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Ostholstein Adlerauge ermittelt Zustand von Ostholsteiner Straßen
Lokales Ostholstein Adlerauge ermittelt Zustand von Ostholsteiner Straßen
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22:33 15.03.2016
Quelle: hfr

26 Millionen Euro. So viel ist das Grömitzer Straßennetz noch wert. Etwa 116 Kilometer Fahrbahn wurden von der Berliner „eagle eye technologies“ GmbH bis ins kleinste Detail abfotografiert. Zuletzt war das orange-silberfarbene Messfahrzeug vergangenen Freitag unterwegs. Das Neubaugebiet Beckerkoppel, die umgebaute Obere Kirchenstraße und Fahrbahnen, deren Oberflächen jüngst eine neue Decke erhalten haben, wurden erfasst. All die anderen Straßen waren bereits 2014 an der Reihe. Dank der gewonnen Daten ist der Zustand jedes Abschnitts klar ersichtlich und kann als Grundlage für Sanierungen genutzt werden.

Dass Grömitz überhaupt auf den Einsatz des Fahrzeugs setzte, welches alle fünf Meter zehn Bilder anfertigt, ist auf eine Vorgabe der Gemeindeordnung zurückzuführen. „Zum 1. Januar 2016 sind wir verpflichtet, die Abschreibung für Straßenvermögen durchzubuchen“, erläutert Kämmerer Dietmar Schmidt.

Statt Aktenberge zu wälzen und jeden Meter Straße abzugehen und zu vermessen, kam also das „Adlerauge“ zum Einsatz. Für 50<TH>000 Euro wurden Risse, Flicken, Huckel, Straßenschilder, Bordsteine und Laternen erfasst und können nun vom Computer aus betrachtet werden. „Wenn alle Daten synchronisiert sind, kann man die einzelnen Koordinaten vermessen. Es baut sich ein digitaler Straßenbestandsplan auf“, erklärt Kim Gebauer, Vertriebsleiter von „eagle eye technologies“. „Wir können die Straßen virtuell durchfahren und bestimmte Aspekte herausfiltern“, so Schmidt.

Da verwundert es nicht, dass erst vor wenigen Tagen auch die Straßen in Grube, Dahme und Kellenhusen digitalisiert wurden. In zweieinhalb Tagen seien laut Dietmar Schmidt 100 Kilometer in drei Gemeinden abgefahren worden.

Diese Straßen in Grömitz werden bald ausgebessert

In Grömitz sollen in diesem Jahr etwa 180 000 Euro für sogenannte Unterhaltungsmaßnahmen eingesetzt werden. Montagabend entschieden die Mitglieder des Ausschusses für Verkehr, Bauwesen und Umwelt, dass in den kommenden Monaten folgende Bereiche ausgebessert werden: Langenkamp (220 Meter), Schulredder (330 Meter), Am Jachthafen (100 Meter), Wendehammer Gutenbergstraße, Wendehammer Oldenburger Straße sowie 500 Meter von Nienhagen nach Hohenhorst.

Darüber hinaus hatte die CDU den Antrag gestellt, „aufgrund des guten Haushaltsergebnisses 2015“, weitere 200 000 Euro aufzuwenden, um Teile der Dorfstraße in Guttau, die Theodor-Klinkforth- Straße, die Freienwalder Straße sowie die Hamburger Straße auszubessern. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag. Jedoch hat die Gemeindevertretung das letzte Wort. Diese tagt am 19. April. Dennoch sind die Vorhaben nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bürgermeister Mark Burmeister machte deutlich, dass die Sanierung aller kaputten Straßen nicht zu bezahlen sei. „Da müssten wir eine Null dranhängen“, betonte er.

Sebastian Rosenkötter

Zahlen, Daten, Fakten

Mit Hilfe von Kameras und GPS-Empfängern wurden 116,1 Kilometer Straßen und Wege in der Gemeinde Grömitz vermessen, insgesamt 754 391 Quadratmeter. Das entspricht rund 100 Fußballfeldern. Erfasst wurden auch 1600 Straßenlaternen, 1400 sollen auf LED-Technik umgerüstet werden.

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