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Ostholstein ASB erfüllt den letzten Wunsch
Lokales Ostholstein ASB erfüllt den letzten Wunsch
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23:25 22.01.2016

Ein letzter gemeinsamer Ausflug mit der Familie, noch einmal das Meer sehen, Abschied nehmen von Freunden im Lieblingscafé: Wenn Menschen unheilbar krank sind, sollte der letzte Wunsch nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden. Doch alleine die Fahrt zum Wunschziel ist für Schwerkranke eine Herausforderung. Hier hilft nun der neue Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB).

In ganz Schleswig-Holstein sei der Wagen unterwegs, erklärt Jörg Bochnik, Vorsitzender des ASB-Regionalverbandes in Heiligenhafen, wo das Fahrzeug jetzt vorgestellt wurde. „Unbürokratisch und auf dem schnellsten Wege bringt der Wünschewagen seine Fahrgäste an das gewünschte Ziel — zum Beispiel an einen besonderen Ort der eigenen Lebensgeschichte“, so Bochnik. Der Wagen biete auch Raum für die Lebenspartner oder eine andere Begleitperson. „Die Grundregel lautet bei jeder Wunschfahrt gleich: Die Regie liegt beim Fahrgast. Eine letzte, ruhige und bewusste Reise zu sich selbst ist genauso möglich wie die Einbindung des Wünschewagens in einen großen, gemeinsamen Familienausflug.“

Mit dem speziell ausgestatteten Wünschewagen und vielen ehrenamtlichen, professionell geschulten Helfern würden die Fahrgäste und begleitende Angehörige zum Wunschort befördert, während ihrer Reise medizinisch betreut und sicher wieder nach Hause gebracht, erläutert Bochnik. Die Fahrt sei grundsätzlich kostenfrei. Da die Kosten von Kranken- und Pflegekassen nicht übernommen werden können, sei man jedoch auf Spenden und langfristige Unterstützung angewiesen.

Das Fahrzeug erfülle die Kriterien eines normalen Krankentransportfahrzeugs. Der Unterschied: besondere Beleuchtungseffekte, eine hochwertige Soundanlage und von außen nicht einsehbare Panoramafenster — so soll die Fahrt so angenehm und behaglich wie möglich gestaltet werden.

„Die Wunschfahrten werden von qualifizierten ehrenamtlichen Fachteams begleitet. Die Begleiter bringen Kompetenzen aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich je nach den individuellen Bedürfnissen des Fahrgastes mit“, erklärt Bochnik. Sie kämen beispielsweise aus der Geriatrie, der Pädiatrie, der Palliativpflege und dem Rettungsdienst. „Aus dem Regionalverband Ostholstein haben sich 15 Mitarbeiter dazu bereit erklärt, diese Fahrten ehrenamtlich zu begleiten“, sagt der Vorsitzende.

Sehr angetan von der Aktion des ASB-Landesverbandes zeigten sich auch die Pflegedienst-Direktoren der Ameos-Klinik, Horst-Dieter Spieckermann und Magrit Englert, sowie Beate Rinck, Pflegedienstleitung der Sana-Klinik Oldenburg. Aus Heiligenhafen war Dr. med. Jürgen Johansson zur Präsentation des Wünschewagen gekommen.

Fahrten starten von jedem Punkt im Land aus
Der Wünschewagen wird in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt und steht alten und jungen Menschen zur Verfügung, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine nur sehr niedrige Lebenserwartung haben.

Stationiert ist der Wagen beim ASB- Regionalverband Pinneberg/Steinburg in Elmshorn. Dort werden die Wunschfahrten auch koordiniert, gestartet werden sie von jedem gewünschten Ort in Schleswig-Holstein aus.
Schirmherr des Wünschewagens ist Ministerpräsident Torsten Albig.

Kontakt: ASB Regionalverband OH, Geschäftsführer: Udo Glauflügel; Telefon 04362/900450, E-Mail an info@ asb-ostholstein.de

sts

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