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Ostholstein Ärger um den Pachtvertrag fürs Teehaus
Lokales Ostholstein Ärger um den Pachtvertrag fürs Teehaus
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12:32 02.03.2014
Von außen betrachtet geht es mit dem Bau des Teehauses in Timmendorfer Strand gut voran. Intern aber gibt es offenbar erhebliche Unstimmigkeiten — etwa über das fehlende Lager an Land für die künftige Gastronomie auf der Brücke. Quelle: Fotos: S. Latzel
Timmendorfer Strand

Es scheint, als nähmen die Probleme mit dem Timmendorfer Teehaus nie ein Ende. Offenbar ist der Pachtvertrag zwischen der Gemeinde und dem künftigen Pächter, der Vivaldi AG, immer noch nicht unterschriftsreif — dabei steht die Eröffnung des Gebäudes samt Lokal auf der Seeschlösschen-Brücke eigentlich für Anfang Juni in Aussicht.

Nach LN-Informationen gibt es Unstimmigkeiten über diverse Details des Pachtvertrages. Außerdem wird der Vorwurf laut, die Gemeinde verhandele parallel mit einem anderen potenziellen Pächter.

Den LN liegen mehrere Schreiben vor, in denen Christian Kermel, Vorstandsvorsitzender der Vivaldi AG, Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) sowie Mitgliedern der Verwaltung und des Tourismus-Ausschusses von zahlreichen Schwierigkeiten berichtet. So sei der mit Tourismuschef Joachim Nitz abgestimmte Vertrag von einem Juristen, den die Gemeindeverwaltung beauftragt habe, neu entworfen worden.

Diesen neuen Entwurf kritisiert ein Anwalt der Vivaldi AG in mehr als 20 Punkten. So sei von einem Lager an Land nicht mehr die Rede, weshalb der Pächter das erste Geschoss des Teehauses als Lager nutzen müsse, das dann für Bewirtung nicht mehr zur Verfügung stehe. Die Frage sei, ob die Pacht dann nicht anders gestaffelt werden müsse. Moniert wird zudem, dass die Gemeinde die Vermietung von Räumen etwa für Feiern schriftlich erlauben und dass Investor Jürgen Hunke baulichen Veränderungen zustimmen müsse.

Beklagt wird in den Schreiben, dass sich die Gemeinde nicht mehr an den Ausschreibungstext halte, was den „schlüsselfertigen Bauzustand“ des Teehauses betrifft. Dringend erforderlich seien laut Kermel demnach Anträge zur Nutzungsänderung, bestimmte Genehmigungen — und dass die Handwerksfirmen mit dem Innenausbau beauftragt werden.

Dafür gebe es aber weder einen Leistungs- noch einen Zeitplan. „Wir sind in unseren Entscheidungen vollständig blockiert“, heißt es, die Rede ist von Frustration und Enttäuschung. Außerdem werde befürchtet, dass der Eröffnungstermin Juni 2014 platzen könne. Von Christian Kermel war keine Stellungnahme zu bekommen.

„Es ist bedauerlich, dass Details aus nichtöffentlichen Beratungen nach außen dringen“, sagt Bürgermeisterin Hatice Kara. Es sei indes nichts Besonderes, dass es im Laufe von Vertragsverhandlungen „verschiedene Entwurfsstände“ gebe. Mit baulichen Verzögerungen rechnet Kara nicht. Außerdem erklärt sie, dass seitens der Gemeinde „keine offiziellen Gespräche“ mit einem potenziellen anderen Pächter fürs Teehaus stattgefunden hätten. „Im nichtöffentlichen Teil der Beratungen ist allerdings ein Vorwurf erhoben worden, den ich klären muss.“

„Die politische Beschlusslage ist eindeutig“, sagt Kai Ingo Menke-zum Felde (CDU), Vorsitzender des Tourismus-Ausschusses, zum Teehaus. Die Timmendorfer Gemeindevertretung habe dafür gestimmt, dass die Verwaltung mit Kermel einen Pachtvertrag schließen soll. „Die Verwaltung hat einen klaren Auftrag“, so Menke-zum Felde. „Wir möchten, dass im Juni eröffnet wird.“ Die Aushandlung des Vertrages gehöre zum operativen Geschäft, „dazu kann ich als Ausschuss-Vorsitzender nichts sagen“.

Brisant erscheint indes ein weiterer Absatz in einem Schreiben Kermels vom 13. Februar. Demnach sei ihm zugetragen worden, dass insgeheim Verhandlungen mit einem ortsansässigen Hotelier geführt würden, dessen Hotel in der Nähe der Seebrücke liege. Dazu erklärt Christian von Oven, dessen Familie das an der Brücke gelegene Hotel „Seeschlösschen“ betreibt und der als Mitglied der WUB (Wählergemeinschaft Unabhängiger Bürger) stellvertretender Vorsitzender im Tourismus-Ausschuss ist: „Vonseiten der Gemeinde gab es mit uns keine offiziellen Gespräche hinsichtlich der Verpachtung des Teehauses.“

Es sei lediglich nachgefragt worden, „warum wir uns bei der Ausschreibung des Teehauses nicht beworben haben“. In diesem Zusammenhang habe er geäußert, so von Oven, „dass wir uns unter der ursprünglichen Konzeption des Teehauses mit einer hohen Wahrscheinlichkeit beworben hätten“.

Sabine Latzel

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