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Ostholstein Adieu Büro, hallo Freiheit
Lokales Ostholstein Adieu Büro, hallo Freiheit
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20:27 02.08.2016
Originelle und liebevoll verpackte Geschenke zuhauf: Bernd Straßburger mit seinem „Gabentisch“. Quelle: ben

Noch wird er ohne Weckerklingeln zur üblichen Zeit wach. Auf den Weg ins Büro muss er sich aber nicht mehr machen: Nach fast 30 Jahren hat Bernd Straßburger (65), Leitender Kreisbaudirektor, sich von seinen Kollegen verabschiedet. Offiziell beginnt sein Ruhestand am 1. Oktober, bis dahin hat er noch Resturlaub. Er stehe nicht gern im Mittelpunkt, sagt er von sich selbst, und wollte daher keine große Feier. Die Reden vom Landrat, vom Kreispräsidenten, der Personalratsvorsitzenden, viele gute Wünsche von langjährigen Weggefährten, Geschenke und Überraschungen am letzten Arbeitstag haben ihn sehr gerührt: „So wohlwollende Worte. Da versinkt man in Verlegenheit, wenn man so gelobt wird und hört, dass man ein guter Chef war. Ich hatte schon einen Kloß im Hals und musste mich erstmal sammeln“, sagt er.

Herzlich gelacht wurde bei der Feierstunde aber auch. Architekt Torsten Ewers hatte einen Fernsehbeitrag ausgegraben, der 2006 von „Extra 3“ ausgestrahlt worden war. Darin erklärt Bernd Straßburger einem Fernsehteam den Unterschied zwischen einem Haus und Wohnwagen mit Zelt und warum der Kreis aufgebrachten Campern auf einem Platz im Kreisnorden nicht gestatten konnte, ihr Freizeit-Domizil mit festen Wänden sowie Extras wie Einbauküche, Dusche, Badewanne und Regenrinne auszustatten. „Wir hatten sogar einen Antrag auf Unterkellerung eines Wohnwagens“, berichtet Bernd Straßburger in dem Film, der ursprünglich für eine ernstgemeinte Rubrik beim NDR „Ärger mit Behörden – rufen Sie an“ gedreht worden war, dann aber in der Satire-Sendung landete. Die Camper ziehen darin hochempört vom Leder, fühlen sich von der Kreisbehörde verfolgt und in ihren Grundrechten beschnitten. „Die Kollegen waren bei der Filmvorführung aus dem Häuschen“, sagt Bernd Straßburger erheitert.

Fast 30 Arbeitsjahre beim Kreis Ostholstein – in der Zeit gab es über 3500 Bauleitplanungen, an denen sein Fachbereich beteiligt war, pro Jahr wurden rund 3500 Bauanträge und 1500 Voranfragen bearbeitet. In die Zeit fielen auch die Entstehung der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Lensahn, die Planung des neuen Krankenhauses in der Hospitalstraße (während der Bauphase erfolgte die Privatisierung) sowie der Bau der Gesamtschule Ratekau, der Abriss des Kreisparkhauses und Neubau des Parkplatzes an der Carl-Maria-Von-Weber-Straße. „In Ostholstein gibt es an jedem Fleck ein Wohngebiet, einen Straßenzug oder ein Bauwerk, mit dem ich zu tun hatte“, hält Straßburger fest. Sein Anliegen sei es stets gewesen, Baukultur so zu entwickeln und zu pflegen, dass wirklich gute Kultur entstehe. „Gestaltung prägt doch unsere Umwelt. Den Anspruch des Menschen, gut und adrett auszusehen, sollte man auch aufs Bauen übertragen“, findet er.

Die Geschenke seiner Kollegen werden Bernd Straßburgers Einstieg ins Pensionärsleben abwechslungsreich gestalten: Es gab Geld als Zuschuss für ein E-Bike, etliche Fahrrad-Wanderkarten und einen Gutschein für ein Konzert in der Elbphilharmonie.

Straßburgers Nachfolger als Leiter im Fachbereich Planung, Bau und Umwelt wird sein bisheriger Stellvertreter Nils Hollerbach. Rund 80 Beamte und Angestellte sind in den fünf Fachdiensten – Boden- und Gewässerschutz, Naturschutz, Regionale Planung, Bauordnung, Grundstücks- und Gebäudeservice – beschäftigt.

ben

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