-Veranstaltungen Norddeutschlands zu werden. Knapp 8000 Motorräder aller Klassen und Baujahre rollten am Tag der Deutschen Einheit in die ostholsteinische Kreisstadt und verwandelten sie in ein riesiges, chromblitzendes Ausstellungsgelände.

Der Morgennebel lag noch über der Landschaft, da grummelte es bereits vernehmlich kilometerweit rund um den Ort des Geschehens — Tausende Zweiräder auf der Anreise. Und fast konnte man meinen, am Tag der Deutschen Einheit seien passend zum Datum auch ein paar Trabbis unterwegs. Doch für den süßlichen Geruch sorgten keine Autos, sondern diverse DKW, MZ oder andere zweitaktende Motorrad-Oldtimer aus der Vor- und frühen Nachkriegszeit, deren Fahrer ihre wertvollen Schätze wenig später vor dem Eutiner Rathaus einer staunenden Menge präsentierten. Die Vielfalt der Teilnehmer machte die nun schon sechste Auflage des Motorradtreffens zu etwas ganz Besonderem: Alle Interessengruppen kamen auf ihre Kosten — seien es die Nostalgiker mit ihren Heinkel-Rollern oder die Fahrer der riesigen BossHoss mit ihren mehreren hundert PS aus Chevrolet Corvette-Motoren.

Helge Nickel, altgedienter Ausrichter diverser Feierlichkeiten in der Region, bringt nur selten zufriedene Kommentare über die Lippen, aber der Ansturm ließ auch ihn lächelnd über den Marktplatz schauen: „Das ist schon gigantisch.“ Nickel zur Seite stand die Eutiner Fahrergemeinschaft „Rödeldöös“, die mit rund 40 Helfern für den reibungslosen Ablauf sorgte. Bei Dirk Ketelhohn liefen wie in den Vorjahren die Fäden zusammen. Er freute sich über die erstmals eingesetzten Funkgeräte, die ein Mitglied aus seinem beruflichen Fundus zur Verfügung gestellt hatte: „Das ist schon viel besser als bisher mit den Handys — da wählte man sich ja ‘nen Wolf!“ Und zu bereden gab es genug, schließlich sollte alles so schonend wie möglich über die Bühne gehen. Von vornherein machten die Veranstalter klar, dass sie zwar Spaß verstehen, aber alles irgendwann seine Grenzen hat. So stand völlig unmissverständlich im Begrüßungs-Flyer: „Bitte daran denken: Wir sind in einer Innenstadt und das unnötige Aufreißen der Maschinen ist doppelt so laut und verärgert die Anwohner — es soll doch auch ein nächstes Motorradtreffen geben!” Ein Absatz war jenen Zeitgenossen gewidmet, die offenbar zu viel Geld für ihre Reifen haben: „Burnouts sind im gesamten Stadtgebiet untersagt und werden mit Anzeigen geahndet.“ Aber die Wachen können nicht überall sein, und so gab es auch diesmal einige, die Gummi in Lärm und stinkenden Qualm verwandeln mussten. Ketelhohn: „Wir werden angesichts der immer größer werdenden Teilnehmerzahlen in Zukunft noch enger mit der Polizei zusammenarbeiten müssen, die uns schon jetzt hervorragend unterstützt.“ Doch unter dem Strich war es, wie überall unter den Besuchern zu hören, „eine tolle Veranstaltung“. Wer wollte, konnte sich über die neueste Modellpalette diverser Motorradfirmen informieren, und auch sonst waren Programm und Warenangebot auf die Bedürfnisse der Biker zugeschnitten. Und auch die Eutiner Gastronomen rund um den Markt hatte gut zu tun.

Eckhard Meier

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