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Ostholstein Baugenehmigung fehlt: Sitzungssaal gesperrt
Lokales Ostholstein Baugenehmigung fehlt: Sitzungssaal gesperrt
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18:10 11.02.2019
Bürgermeister Andreas Zimmermann und Bauamtsleiterin Eike Cleven stehen im Sitzungssaal des Ahrensböker Rathauses. Dort darf künftig nicht mehr getagt werden. Quelle: foto: Susanne Peyronnet
Ahrensbök

Im Ahrensböker Rathaus ist jahrelang illegal gesessen worden. Der Sitzungssaal im ersten Obergeschoss des 1985 erbauten Verwaltungsgebäudes war offenbar nie als solcher genehmigt. Das ist nur niemandem aufgefallen. Als die Verwaltung jetzt plante, einen Fahrstuhl in den bereits bestehenden Fahrstuhlschacht einzubauen und das Rathaus barrierefrei zu machen, entdeckte die damit beauftragte Architektin das Fehlen einer Baugenehmigung.

Jahrelang war der große Raum im ersten Stock des Rathauses geteilt. Auf der einen Seite gab es Büros, auf der anderen Besprechungsräume für die Fraktionen. Irgendwann, niemand weiß mehr genau wann, wurde daraus ein großer Sitzungssaal. An sich kein Problem. Aber offenbar, vermuten Bauamtsleiterin Eike Cleven und Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos), wurde schon beim Bau oder irgendwann später nie daran gedacht, für einen Sitzungssaal eine Baugenehmigung einzuholen. In der Baugenehmigung vom 19. Juli 1983 sind für das erste Obergeschoss lediglich zwei Fraktionsräume und ein Stuhllager aufgeführt.

Der Saal ist ab sofort gesperrt

Die Konsequenz: Der Sitzungssaal darf nicht mehr für öffentliche Veranstaltungen, auch nicht für Ausschusssitzungen, genutzt werden. Zimmermann: „Baurecht gilt ja auch für die Gemeinde.“ Aber nicht nur wegen der fehlenden Genehmigung finden dort keine Sitzungen mehr statt, sondern auch, weil der Brandschutz für eine größere Menschenmenge nicht ausreichend ist. Ob und wie sich das beheben lässt, ist noch unklar. Im Bauausschuss wurde erläutert, es dürften maximal zehn Personen im Sitzungssaal sitzen. Mehr könne die Feuerwehr im Brandfall nicht über Leitern retten.

Nein, hier geht es nicht mehr zum Sitzungssaal im ersten Stock des Ahrensböker Rathauses. Der Saal, bestehend aus einer Kombination von Sitzungsraum I und II, ist für Sitzungen gesperrt. Quelle: Susanne Peyronnet

Wie ein besserer Brandschutz aussehen könnte, ist unklar. Ein zweites, außen angebautes Treppenhaus dürfte ein Problem sein, das Rathaus soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Es ist ein laut Denkmalschutzamt ein hochwertiges Gebäude der Nachkriegsmoderne, entworfen von dem Kieler Architekten Diethelm Hoffmann. Das quadratische Gebäude ist so streng formalistisch gehalten wie der barocke Schlossgarten, der sich früher auf dem Gelände befand. Jeder Anbau würde das Gesamtbild des Gebäudes zerstören.

Das Ahrensböker Rathaus basiert auf einer quadratischen Form und soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Sitzungssaal liegt im ersten Stock. Quelle: Peyronnet

Alternativen für den Brandschutz könnten eine Vernebelungsanlage für das Treppenhaus sein, die einen Brand mit winzigen Tröpfchen löscht, oder eine hochmoderne Funk-Brandmeldeanlage, die frühzeitig vor einem Feuer warnt. Aber das ist erstens teuer und löst nicht das Problem der fehlenden Baugenehmigung. Die Verwaltung wird nun zunächst einen Umnutzungsantrag, also eine abgeänderte Baugenehmigung, vorbereiten.

Ausschüsse weichen auf andere Gebäude aus

Die Pläne für den Fahrstuhl wurden vorerst gestoppt. Die Ausschüsse weichen unterdessen auf andere Gebäude aus. Die ersten tagten bereits in der Mensa der Arnesbokenschule. Der Planungsausschuss trifft sich am 12. Februar im Feuerwehrhaus in Gnissau, der Schulausschuss am 14. Februar im Haus für Jugend und Familie, der Hauptausschuss am 19. Februar wiederum in der Mensa der Arnesbokenschule und der Sozialausschuss am 21. Februar in der Gillhalle (alle um 18 Uhr). Die Gemeindevertretung tagt seit jeher im Bürgerhaus.

Auch auf unserer Facebook-Seite wird über dieses Thema diskutiert.

Susanne Peyronnet

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