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Ostholstein 85 neue Stellplätze mit Komfort für Wohnmobilisten
Lokales Ostholstein 85 neue Stellplätze mit Komfort für Wohnmobilisten
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00:17 14.01.2017
Dieses Luftbild zeigt den neuen Stellplatz für 85 Wohnmobile am Hamburger Ring in Scharbeutz und dessen Umgebung. Quelle: Foto: Gaby Harms/hfr
Scharbeutz

Ronald Harms weiß, was Wohnmobilisten wünschen. Der 59-jährige Haffkruger fährt selber seit 35 Jahren mit seinem Fahrzeug durch die Lande, erkundet mit Ehefrau Gaby und zwei Hunden die Welt. Überall in Europa, aber auch in Syrien und anderen Teilen der Erde haben sie sich Plätze angesehen. Jetzt haben sie sich einen Traum erfüllt und einen eigenen bauen lassen. Etwa 650000 Euro hat das Paar dafür investiert.

Ronald und Gaby Harms investieren in Scharbeutz 650000 Euro.

Kosten pro Platz

Zwölf Euro kostet ein Stellplatz für 24 Stunden, unabhängig von der Personenzahl. Zusätzlich muss noch der Tourismusbeitrag für die Gemeinde gezahlt werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.womohafen-scharbeutzer-strand.de.

Direkt am Hamburger Ring in Scharbeutz sind auf einem früheren Parkplatzgelände 85 Wohnmobil-Stellplätze angelegt worden. Bis Ostern, so hoffen Gaby und Ronald Harms, wird auch das Empfangsgebäude fertig sein. Da er gelernter Zimmermann ist, arbeitet Harms kräftig mit. Im Gebäudeinneren eingerichtet werden sollen barrierefreie Sanitäranlagen für Damen und Herren, ein Familienbad, ein Extra-Raum für Waschmaschinen und Trockner sowie ein Büro, ein Kiosk mit Brötchenverkauf und eine Rezeption. Deren Besuch ist für Wohnmobilisten aber nicht Pflicht. Harms: „Nur wer will, kann deren Angebote nutzen. Anmelden wie in einem Hotel muss sich niemand, aber alle haben einen Ansprechpartner.“ Jeder fährt auf das Gelände, sucht sich einen Platz und zahlt am Automaten die zwölf Euro plus Tourismusabgabe. Keiner müsse die Duschen nutzen oder die Wäsche dort waschen.

Auch das wird ein Stückchen Freiheit sein, wie es Wohnmobilisten so sehr mögen. Harms weiß aus eigener Erfahrung: „Mitte der 1980er-Jahre ging es mehr darum, ein Fahrzeug um- und auszubauen. Wohnmobile waren ein großes Abenteuer.“ Heute werde auf den Plätzen viel mehr Service verlangt, obwohl einige Wagen besser ausgestattet und auch teurer seien als so manches Einfamilienhaus.

Den ersten Ansturm hat der Platz bereits zu Neujahr erlebt. Vielen Besuchern hat es offenbar so gut gefallen, dass sie sich gleich für die nächste Silvesterfeier angesagt haben. Und vielleicht kommt Harms damit seinem großen Ziel ein Stückchen näher. „Ich möchte die Wohnmobilisten länger als nur eine oder zwei Nächte im Ort halten, will sie für Scharbeutz und Haffkrug begeistern.“

Ronald Harms, der seit 36 Jahren das „Strandcafé“ in Haffkrug betreibt, war einer von mehreren Bewerbern um den Platz und ging mit der Erkenntnis „wenn man was macht, muss man auch wissen, was man macht“ an die neue Herausforderung heran.

Für die Gemeinde Scharbeutz als Grundstückseigentümerin ist das Thema „Platz am Hamburger Ring“ damit zunächst einmal erledigt. Die Verwaltung musste das Areal nach Beschwerden und aufgrund rechtlicher Bestimmungen im Juli 2014 von einem Stellplatz für Wohnmobile zu einem schlichten Parkplatz umbenennen. Das ärgerte besonders die Dauergäste aus der Region. Auch sie durften seitdem nur noch höchstens 24 Stunden „zur Wiederherstellung ihrer Fahrtüchtigkeit“ parken. Owerien sieht noch einen Vorteil: „Jetzt kann auch die bisherige Ver- und Entsorgungsstation im Bereich der Trelleborgstraße abgebaut werden – sicherlich auch zur Freude der dortigen Nachbarn.“

 Christina Düvell-Veen

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