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Ostholstein Ärger um Pläne für Niendorfer Neubaugebiet
Lokales Ostholstein Ärger um Pläne für Niendorfer Neubaugebiet
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09:41 08.03.2018
Auf dem Areal an der Hermann-Kröger-Straße in Niendorf soll nach Hatice Karas Vorstellung ein Neubaugebiet entstehen. Quelle: Fotos: Zill, Latzel (2)
Niendorf

Im Hauptausschuss am Dienstagabend sollte eigentlich über die Genehmigung des Kaufvertrags für das Grundstück zwischen der Hermann-Kröger-Straße, Sportplatz und dem Waldgebiet Richtung Häven gesprochen werden. Auch der erste Nachtragshaushalt 2018, der wegen des zu genehmigten Grundstückskaufs aufgestellt wurde, stand auf der öffentlichen Tagesordnung. Doch die Hauptausschussvorsitzende Nicole Hopp (WUB) verkündete, dass über den Nachtragshaushalt erst diskutiert werden kann, wenn auch die Genehmigung des Grundstückskaufs im nicht-öffentlichen Teil abgehandelt wurde.

Timmendorfer Strand benötigt bezahlbaren Wohnraum, darüber sind sich die Parteien einig. Ein Areal in Niendorf könnte nun für ein Neubaugebiet infrage kommen, sagte Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) schon beim Neujahrsempfang. Das kam bei den Fraktionen aber nicht gut an.

Gemeinde und Eigentümer unterzeichnen Vorvertrag

Hatice Kara nutzte jedoch schon zu Beginn der Sitzung die Gelegenheit, über das Baugebiet zu informieren. Sich über den Unmut der Parteien hinwegsetzend berichtete sie über den Stand der Dinge. „Wir brauchen Wohnraum“, betonte Kara. Bereits 2013 gab es laut der Verwaltungschefin eine Begehung in der Gemeinde, um potenzielle Baugebiete ausfindig zu machen. Mit dabei: Die Landesplanungsbehörde, der Kreis sowie die Untere Naturschutzbehörde (UNB). Auch das Gelände an der Hermann-Kröger-Straße wurde inspiziert. „Alle haben ihre Zustimmung signalisiert“, sagte Kara. Ende 2017 sei der Eigentümer dann auch bereit gewesen, das Areal abzugeben. Weil bereits positive Stellungnahmen seitens des Kreises, des Landes und der UNB signalisiert wurden, sei es zwischen der Gemeinde und dem Grundstückseigentümer im Dezember 2017 unter Vorbehalt der Genehmigung und Zustimmung der Gemeindevertretung am 22. März „zum Abschluss gekommen“. Sie freue sich darüber, sagte Kara über den unterzeichneten Vorvertrag. Sie wünscht sich für die neue Bebauung eine „Mischkombination“ aus Mietwohnungen, Mehr- und Einfamilienhäusern.

Fraktionen ärgern sich

über Karas Vorgehen

Nicole Hopp versuchte immer wieder, Kara in ihren Ausführungen zu stoppen. Schon Anfang des Jahres war die Politik verärgert, dass Kara den Vertragsabschluss verkündete, ohne vorher die Gremien darüber zu informieren. „Man hätte die Ausschüsse rechtzeitig einbinden müssen. Das ist bedauerlich“, sagte Franziska Echelmeyer (Bündnis 90/Die Grünen). Auch Bürgervorsteherin Anja Evers (CDU) merkte an, dass solche Themen eigentlich in den Fachausschüssen behandelt werden sollten. „Man muss es besprechen.“

Nicht nur für das Vorgehen der Bürgermeisterin hagelte es Kritik. Nach dem elf Jahre alten Landschaftsplan- und Flächenplanentwurf der Gemeinde ist das Areal als mögliche Ausgleichsfläche und vor allem Ausgleichsfläche für die Natur ausgewiesen worden. „Das Grundstück liegt unmittelbar am Naturschutzgebiet“, erklärt Echelmeyer. Deshalb scheide das Gebiet aus Naturschutzgründen aus. „Für uns als Grüne gibt es erhebliche Bedenken“, sagte Echelmeyer. Zumal ein weiteres Neubaugebiet nur mit teuren Einfamilienhäusern wie an der Blumenkoppel völlig am Bedarf vorbei gehe.

Keine Rücksichtnahme auf Einwände der Anwohner

Verärgert sind auch die Anwohner. In einem Leserbrief wies Klaus Hartwig bereits aufgrund der Wertigkeit der angrenzenden Naturflächen auf die Einhaltung des 200-Meter-Abstandes zum Wald hin, die bei der Bebauung auf dem angrenzenden Areal 1990 festgelegt worden sein soll. Zudem heißt es in einer den LN vorliegenden Begründung zum Bebauungsplan 49 vom 10. September 1991: „Eine Erweiterung des festgesetzten Wohngebietes in südliche Richtung kommt aus landschaftspflegerischer Sicht nicht in Betracht und ist auch in Zukunft nicht denkbar.“ Kara erklärte, sie könne den Unmut verstehen. Angesichts der Wohnraumsituation könne man darauf aber keine Rücksicht nehmen.

Nach dreieinhalb Stunden Sitzung vertagte der Ausschuss die Genehmigung des Grundstückskaufvertrages und den Nachtragshaushalt auf den 21. März (18 Uhr). Am 22. März (18 Uhr) tagt die Gemeindevertretung. Erst dann herrscht Klarheit.

Über die weiteren Ausschuss-Themen berichten wir morgen in Ihren LN.

Von Beke Zill

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