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Achtung Wildwechsel, Gefahr in Verzug

Ostholstein Achtung Wildwechsel, Gefahr in Verzug

Dank der Straßen- Reflektoren sinken die Unfallzahlen deutlich. In der Dämmerung blieben die Risiken aber.

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Carsten Höper von der Jägerschaft Oldenburg warnt vor Wildwechsel – wie hier an der B 202 vor Schloss Weissenhaus.

Quelle: Peter Mantik

Ostholstein. Achtung, Wildwechsel, heißt es demnächst wieder besonders auf den Straßen im ländlichen Raum Ostholsteins. Erfreulich ist, dass die Unfall-Häufigkeit in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind. Die landesweiten Statistiken nehmen eine positive Entwicklung (LN berichteten). Auch im Kreis Ostholstein würden laut Carsten Höper, dem Chef der Jägerschaft Oldenburg, die Wildunfälle um 30 bis 40 Prozent reduziert.

LN-Bild

Dank der Straßen- Reflektoren sinken die Unfallzahlen deutlich. In der Dämmerung blieben die Risiken aber.

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Der Grund dafür seien die Reflektoren an den Straßenbegrenzungspfählen. Die Jäger montieren und warten die blauen Reflektoren. Dies habe folgenden Effekt. Höper: „Werden die Reflektoren von Pkw oder Lkw angestrahlt, reflektieren diese das blaue Licht in die Dunkelheit. Das wiederum vertreibt das Dam- und Schwarzwild von den Straßenrändern.“ Allein in Ostholstein seien circa 150 Straßekilometer mit diesen Reflektoren ausgestattet worden, landesweit sollen es 500 Straßekilometer sein.

Trotz dieses erfreulichen Trends warnt Höper: „Ende September geht es los, dann beginnt die Brunft bei Dam- und Schwarzwild.“ Vor allem morgens und abends in der Dämmerung sei Wildwechsel zu erwarten. Und es gebe nach wie vor einige Straßen, vor allem im ländlichen Raum, die für Wildunfälle bekannt und berüchtigt seien. „Das sind vor allem Strecken, an denen hohe Maisfelder und Böschungen bis an den Straßenrand heran stehen. In diesen befindet sich auch das Wild. Der Schritt bis auf die Straße ist oft kurz.“ Und gefährlich. Denn einen Damhirsch (immerhin sind ausgewachsene Tier bis zu 120 Kilogramm schwer) möchte niemand auf Kühlerhaube oder Windschutzscheibe wissen.

Besonders gefährdete Bereiche im Nordkreis seien Bundesstraße 202 von Oldenburg nach Kiel – und hier ganz besonders die Abschnitte zwischen Lübbersdorfer Kiesgrube und Schloss Weissenhaus. Ferner die Bundesstraße 501 zwischen Neukirchen und Klaustorf, die Landstraße zwischen Göhl und Heringsdorf, der Bereich zwischen Gruberhagen und Klostersee, Lensahner Hof bis Halendorf, die Strecke zwischen Harmsdorf und Wangels, von Schönwalde nach Stolperhufen sowie von Bliesdorf nach Brodau (siehe auch die beistehende Karte).

Höper erklärt für den Ernstfall: „Sollte es zu einem Unfall kommen und kein Mensch zu Schaden kommen, muss danach das Wild schnellstmöglich von seinen Qualen erlöst werden. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Polizei zu informieren, sondern auch den zuständigen Jäger. Leider wird der Jäger oft erst angerufen, wenn Polizei und Unfallteilnehmer sich vom Ort entfernt haben. Dann ist die Suche nach dem angefahrenen Wild besonders schwierig.“

Ein an der Unfallstelle angebrachtes Flatterband als Markierung gebe den Jägern keinen Hinweis auf die Wildart, die Schwere des Unfalls oder die Fluchtrichtung des verletzten Tieres. Würden die Jäger wieder exklusiv die Unfallbescheinigungen ausstellen, dann könnten diese Informationen laut Höper direkt beim Unfallbeteiligten abgefragt werden.

Gefahren gibt es auch für das Damwild

Nicht nur der Straßenverkehr bedroht die Wildtiere. Häufig verfangen sich besonders Damhirsche in liegengelassenen Elektrolitzen von Pferdekoppeln, im Winter hängengelassenen Tornetzen auf Spielplätzen oder verlorenen Anhängernetzen. Nicht immer gelingt es, wie auf diesem Foto rechts, den Hirsch zu befreien. Sollten Tiere nicht rechtzeitig entdeckt werden, müssen sie qualvoll sterben.

Die Jägerschaft bittet, nicht mehr genutzte Netze, Elektrolitzen oder Silofolien wegzuräumen.

Peter Mantik

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