Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Böller im WC und Bänke im Teich: Ärger um Vandalismus
Lokales Ostholstein Böller im WC und Bänke im Teich: Ärger um Vandalismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 14.03.2019
Auf Fehmarn haben Unbekannte eine Parkbank in den Petersdorfer Dorfteich geworfen. Quelle: Jörg Weber (HFR)
Ostholstein

Beschmierte Wände, eingetretene Türen und angekokelte Handtuchspender: Vandalismus wird für Ostholsteins Kommunen immer mehr zum Problem. Mutwillige Zerstörung ist vielerorts an der Tagesordnung, die Reparaturen sind oft teuer und aufwendig. Auf Fehmarn bittet Bürgermeister Jörg Weber (SPD) nach der jüngsten Randale um Hinweise aus der Bevölkerung, Heiligenhafen prüft sogar eine Kameraüberwachung. Auch in anderen Orten ist der Ärger groß.

Die Beschädigung von öffentlichem Eigentum sei doppelt ärgerlich, betont Jörg Weber. Nicht nur würden Dinge kaputt gemacht, die für die Allgemeinheit bestimmt seien – auch werde „das Geld der Einwohner quasi in die Tonne gehauen“. Schließlich müsse die Allgemeinheit für den Schaden aufkommen. So etwas sei unbegreiflich, schimpft der Verwaltungschef, „das ist sinnlose Zerstörung und macht mich wirklich wütend“.

Randalierer verwüsten öffentliche Toiletten

Auf der Insel gebe es immer ­wieder Fälle von Vandalismus. Zuletzt haben Unbekannte öffent­liche Toiletten in Burg und Petersdorf verwüstet: Sie rissen Seifenspender aus der Wand, traten Türen ein und kokelten den Handtuchhalter an. Auch Böller seien schon in Toiletten geworfen worden, berichtet Jörg Weber, und vor Kurzem landete sogar eine ­Parkbank im Petersdorfer Dorfteich. Ebenfalls auf Trab ­hielten die Stadt Schmierereien an Gebäuden: Die versuche man so schnell wie möglich zu entfernen.

In öffentlichen Toiletten auf Fehmarn wurden Seifenspender aus der Wand gerissen. Quelle: Jörg Weber (HFR)

„Ich habe den Eindruck, die Hemmschwelle wird immer niedriger“, sagt der Bürgermeister. Neben den Kosten – allein für die Reparaturen an den WC-Häuschen musste die Stadt rund 1500 Euro bezahlen – seien es vor allem der unnötige Aufwand und die unangenehmen Folgen, die ihn ärgerten. Die Toiletten etwa hätten vorübergehend gesperrt werden müssen.

Heiligenhafen prüft Kameraüberwachung

Mit Randale auf öffentlichen Toiletten hat auch Heiligenhafen immer wieder Ärger. Allein für Reparaturen am Rathaus-WC hat die Stadt 2018 innerhalb von sechs Monaten mehr als 10 000 Euro ausgegeben. Die Verwüstungen nahmen zuletzt derart überhand, dass Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) sogar eine Kameraüberwachung ins Gespräch brachte (die LN berichteten). Das Ordnungsamt prüft zurzeit die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen solchen Schritt. Auch in Timmendorfer Strand plädieren Geschäftsleute schon seit Längerem für mehr Sicherheit durch Kameras.

Entspannter ist die Lage in Eutin: Laut Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt gibt es dort aktuell keine größeren Probleme mit Vandalismus. „Natürlich kommen immer mal wieder Schmierereien an Toiletten oder ­Gebäuden vor“, berichtet auch sie, die Kosten für die Beseitigung seien bisher jedoch gering gewesen.

Fehmarns Bürgermeister bittet Einwohner um Mithilfe

Andere Orte haben mehr zu kämpfen. In Bad Schwartau musste die Bahnhofshalle als Folge von Vandalismus monatelang gesperrt werden. In Oldenburg gab es unter anderem Ärger um beschädigte Verkehrsschilder und Straßenlaternen, herausgerissene Pflanzen und bekritzelte Hauswände. Auf besonderes Unverständnis stieß bei der Stadtverwaltung im vergangenen Sommer die Randale auf einem neu eingerichteten Grillplatz im Stadtpark: Unbekannte stahlen damals mehrfach das – zuletzt mit einer Kette befestigte – Grillrost und versuchten, eine Bank anzuzünden.

Fehmarns Bürgermeister appelliert nun an alle Einwohner, die Augen offen zu halten und sich im Rathaus oder bei der Polizei zu melden, wenn sie Zeugen von Vandalismus würden. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar“, betont er. Nur so habe man eine Chance, die Verursacher dingfest zu machen.

Jennifer Binder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Gelände wird umgestaltet – unter anderem mit neuen Bäumen. Informationstafeln sollen die Besucher in Zukunft besser informieren. Bürgermeister Volker Owerien weist Vorwürfe, das Areal sei vernachlässigt, entschieden zurück.

14.03.2019

Vor dem Antritt seines Ruhestands absolvierte der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann seinen letzten offiziellen Termin in Eutin. Anlass war die Überreichung der Auszeichnung für das Schloss.

14.03.2019

Unbekannte haben in Oldenburg einen jungen Mann schwer verletzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

14.03.2019