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Ostholstein Ab ins Winterlager: Yachten hängen am Schäkel
Lokales Ostholstein Ab ins Winterlager: Yachten hängen am Schäkel
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21:12 07.10.2017

Holger Much kommt dieser Tage in Heiligenhafen mächtig ins Schwitzen. Der Inhaber der Göttsch Werft in Heiligenhafen ist seit Tagen auf den Beinen, denn die Yachten müssen ins Winterlager. Ob auf dem Trecker mit einem Trailer im Schlepptau, am hydraulischen Kran oder aber mit dem Ölkännchen in der Hand – Much ist der Mann für alle Fälle.

An Ostholsteins Küste herrscht Hochbetrieb in den Yachthäfen und Werften. Die Boote werden gekrant und ins Winterlager verfrachtet. Viele Dickschiffe kommen in die trockene Halle, andere aber bleiben unter einer Schutz-Persenning unter freiem Himmel an Land.

Freitagvormittag scheint sogar kurz die Sonne. Die „XC38“ von Andreas und Sonja Klötzing ist als nächstes an der Reihe. Das 12,40 Meter lange sportliche Boot ist ein echter Hingucker. Zunächst wird der Mast abgenommen, dann folgt ein Ölwechsel, Frostschutz wird eingefüllt sowie das WC final gereinigt. Dann kommt die Yacht an einen XXL-Schäkel vom Kran. Die „XC38“ wird angehoben, beginnt zu schweben. Sanft auf den Trailer gesetzt wird mit einem Wasserstrahler noch der Rumpf gesäubert – dann kann es in die Halle gehen. Ein Vorgang, der insgesamt fünf Stunden in Anspruch nimmt.

Karlo Schmütsch, der 1. Vorsitzende der Segler-Vereinigung Heiligenhafen , schaut vorbei. Er bestätigt, dass das Betreiben eines Dickschiffes eine aufwendige Angelegenheit sein kann. Und eine kostspielige obendrein. Winterlager, Sommerliegeplatz, Vereinsmitgliedschaft, Versicherung, Wartung des Motors, jährliche Rumpfpflege mit Antifouling, dazu die Instandhaltung des Riggs, auch das Kranen ist nicht umsonst – da kommen schnell pro Jahr 3000 bis 5000 Euro zusammen.

„Einige lassen ihre Yachten auch über den Winter unter freiem Himmel an Land, um Kosten zu sparen“, erläutert Schmütsch. Er selbst besitzt zwei Boote, nur eines steht in der Halle. Um die Liegeplatzgebühr über einen längeren Zeitraum niedrig zu halten, kann man beim SVH eine lebenslangen Liegerecht – es ist sogar vererbbar – kaufen. Einmalige Gebühr: 6800 Euro. Eine jährliche Nutzungsgebühr für Wasser und Strom kommt dazu. Andreas und Sonja Klötzing haben ein solches erworben. „Über viele Jahre rechnet sich das“, sagt Sonja Klötzing.

Klötzings wie auch Schmütsch sind sich rückblickend auf die gerade beendete Saison einig: „Das Wetter war grenzwertig. Zu viel Regen, zu viel Sturm, zu wenig Sonne.“ Mit dem Kranen ihrer Boote setzen sie einen Strich unter den Regen-Sommer. In der Hoffnung auf bessere Jahre. Im April beginnt das Prozedere von Neuem. Nur in die umgekehrte Richtung: aus der Halle in die Ostsee. Auch da wird Holger Much mit seinem Team wieder anpacken.

Von Peter Mantik

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