Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ahrensbök hat wieder eine Gleichstellungsbeauftragte
Lokales Ostholstein Ahrensbök hat wieder eine Gleichstellungsbeauftragte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 17.12.2015
Bürgermeister Andreas Zimmermann (l.) und Bürgervorsteher Hans-Joachim Dockweiler gratulierten Ulrike Stade nach der Wahl. Quelle: S. Latzel
Anzeige
Ahrensbök

Eigentlich ist die Verabschiedung des Haushalts fürs kommende Jahr ein Klassiker für Gemeindevertretersitzungen im Dezember. Doch dieser Punkt tauchte auf der Tagesordnung für die Ahrensböker Kommunalpolitiker am Dienstagabend im Bürgerhaus gar nicht auf. Der Grund ist ein Defizit von 1,5 Millionen Euro, das der Verwaltungshaushalt nach aktuellem Planungsstand für 2016 immer noch aufweist, erklärt Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos). „Die Fraktionen und die Verwaltung wollen deshalb weiter beraten, wo noch gespart werden kann“, sagt er. Deswegen wird über den Haushalt erst bei der nächsten Sitzung am Donnerstag, 28. Januar 2016, abgestimmt.

Einen bunten Themen-Mix konnten die Zuhörer dennoch verfolgen, wobei sich unter ihnen auch eine Delegation aus Grevesmühlen befand. Mit der Stadt in Nordwestmecklenburg verbindet die Gemeinde Ahrensbök seit 25 Jahren eine Partnerschaft, was im Anschluss an die Sitzung mit Imbiss und Umtrunk im Herrenhaus am Steindamm gewürdigt wurde.

Vorher gab es grünes Licht für zwei auf je zwei Jahre befristete Planstellen in der Verwaltung, die möglichst schnell besetzt werden sollen, um diejenigen Verwaltungsbereiche zu entlasten, die mit allen Belangen rund um die Flüchtlinge betraut sind. „Bislang haben wir das ohne Personalaufstockung gewuppt“, erklärte Zimmermann, „und zwar, wenn ich an die Mitarbeiter denke, mit Bravour.“ Doch jetzt sei die Verwaltung an der Belastungsgrenze angekommen.

Mit Ulrike Stade ist das Ehrenamt der Gleichstellungsbeauftragten wieder besetzt, das in Ahrensbök zehn Jahre lang vakant war. Die CDU-Fraktion erklärte zwar, sie sei für eine andere Kandidatin mit Wohnsitz in der Gemeinde und votierte deshalb gegen Stade, die eine Segeberger Adresse als Anschrift nennt. Dennoch wurde die 55-Jährige mit zehn zu sieben Stimmen (bei einer Enthaltung) gewählt. Sie wohne seit einem Jahr in Hohenhorst, erklärte Stade, und sei als Ausdauersportlerin nicht so schnell kleinzukriegen.

Bürgermeister Zimmermann berichtete, dass die Gemeinde bei der Unteren Naturschutzbehörde die Unterschutzstellung des Gebietes rund um die ehemaligen Kiesgruben bei Lebatz beantragt habe. Dort wollte die Firma Becker-Bau Bornhöved ursprünglich eine Deponie einrichten. Mittlerweile gehöre das Areal der Strabag AG, so Zimmermann. Er sei zuversichtlich, dass das Gebiet als „geschützter Landschaftsteil“ ausgewiesen werde.

Eine Änderung der Hundesteuer wurde einstimmig beschlossen. Dabei geht es zunächst um bestimmte Inhalte. So wird — nach einem Beschluss des Landtages — auch in Ahrensbök die sogenannte Rasseliste abgeschafft. Ob ein Hund als gefährlich eingestuft wird oder nicht, richtet sich demnach künftig „ausschließlich nach dem konkreten Verhalten eines Hundes“. Weiterhin als gefährlich eingestuft werden allerdings Hunde der Rassen Pitbull-Terrier, American-Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier. Die Steuer für den ersten gefährlichen Hund liegt in Ahrensbök bei 536 Euro im Jahr (sowie bei 776 Euro für den zweiten und 1024 Euro für jeden weiteren gefährlichen Hund). Ab 2016 werden außerdem alle in einem Haushalt lebenden Hunde „als gemeinschaftliches Halten angesehen“ — das heißt, dass nicht länger zwei Hunde über zwei verschiedene Personen angemeldet werden können, um Hundesteuer zu sparen. Der erste Hund kostet 60 Euro im Jahr, der zweite 90

Euro und jeder weitere 120 Euro.

Noch — denn die Haushaltsprobleme werden laut Zimmermann weitere Erhöhungen zur Folge haben. Das könne die Hundesteuer betreffen, aber auch andere Bereiche, etwa die Elternbeiträge zur Kindertagesbetreuung. Darüber wird aber erst 2016 entschieden.

„Ich bin als Ausdauersportlerin nicht so schnell kleinzukriegen.“
Ulrike Stade, Ahrensböker Gleichstellungsbeauftragte

Sabine Latzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige