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Ostholstein Aktionsbündnis: Kerlen will aufhören
Lokales Ostholstein Aktionsbündnis: Kerlen will aufhören
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20:26 19.01.2018
Aktivposten Hendrick Kerlen (2. von rechts) – hier 2016 beim Mai-Protestpicknick gegen die feste Beltquerung in Puttgarden. Quelle: Foto: Schwennsen
Landkirchen a. F

Der Grund: Kerlen wird dieses Jahr 80 und möchte gerne einem Jüngeren Platz machen. „Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Belttunnel möchte ich aber gerne noch auf die Schiene bringen“, betonte er auf der Mitgliederversammlung in Landkirchen.

Mit 429 Mitgliedern, davon über 200 auf Fehmarn, ist das Aktionsbündnis als älteste Initiative gegen die feste Beltquerung weiterhin eine starke Kraft. Sie geht aber ihren eigenen Weg. Das Aktionsbündnis gehört zwar der Allianz von derzeit 13 Bürgerinitiativen gegen die Beltquerung an, distanziert sich aber von deren Teilnahme am Dialogforum. Kerlen: „Es ist eine Schwatzbude. Und sie manipuliert einseitig die Öffentlichkeit.“ Auch die Teilnahme auf den Zuhörerplätzen hat das Aktionsbündnis daher inzwischen eingestellt. Augenfälliger konnte das Signal aus Landkirchen nicht sein:

Die Mitgliederversammlung fand zeitgleich mit der Sitzung des Dialogforums in Oldenburg statt.

Nur mit einem hohen Spendenaufkommen kann das Aktionsbündnis die immensen Kosten für Rechtsberatung und Gutachten für seinen Widerstand stemmen. Kerlen: „Wir haben zum Glück Großspender, die gegen das unsinnige Milliardenprojekt sind und auf die wir uns verlassen können.“

Trotzdem wächst die Sorge, die Herausforderungen könnten in diesem Jahr alle bisherigen übertreffen. So rechnet Kerlen für das dritte Quartal mit einem Planfeststellungsbeschluss zum Belttunnel.

Kerlen: „Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass der Beschluss mitten in die Sommerferien fällt. Dann haben wir vier Wochen Zeit, unsere Klage einzureichen und sie zu begründen.“

Sollten die dänischen Bauherren den Beschluss schon als Signal werten, dass sie die Bagger anrollen lassen können, müsste das Aktionsbündnis versuchen, dies per Eilantrag zu verhindern. „Dafür hätten wir nur zwei Wochen Zeit“, so Kerlen. Er selbst glaubt aber, dass Femern A/S nicht beginnt, bevor die Klage durch ist.

Parallel laufen die Einwendungen des Aktionsbündnisses gegen die Schienen-Hinterlandanbindung, gegen die Sundquerung und die Klage gegen den Ausbau der B 207. In letztgenannter Sache steht eine Verhandlung vor dem OVG Schleswig, mit der zunächst 2017 gerechnet wurde, noch aus.

Außerdem engagiert sich das Bündnis auch bei den künftigen Windkraft-Vorrangflächen und beim laufenden Genehmigungsverfahren zu Schweinemastanlagen auf Fehmarn. 126 Aktivitäten bilanzierte Kerlen für 2017. Der Vorschlag, auch noch Umwelt- und Naturschutz-Aktionen zu planen, stieß angesichts dieser Aufgabenfülle daher auf Zurückhaltung.

Zu Beginn der Sitzung gedachten die Mitglieder in einer Schweigeminute ihres verstorbenen langjährigen Mitstreiters Rolf König.

Von Gerd-J. Schwennsen

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