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Ostholstein Achtung! Untier in der Unterführung
Lokales Ostholstein Achtung! Untier in der Unterführung
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20:34 10.08.2017

Wer am Malenter Bahnhof sicher von einer Seite der Gleise zur anderen kommen möchte, passiert jetzt die Tiefsee. Die Fußgänger-Unterführung ist ganz in Blau getaucht und wird von Fischen, Garnelen und Haien bevölkert. Gemalt wurden die von Malenter Schülern.

Es riecht nach Farbe unter der Erde. Denn die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Es fehlen noch die vielen kleinen Muscheln und der Bewuchs am Ufer, der sich bald an den Treppenaufgängen ausbreiten wird. Aber schon jetzt hat die Unterführung ungemein gewonnen. Schluss mit wilden Schmierereien und düsteren Wänden. Nun plätschert dort der Dieksee, denn so heißt das Projekt: „Unterwasserwelt Dieksee“. Biologische Genauigkeit hinsichtlich der Unterwasser-Tierwelt ist dabei nicht gefragt. Der kunstvolle Umgang mit Spraydosen sehr wohl.

Die Unterwasserwelt Dieksee hat viele Mütter und Väter. Die Idee stammt aus dem Deutschunterricht zum Thema „Was wollt ihr in der Gemeinde ändern?“ und von Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos).

Die Gemeinde zahlt die knapp 1000 Euro, die für Material ausgegeben werden mussten, unter anderem für Farbe und Atemmasken. Die Leitung hat Stadtjugendpflegerin Julia Hinrichs, die künstlerische Leitung haben die Graffiti-Künstler Mads Duggen, der Sohn von Kunstlehrerin Christine Duggen, und Simon Banger. Beide hatten tatkräftige Unterstützung von Schülern der Schule an den Auewiesen einer (demnächst) neunten Klasse und einer zehnten Klasse. Die älteren Schüler nutzten die Gelegenheit, die wilden Graffiti am Bahnhofsgebäude überzutünchen – mit Einverständnis des Eigentümers.

Zudem gab es noch weitere Helfer. Flüchtlinge, die in Malente leben, legten mit Hand an. Außerdem griff Britta Görtz zum ersten Mal in ihrem Leben zur Spraydose. Sie ist Lehrling im dritten Lehrjahr und wurde von ihrem Arbeitgeber, dem Malenter Malerbetrieb Kähler, für das Projekt freigestellt. Von ihr stammt die große rote Garnele im Dieksee. „Das hat sie toll gemacht“, lobt Kunstlehrerin Duggen.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass die Unterwasserwelt möglichst lange unbeschädigt bleibt und nicht darauf herumgeschmiert wird. „Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn etwas gut ist, wird es nicht getaggt“, sagt Duggen. Bestes Beispiel sind laut Rönck die bemalten Stromkästen, die nicht angetastet werden. Sollte das auch in der Unterführung funktionieren, wären die 1000 Euro gut angelegtes Geld, sagt die Bürgermeisterin.

Susanne Peyronnet

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