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Ostholstein Ärger um Ast- und Steinwürfe
Lokales Ostholstein Ärger um Ast- und Steinwürfe
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21:19 02.06.2016
Reinhard Klostermann zeigt zwei mutmaßliche Wurfgeschosse. Er fordert, den Schulwald stärker zu beaufsichtigen. Auch sorgt er sich, dass Nachbarn von fliegenden Gegenständen getroffen werden. Quelle: Rosenkötter

Große Pause. Kinderlachen hallt durch das halb geöffnete Zimmerfenster von Reinhard Klostermann. Der Neustädter zeigt auf einen Zaun, die Grenze zwischen Schulhof und den Nachbarhäusern in der Danziger Straße. Mehr als 30 Wohnungen gibt es hier. „Viele der Mieter haben schlechte Erfahrungen mit den Grundschülern gemacht“, sagt Klostermann.

Äste, Steine und Müll seien aus dem zur Steinkampschule gehörenden Gebüsch geworfen worden. Ein Auto wurde stark beschädigt – wirtschaftlicher Totalschaden. Wie zum Beweis holt Klostermann zwei Ordner hervor. Akribisch hat er notiert, wann was passiert ist. Der erste Eintrag stammt vom 5. September 2013. Auf Fotos sind die Schäden festgehalten. Andere Bilder zeigen die Autos von Eltern, die im Halteverbot parken. Noch ein Konflikt.

Der ganze Streit hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Für Klostermann war es das demolierte Auto. Dieser Vorfall brachte für ihn das sprichwörtliche Fass zum überlaufen. Er hat Unterschriften von Nachbarn gesammelt, sein Leid in der Stadtverordnetenversammlung und im Hauptausschuss geklagt. Auch ein Anwalt ist nun eingeschaltet. Klostermann will, dass die oberste Schulaufsichtsbehörde des Landes eingreift. „Die Schulleitung nimmt ihre Aufgaben nicht wahr. Die Lehrer kommen ihrer Dienstaufsichtspflicht nicht nach“, sagt Klostermann. Zudem betont er, dass er den Schülern keinen Vorwurf mache. „Wir haben nichts gegen Kinder, die lassen in den Pausen Dampf ab. Die Lehrer sollten aber das Gebüsch stärker im Blick haben.“

Wenige Meter entfernt – im Gebäude der Grundschule am Steinkamp – sitzt Schulleiterin Michaela Grave in ihrem Büro. Seit Februar 2012 ist sie im Amt. Die Probleme mit der Nachbarschaft sind ihr bekannt. Sie weiß von geworfenen Steinen und Ästen. „Wenn es einen konkreten Vorfall gibt, werden wir tätig. Wir informieren die Eltern und schalten die AG gegen Gewalt an Schulen ein“, sagt Grave.

Sie betont, dass pro Pause vier Aufsichtskräfte im Einsatz seien – „mehr als wir stellen müssen“. Dennoch sei es nicht möglich, jederzeit jeden Winkel des Schulhofes im Blick zu haben. Darüber hinaus appelliert sie an die Anwohner, mit ihr das Gespräch zu suchen. Außerdem erklärt sie, dass das Gelände auch nach Schulschluss offen sei, es dann aber keine Kontrollpflicht seitens der Schule gebe. „Mit sind allein drei Vorfälle bekannt, bei denen Kinder von Eltern aus der Danziger Straße involviert waren.“

Intensiv mit den Auseinandersetzungen beschäftigt hat sich auch Klaas Raloff, Leiter des Amtes für gesellschaftliche Angelegenheiten der Stadt Neustadt. „Ich habe mich lange mit Herrn Klostermann unterhalten und alle möglichen Maßnahmen durchdacht.“ Dem Bau eines höheren und blickdichten Zaunes, wie Michaela Grave vorschlägt, kann Raloff nicht allzu viel abgewinnen. „Das wäre eine Variante.

Aber nicht alle Nachbarn wollen den haben. Noch fehlt eine gute Idee“, so Raloff. Dennoch sei ihm daran gelegen, die Situation zu befrieden.

Darüber hinaus appelliert er an die Eltern, sich an die Verkehrsregeln zu halten. So könne verhindert werden, dass weiterer Unmut geschürt werde.

Sebastian Rosenkötter (31) über den Streit zwischen Anliegern und der Grundschule am Steinkamp.

Wenn Äste, Steine und Müll auf das eigene Grundstück geworfen werden, ärgert sich sicher jeder von uns. Dass sich der Konflikt in Neustadt nun immer weiter zuspitzt, ist bedenklich.

Schulvertreter, Nachbarn, Kinder und Eltern sollten sich schleunigst zusammensetzen und miteinander reden. Dabei darf es nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen gehen. Vielmehr sollten wir den Schülern zutrauen, dass sie den Ärger der Anwohner verstehen und ihr Verhalten ändern. Sollte doch einmal etwas während des Spielens und Tobens in der Pause über den Zaun fliegen, wäre dies womöglich gar nicht mehr so schlimm. Schließlich waren wir alle mal Kinder . . .

 Sebastian Rosenkötter

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