Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ab 2019 neues Bag-Limit für Angeltouren
Lokales Ostholstein Ab 2019 neues Bag-Limit für Angeltouren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 02.11.2018
Erleichterung bei Ostholsteins Angelkutterbetrieben: Die EU hat das Bag-Limit für Dorschangler ab 2019 auf sieben Tiere pro Tag und Angler angehoben. Quelle: Louis Gäbler
Heiligenhafen

 Die Angelkutter-Betriebe an der Ostseeküste können aufatmen: Es gibt ein neues Bag-Limit. Die zuständige EU-Kommission hat Mitte Oktober eingelenkt und die maximale Fangmenge pro Angler und Tag ab dem 1. Januar 2019 erhöht. Künftig dürfen Dorschangler nun ganzjährig sieben Dorsche pro Angeltag mit nach Hause nehmen. 2018 lag die Menge während der Wintermonate noch bei drei Tieren.

Ostholsteins Kutterkapitäne sind erleichtert. „Endlich hat die EU Einsicht gezeigt mit der Situation der Betriebe“, sagt Thomas Deutsch (52), Kapitän der „MS Einigkeit“ mit Liegeplatz in Heiligenhafen. Diese Entscheidung könne helfen, das Überleben der Betriebe zu sichern. Deshalb hoffen Deutsch und seine Kollegen nach dem Flaute-Jahr 2018 wieder auf stärkere Nachfrage.

EU ändert das Baglimit: Aufatmen bei den Angelkutter-Kapitänen

Das alte Bag-Limit, das die EU für 2018 ausgegeben hatte, war für viele Ostseeangler zu gering: Gerade drei Dorsche durften sie nach einer Tagesfahrt nach Hause mitnehmen. Der Rest musste vom Haken genommen und in die Ostsee zurückgeworfen werden. Die Folge: Die Angler fanden die Regelung unattraktiv, blieben zu Hause, die Kutterbetriebe gerieten in die Problemzone (LN berichteten).

Hoffnung auf bessere Zeiten

„Ich bin zufrieden. Wir haben die Talsohle erreicht. Jetzt kann es nur wieder bergauf gehen“, sagt Thomas Deutsch im LN-Gespräch. Den ganzen Tag lang war er mit 20 Passagieren an Bord auf Jagd nach dem Dorsch. Seine Gäste haben auch bereits von dem neuen Bag-Limit-Erlass gehört und sind voll motiviert. So wie Rene Otto aus Thüringen, der mit dem Fang des Tages – einem 80 Zentimeter langen Pollack – nach Heiligenhafen zurückkehrt. „Das neue Bag-Limit macht die Angelfahrten wieder interessanter“, meint er und zieht los, seinen Prachtfisch im nahen Angelshop messen und wiegen zu lassen.

Auch die Jugendgruppe, die mit den Betreuern Eduard Kraft (53) und Reinhard Wallitschek (70) aus der Oberpfalz angereist ist, kennt sich aus: „Finden wir gut“, sagen sie unisono. Die EU-Entscheidung ist immer wieder das Gesprächsthema bei den Bayern, Hessen und Sachsen an Bord der „MS Einigkeit“.

Änderung aufgrund von Gutachten

Die Entscheidung der EU basiert auf zwei Gutachten: dem des Wissenschaftlichen Rates (er hatte für acht bis zehn Dorsche als Limit votiert) und dem Gutachten des Internationalen Rates (er sprach sich für fünf Dorsche als Limit aus). Das zuständige Gremium – die Gemeinschaftliche Fischerei Politik (GFP) – tagte vom 15. bis 17. Oktober in Brüssel und beurteilte die Dorschbestände als erholt. In der Folge sprach sie sich für den Mittelweg (sieben Dorsche pro Angler und Tag – und zwar ganzjährig) aus. „Damit können die Kutterkapitäne leben“, sagt Deutsch. „Ich hoffe nur, dass die Angler in ganz Deutschland das nun auch so positiv sehen.“

Lars Wernicke, der den Protest in Ostholstein maßgeblich organisiert hatte, sagt: „Eine Erhöhung des Bag-Limits auf sieben Dorsche pro Angler und Tag ist sicherlich ein positives Zeichen und eine gute Nachricht für die Betriebe im Angeltourismus. Das zeigt, dass sich die Dorschbestände positiv entwickelt haben. So hoffen wir auf mehr Angeltouristen im kommenden Jahr. Allerdings wird die Entscheidung dadurch getrübt, dass die EU die Fischerei bei der Quotenverteilung bevorzugt behandelt hat und wir Angler immer wieder feststellen müssen, dass Verteilungsgerechtigkeit eine Einbahnstraße zu sein scheint.“

Louis Gäbler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Antrag der SPD auf Streichung der Straßenausbaubeiträge ist im Bauausschuss abgelehnt worden. Nach einer Infoveranstaltung für Politiker und Bürger soll das Thema wieder auf den Tisch.

01.11.2018

Das Lübecker Landgericht hat eine vierjährige Freiheitsstrafe verhängt. Der 35-Jährige bleibt in der Forensik.

01.11.2018

Bei der Polizei ging am Dienstag ein Hinweis ein, dass auf einem Parkplatz in Eutin Betrüger unterwegs seien. Die Beamten rückten aus, fanden jedoch weder Täter noch Opfer vor. Jetzt werden Zeugen gesucht.

01.11.2018