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Ostholstein Ahrensbök setzt auf Whatsapp
Lokales Ostholstein Ahrensbök setzt auf Whatsapp
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08:00 10.02.2019
Schon lange nutzt Bürgermeister Andreas Zimmermann Facebook, um zu verfolgen und zu verbreiten, was in seiner Gemeinde Thema ist. Jetzt setzt er auch auf Whatsapp. Quelle: Peyronnet
Ahrensbök

In welchem digitalen Netzwerk sind fast alle? Bei Whatsapp. Diese Erfahrung hat der Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) gemacht, auch im Kreise seiner Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung. Und deshalb geht die Gemeinde Ahrensbök neue Wege bei der Kommunikation mit ihren Bürgern. Ab nächste Woche ist die 8200-Einwohner-Gemeinde auf Whatsapp.

Nein, eine Whatsapp-Gruppe ist es nicht, was der Bürgermeister ins Leben ruft. Aber doch so etwas in der Art. Die Mitarbeiter im Rathaus haben ein Format erarbeitet, das es ermöglicht, mit einem Knopfdruck alle angeschlossenen Bürger zu informieren. „Wir werden die erste Gemeinde in Schleswig-Holstein sein, die ihre Bürger über Whatsapp erreicht“, kündigt Zimmermann an. „Die Polizei nutzt Twitter, um Menschen zu lenken. Auch wir können etwa über Straßensperrungen informieren oder die Veranstaltungen von Vereinen bekannt machen“, sagt der Bürgermeister. Vor allem aber will er die Einwohner über Sitzungen und Entscheidungen der Kommune informieren.

Newsletter und Facebook

Immer wieder hat es in der Vergangenheit Kritik daran gegeben, dass solche Informationen nicht rechtzeitig bei den Betroffenen waren, etwa bei der Diskussion um das umstrittene Neubaugebiet Löhnskoppel. Dabei tut Ahrensbök viel, um die Einwohner auf das aufmerksam zu machen, was im Rathaus beraten wird. 237 Empfänger erhalten regelmäßig einen Newsletter, den sie abonniert haben. Zimmermann hat sich einen Namen als Facebook-Bürgermeister gemacht, der im sozialen Netzwerk anstehende Termine postet, Beschwerden entgegennimmt und Fragen beantwortet. Auch mal am Wochenende oder am Abend.

83 Prozent sind bei Whatsapp

Und doch reicht das offenbar nicht aus, wie die Beschwerden gezeigt haben. Also hat Zimmermann darüber nachgedacht, wo die meisten Bürger zu finden sind. Da war Whatsapp die naheliegende Antwort. „Das virale Verbreiten geht auf Whatsapp besser, ob es nun bei einem Wasserrohrbruch ist oder bei was auch immer.“ Nachrichten in dem Messenger-Dienst verbreiten sich schneller als vieles andere. In der Fachsprache heißt das, etwas „geht viral“. Dass Whatsapp diese schnelle Verbreitung ermöglicht, kann wohl jeder bestätigen, der Mitglied in Whatsapp-Gruppen ist. Nach Angaben der GfK, der Gesellschaft für Konsumforschung, sind 2018 in Deutschland 83 Prozent der sogenannten Online-Bevölkerung über Whatsapp vernetzt. Im Durchschnitt nutzen 89,4 Prozent der 14- bis 60-Jährigen den Dienst täglich oder mehrfach in der Woche.

So geht’s in die Gruppe

Die Whatsapp-Kommunikation der Gemeinde Ahrensbök beginnt in der kommenden Woche. Wer dabei sein will, kann sich dafür ab sofort anmelden. Das geht über einen Button auf der Webseite www.ahrensboek.de, per Mail an info@ahrensboek.de oder über einen QR-Code auf der Webseite. Nach der Anmeldung muss online die Zustimmung zur Datenschutzerklärung angeklickt werden.

Kontakt hinzufügen: Zunächst muss auf dem eigenen Smartphone ein Kontakt mit der Nummer 01 57 92 45 52 00 angelegt und beispielsweise mit Newsletter Ahrensbök oder ähnlich benannt werden. Als Avatar erscheint das Wappen von Ahrensbök. Anschließend muss die Nachricht „Start“ an diesen Kontakt gesendet werden.

Prompt erscheint eine Antwort: „Vielen Dank, Ihre Anmeldung war erfolgreich.“ Weiter wird darauf hingewiesen, dass die unter einem Link mitgeteilten Datenschutzbestimmungen einzuhalten sind. Wer damit nicht einverstanden ist oder aus dem Verteiler herausgenommen werden möchte, sende „Stop“.

Das Ahrensböker Modell soll keine Einbahnstraße sein, jedenfalls keine richtige. Zwar werde es in der Gruppe keine Dialoge geben. Das könnte auch etwas anstrengend werden, wenn 500, 600 oder mehr Mitglieder auf eine Nachricht mit einem Daumen-hoch-Emoji reagieren. Aber Bürger können die Gemeinde darüber kontaktieren. Ein von der Verwaltung erarbeitetes Format ermöglicht es, innerhalb kurzer Zeit eine qualifizierte Zwischenantwort zu geben, erklärt Zimmermann. Bespielen werden den Kanal die Rathaus-Mitarbeiterinnen Petra Klevenhaus und Sabrina Smode.

Petra Klevenhaus sitzt im Vorzimmer des Ahrensböker Bürgermeisters und bespielt Whatsapp. Quelle: Susanne Peyronnet
Auch Sabrina Smode stellt Informationen bei Whatsapp ein und nimmt Hinweise und Verbesserungsvorschläge von Bürgern entgegen. Quelle: Susanne Peyronnet

Aus dem Kieler Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung heißt es, dass das Ministerium es begrüße, wenn Gemeinden die Digitalisierung für sich als Chance ergreifen. Die Wahl des Werkzeugs sollte dabei davon abhängig gemacht werden, was damit erreicht werden soll und wie datensicher es ist. „Die Landesregierung arbeitet aus Gründen der Daten- und IT-Sicherheit derzeit deshalb an einem eigenen, sicheren Messenger“, teilte Ministeriumssprecher Joschka Touré mit. „Aufgrund ungeklärter Fragen zum Datenschutz und zur Datenweiterverwendung bei Whatsapp haben wir uns für diesen Weg entschieden.“ Der Messenger sei für die interne Kommunikation gedacht.

Es muss Alternativen geben

Die Landesbeauftragte für Datenschutz, Marit Hansen, teilte mit, nicht genug Informationen für eine abschließende Bewertung des Ahrensböker Whatsapp-Modells zu haben. „In jedem Fall ist mir aber wichtig, dass jede Gemeinde ihre öffentlichen Informationen so zur Verfügung stellt, dass jede Bürgerin und jeder Bürger eine Möglichkeit hat, auf datenschutzfreundliche Weise darauf zuzugreifen. Einwohnerinnen und Einwohner, die aus guten Gründen kein Whatsapp nutzen wollen, dürfen nicht schlechtergestellt sein.“ Für Informationen und Verbesserungsvorschläge müssten alternative Wege offenstehen.

Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, wie es läuft und ob Zimmermann aufs richtige Pferd gesetzt hat. Auf jeden Fall möchte er die Newsletter-Nutzer gerne zu Whatsapp ziehen, aber vor allem noch viel mehr Menschen erreichen. „Wenn wir nicht mehr als meine 1557 Facebook-Freunde haben, werden wir es wieder kappen. Es muss mehr sein“, sagt der Bürgermeister. Denn der Aufwand sei groß, außerdem müsse die Software bezahlt werden.

Susanne Peyronnet

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