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Ostholstein Ahrensbök: Vier Standorte für Windkraftanlagen
Lokales Ostholstein Ahrensbök: Vier Standorte für Windkraftanlagen
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21:31 11.05.2017
Noch mehr Windräder in Aussicht: Grundsätzlich stehe Ahrensbök der Windenergie offen gegenüber, sagt der Bürgermeister. Quelle: Foto: Peyronnet

Vier potenzielle Standorte für Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet und eine mögliche Anlagenhöhe von bis zu 200 Metern: Diese Ansagen bergen an sich reichlich Konfliktpotenzial. Doch der Informationsabend zur Windkraft-Planung für die Gemeinde Ahrensbök verlief in für dieses Thema überraschend geordneten Bahnen – vielleicht, weil Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) einer Grundsatz-Diskussion über das Für und Wider in puncto Windkraft gleich zu Beginn eine Absage erteilte. „Wir wollen vielmehr zeigen, wo Flächen vorgesehen sind“, erklärte er den gut 70 Zuhörern im Bürgerhaus. „Es soll hinterher niemand überrascht sein – und Sie sollen Ihre Möglichkeit nutzen, sich in das Verfahren einzubringen.“

Regionalpläne vorgestellt – Stellungnahmen bis 30. Juni einreichen.

Plan III

Im Internet sind die Regionalpläne Windenergie unter der Adresse www.bolapla-sh.de zu finden. Plan III zeigt auch die Flächen in Ostholstein. Unter der Rubrik „Reden Sie mit“ können Stellungnahmen verfasst werden.

Nach der Neuaufstellung der Regionalplanung kommen exakt 1,98 Prozent des Ahrensböker Gebietes als Windkraft-Standorte infrage (die Gemeinde ist mit einer Größe von 95 Quadratkilometern die viertgrößte Flächengemeinde in Schleswig-Holstein). Dabei sind sechs neue, 150 Meter hohe Anlagen nördlich von Cashagen bereits genehmigt und sollen ab dem nächsten Monat gebaut werden. Damit entsteht dort der CGLT-Windpark (Cashagen, Grebenhagen, Lebatz, Tankenrade), für den eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. „Die Bauleitplanung war schon gestartet, als die Regionalplanung gekippt wurde“, erklärt Zimmermann diese Ausnahme. An Cashagen reicht vom Süden her zudem der Windpark Obernwohlde heran, der sich allerdings nicht mehr auf Ahrensböker Gebiet befindet.

Eine weitere Ausnahmegenehmigung für Windkraftanlagen gibt es in Ahrensbök nicht, betonte der Bürgermeister. Dem Projekt einer Kieler Firma, die in der Gemarkung Gnissau drei Anlagen bauen wollte, wurde das gemeindliche Einvernehmen versagt. „Das hat aber nichts mit der Landesplanung zu tun“, sagt Zimmermann weiter. Heißt: Südlich von Gnissau sind drei Flächen ausgewiesen, die weiterhin potenzielle Standorte sind.

Vielleicht drei Anlagen könnten zudem bei Holstendorf entstehen. Für dieses Areal gibt es bereits einen „Vorhabenträger“, der seine Pläne am Donnerstag, 18. Mai, im Ahrensböker Ausschuss für Planung und Umwelt vorstellen will. Ein weiteres Gebiet findet sich östlich von Siblin. „Die Flächen sind von Eignungs- zu Vorranggebieten geworden, das ist ein wichtiger Unterschied“, erläuterte Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein. Das bedeute, dass die Nutzung der Areale für Windkraftanlagen jetzt Vorrang vor anderen Vorhaben habe.

In der ersten Planungsrunde können sich die Bürger noch bis zum 30. Juni mit Einwänden und Vorschlägen beteiligen. „Wir gehen aber davon aus, dass es weitere Runden geben wird und die Pläne beklagt werden“, sagt Zimmermann überzeugt: „Entweder von denen, die unbedingt Windkraft wollen, oder von denen, die sie keinesfalls wollen.“ Wie weit diesbezüglich die Wünsche auseinander driften können, wurde auch auf der Versammlung deutlich: Während der eine monierte, wie schwer es sei, das Vorkommen von geschützten Greifvögeln per Gutachten zu belegen, erkundigte sich ein anderer durch die Blume, ob man ein solches Vorkommen auch diskret verheimlichen dürfe.

Nicht beantworten konnten der Bürgermeister und der Planer die Frage, welche Änderungen sich unter einer neuen Landesregierung ergeben könnten. „Im Zweifelsfall gibt es Verbesserungen“, hofft Zimmermann – beispielsweise könnten höhere Abstände zur Wohnbebauung beschlossen werden. Unabhängig davon appelliert der Bürgermeister an die Einwohner, ihre Stellungnahmen abzugeben: „Nutzen Sie die Chance, sich zu positionieren.“

 Sabine Latzel

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