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Ostholstein Ein Aegidienhof für Ahrensbök
Lokales Ostholstein Ein Aegidienhof für Ahrensbök
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18:00 05.12.2018
Nach dem Vorbild des Lübecker Aegidienhofes soll in Ahrensbök ein gemeinschaftlich organisiertes Baugebiet entstehen. Quelle: Lutz Roeßler
Ahrensbök

Die Gemeinde Ahrensbök könnte sich zum Zentrum für genossenschaftliches und alternatives Wohnen entwickeln. Nach den Plänen für ein barrierefreies Wohnprojekt am Apfelgarten wird nun eine Art Aegidienhof in Ahrensbök angestrebt. Dabei gibt es Verbindungen zu dem Lübecker Wohnprojekt, das seit Jahren erfolgreich läuft. Im Vorstandsteam der für Ahrensbök planenden Genossenschaft „Natürlich Wohnen“ sitzt Ulrike Zinßmeister, seit 2000 Verwalterin und Mitbewohnerin des Aegidienhofes, zurzeit in Ausbildung zur Heilpraktikerin und Ayurveda-Beraterin. Der Aegidienhof ist mit 52 Wohneinheiten, Praxen, Büros und Werkstätten das größte soziale Wohnprojekt in Schleswig-Holstein.

Tegelkamp heißt das Gelände (rechts) zwischen Ahrensbök, Barghorst und Bauschule, auf dem das Wohnprojekt verwirklicht werden soll. Quelle: Peyronnet

Gemeinsam mit ihren Mitstreitern, dem Architekten und Vorstandsmitglied in der Genossenschaft Marcus Schmitz und Aufsichtsrat und Meditationslehrer Stefan Kauerz stellte Zinßmeister das Projekt im Ahrensböker Planungsausschuss vor. Im Dreieck zwischen Ahrensbök, Barghorst und der Bauschule sollen auf 6,5 Hektar Fläche auf einem Gelände mit Namen Tegelkamp über zehn Jahre hinweg 150 bis 180 Wohneinheiten entstehen. 50 bis 70 sollen es im ersten Bauabschnitt sein. Erschlossen werden soll das Gebiet über die Straße Buschool, die zur Bauschule führt. Vorgesehen sind Ein- und Mehrfamilienhäuser zum Kauf oder zur Miete. „Ortsübliche Holsteiner Häuser, alle einheitlich gestaltet“, wie Schmitz ausführte.

Eine Hausverwaltung fürs Viertel

Was das Wohnprojekt von anderen Neubaugebieten unterscheide, wollten Ausschussmitglieder wissen. „Wir wollen gemeinschaftlich, natürlich wohnen, attraktiv, gesund und ökologisch“, erläuterte Zinßmeister. Außerdem generationsübergreifend und barrierefrei. „Die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens ist ein sehr erfolgreiches Modell“, fügte Kauerz hinzu, der berichtete, selbst bereits so gewohnt zu haben. Im Unterschied zu üblichen Neubaugebieten werde das Leben im Viertel moderiert, es gebe eine Hausverwaltung, es gebe im Streitfall Schlichtungen. Gemeinschaftsräume und gemeinsames Kochen sollen den Zusammenhalt fördern, ebenso wie „alles, was Menschen schön finden“, sagt Kauerz. Die drei Vertreter der Genossenschaft machten aber auch klar, was sie nicht wollen. Zinßmeister: „Wir wollen kein Dorf im Dorf. Wir wollen eine Durchmischung. Wir planen, ein Seminarhaus zu bauen mit Gemeinschaftsräumen und auch etwas im Ort anzubieten.“

Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) verwies darauf, dass das Vorhaben behandelt werde wie alle anderen auch. Das setze einen städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde und ein Bebauungsplanverfahren voraus. Er gab aber auch eine Einschätzung ab: „Wir haben es nicht mit Fantasten zu tun. Das ist ein wirtschaftliches Projekt.“ Eines, das offenbar auf großes Interesse stößt. Kauerz berichtete, es gebe bereits eine Liste von 50 Interessenten aus ganz Deutschland. „Es gibt ganz viele, die sich für ein solches Wohnprojekt interessieren.“

Ahrensbök als lebendiger Wohnort

Das wird nicht von ungefähr in Ahrensbök angesiedelt. „Wir haben uns sehr genau angeguckt, welche Angebote es in Ahrensbök gibt – und es funktioniert“, sagte Kauerz. Für die Gemeinde sprechen laut Projektbeschreibung die Lage im Dreieck zwischen Ostsee, Hamburg und Lübeck, die gute Infrastruktur im Ort, die ruhige Lage am Ortsrand mit Blick in die Landschaft und der Ruf Ahrensböks als „lebendiger und lebenswerter Wohnort“.

Die Ausschussmitglieder hörten sich die Pläne erst einmal an. Einen Beschluss oder gar den ersten Schritt zu einem Bebauungsplan gibt es noch nicht.

Susanne Peyronnet

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