Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ärger um Parkplatz-Kontrollen
Lokales Ostholstein Ärger um Parkplatz-Kontrollen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:38 13.06.2018
Bei Netto in Oldenburg dürfen Kunden maximal eine Stunde parken. Schlimmstenfalls droht, dass Autos abgeschleppt werden. Quelle: Fotos: Jen, Lg
Ostholstein

In Oldenburg haben sich erst vor Kurzem mehrere Netto-Kunden über Strafzettel beschwert. Sie sollen 25 Euro zahlen, weil ihr Auto zu lange oder ohne die geforderte Parkscheibe auf dem Kundenparkplatz stand. Nach einem entsprechenden Post bei Facebook haben einzelne Nutzer bereits dazu aufgerufen, „solche Supermärkte künftig zu meiden“. Auch im Rathaus hätten sich „mehrere verärgerte Fahrzeughalter“ gemeldet, heißt es von der Stadtverwaltung.

Für Gewerbetreibende kann es schon ein Ärgernis sein, wenn geschäftseigene Parkplätze von Anwohnern oder Kunden anderer Läden genutzt werden. Ein vermeintlich gutes Konzept gegen Falschparker versprechen externe Firmen, die den Parkraum überwachen und saftige Strafzettel verteilen. Das Vergraulen echter Kunden ist programmiert.

„Wir hätten lieber eine andere Regelung auf dem Parkplatz.Jürgen Mohr

Kaufhaus-Chef

Letztere ist allerdings nicht zuständig, wie Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) klarstellt. Netto habe einen privaten Kundenparkplatz; die Kontrolle werde von einem eigens beauftragten Unternehmen durchgeführt.

Überschreitung der Parkdauer wird geahndet

Die Supermarktkette bestätigt, dass eine Überschreitung der maximalen Parkzeit geahndet wird. Um allen Kunden einen schnellen und unkomplizierten Einkauf zu ermöglichen, sei die Parkzeit begrenzt, heißt es von Netto. „Leider kommt es auf unserem Parkplatz in Oldenburg immer wieder vor, dass einzelne Stellplätze dauerhaft blockiert werden – häufig auch von Fremdparkern“, so Pressesprecherin Damla Güder. „Um dem entgegenzuwirken, sehen wir uns leider gezwungen, die Einhaltung der Parkzeiten kontrollieren zu lassen.“ Die maximale Parkdauer in Oldenburg betrage 60 Minuten – das sei „für einen längeren Einkauf mehr als ausreichend bemessen“.

Noch teurer wird’s für Falschparker in Neustadt: 30 Euro für ein paar Minuten überzogene Parkzeit; ebenfalls 30 Euro, wenn das Fahrzeug schief in der Parkbucht abgestellt wurde und über den Begrenzungsstreifen hinausragt. Die Parkplatz- Bewirtschaftung auf der Rückseite des Eska-Kaufhauses in der Innenstadt stößt nicht nur vielen Kunden sauer auf, wenn sie ein Strafticket hinterm Scheibenwischer finden. Auch Kaufhaus-Geschäftsführer Jürgen Mohr ist immer wieder verärgert. Kunden würden sich zu Recht über das rigide Verhalten des Unternehmens Park & Control mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen beschweren. Aber Mohr kann keine Abhilfe schaffen: „Das Eska-Kaufhaus hat nichts mit dem dahinterliegenden Parkplatz zu tun“, sagt er. Anders als früher, als der Eska-Parkplatz noch mit einer Bezahlschranke ausgerüstet war, hätten die Besitzer den Parkraum zur Bewirtschaftung an Park & Control abgetreten. Mohr: „Diese Firma wurde seitens unseres Verpächters engagiert. Wir als Kaufhaus- Betreiber können da nichts machen.“ Dennoch habe man die Beschwerden nicht ignorieren können. Nach diversen Gesprächen mit der Firma, so Mohr, habe diese ihr Verhalten etwas geändert.

Bevor das ,Knöllchen’ an der Scheibe lande, gebe es nun erst eine Verwarnung. Mohrs Tipp: Lieber eine Stunde mehr bezahlen und entspannt shoppen gehen. Den Betrag für die erste Stunde bekomme man sowieso im Kaufhaus vergütet.

Auch Famila hat in Ostholstein einige Kundenparkplätze mit einer Parkscheiben-Regelung versehen, wie Unternehmenssprecherin Solveig Hannemann bestätigt. „Dazu sehen wir uns immer dann gezwungen, wenn die Parkplätze in großem Maße von Dauerparkern genutzt werden und unseren Kunden dadurch Stellplätze fehlen“, erklärt sie. An den entsprechenden Standorten werde auch kontrolliert: „Das müssen wir machen, um glaubwürdig zu bleiben.“ Famila ziehe es aber vor, diese Kontrollen – und damit auch etwaige Bußgelder – den jeweiligen Kommunen zu überlassen. Nur, falls die jeweilige Gemeinde die Parkplatzkontrolle nicht übernehmen wolle, werde eine private Firma beauftragt.

Keine Probleme im Gewerbegebiet Grube

Beim Edeka-Markt in Grube hat man diese Sorgen nicht. Chef Michael Weinberg sagt: „Mit unserer Lage im Gewerbegebiet kennen wir diese Probleme nicht.“ Ganz entspannt geht auch sein Sohn Nils Weinberg, Edeka-Markt-Chef in Oldenburg, mit Fremdparkern um: „Bei uns gibt es 200 kostenlose Parkplätze, hier ist jeder Kunde willkommen.“ Auch wer nach dem Einkauf nochmal kurz in die Stadt gehen möchte, dürfe sein Auto stehenlassen.

 Jennifer Binder und Louis Gäbler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige