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Ostholstein Abrechnung für die „Welle“ dauert an
Lokales Ostholstein Abrechnung für die „Welle“ dauert an
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16:30 19.12.2015
Die Grömitzer Welle: In sechs Monaten kamen 100000 Gäste; im kommenden Jahr wird mit Einnahmen von 1,2 Millionen Euro gerechnet.

Im Wirtschaftsplan des Tourismus-Service‘ stehen 9,02 Millionen Euro Aufwendungen von 10 Millionen gegenüber. Das Defizit von 980000 Euro wird durch den gemeindlichen Haushalt ausgeglichen.

Sechs Monate nach Eröffnung der Grömitzer Welle bleibt die überteuerte Sanierung ein Streitthema. „Die Abschlussrechnungen unvollständig. Ich kann nicht zustimmen, weil ich das Ergebnis nicht beurteilen kann“, monierte Karsten Sachau (SPD). Zwölf Schlussrechnungen würden noch fehlen, für 20 Gewerke sollen noch keine Aufstellungen vorliegen. „Der Gemeinderat hat seine Zustimmung einst für 12,5 Millionen gegeben. Das heißt, es werden fünf Millionen ohne Beschluss über den Tisch geschoben.“ Die Sanierungskosten belaufen sich bisher auf 17,5 Millionen. Laut Sachau sei bereits von 17,75 Millionen Euro die Rede gewesen. Manfred Pundt (SPD) und Ingo Wilhelm (FWV) sahen das ähnlich.

CDU-Mann Rolf Künzel wies Wörter wie „Mauschelei“ und „Schieberei“ zurück: Außenstehende seien ordnungsgemäß informiert worden, der Arbeitskreis hinterfrage die Entwicklungen regelmäßig. „Dass der Architekt kein Glücksgriff war, ist eine andere Sache.“ Heinz Bäker (FDP): „Es ist aus dem Ruder gelaufen. Aber das Risiko für einen Mehrbetrag sind wir eingegangen. Wir können mit dem Haushalt zufrieden sein.“

Wie Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) betonte, sei es für die Verwaltung auch nicht zufriedenstellend, dass noch Schlussrechnungen fehlen. Doch aufgrund von schlechten Leistungen und Folgeaufträgen laufen die Verhandlungen noch. „Wir werden erst in ein bis zwei Jahren die endgültige Summe darstellen können.“ Man solle es einmal so sehen, sagte Bäker: „Wir haben den gleichen Verlust im Haushalt des Tourismus-Service‘ wie im Vorjahr, aber eine neue Welle.“ Die Reaktion folgte promt: „So wird aus fünf Millionen eine Million, und eine Million ist ja fast nichts. Das wird langsam zum Kabarett“, kritisierte Sachau. Eine Wendung fand die Debatte schließlich mit den nicht unwesentlichen Worten von Johann Piechulla (SPD): „Im Haushalt geht es nicht nur um die Welle. Ich werde zustimmen, weil eine große Summe für den sozialen Wohnungsbau eingestellt ist. Das ist eine Herzensangelegenheit.“ Für den Bau von Mietwohnungen sind 2,1 Millionen Euro vorgesehen.

Investitionen

5,533 Millionen Euro investiert Grömitz 2016. Größte Posten: Wohnungsbau (2,1 Mio.), Straßensanierung (1 Mio.), Drehleiter (600000), Material Bauhof (280000), Ortsbildgestaltung und Radweg Nienhagen (je 130000), Erschließung Beckerkoppel, Binnenhochwasserschutz und Baumaßnahmen Bauhof (je 100000), Erneuerung Straßenentwässerung (70000), Feuerwehrhäuser (65000), Seniorentreff Gildehalle (50000).

Irene Burow

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