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Ostholstein Alarm beim Einzelhandel in der Altstadt
Lokales Ostholstein Alarm beim Einzelhandel in der Altstadt
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13:14 07.03.2018
„Pläne sind aggressiv und verheerend. Claus-Michael Rathjen 2. Vors. „Attraktive Burger Altstadt“
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Burg a. F

Stein des Anstoßes ist die seit langem geplante Erweiterung der Einzelhandelsmärkte von Edeka und Aldi im Landkirchener Weg. Für den B-Plan 60 hat der Bau- und Umweltausschuss im November einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Umstritten war er auch bei den Kommunalpolitikern.

Es gab nur eine Mehrheit von sieben zu vier Stimmen. Das Thema rumort weiter. Hauptknackpunkt: Neben der Erweiterung der beiden bestehenden Märkte und einer Neuordnung der unbefriedigenden Parkplatzsituation soll zusätzlich ein Drogeriemarkt der Kette dm angesiedelt werden. Genannt wird eine Verkaufsfläche von maximal 750 Quadratmeter.

Sorge um Attraktivität in der Innenstadt

Rathjen fordert ein vielfältiges Angebot an Versorgung, Dienstleistung, Kultur und Gastronomie sowie eine hohe Aufenthaltsqualität, damit eine Innenstadt wie Burg im Wettbewerb bestehen könne. Auch der bisherige Vorsitzende Andreas Joswig sorgt sich um den Strukturwandel im Einzelhandel, steigenden Wettbewerbsdruck und den zunehmenden Verlust an Inhaber-geführten Einzelhandelsgeschäften: „Sie gefährden Attraktivität, Abwechslungsreichtum und Arbeitsplätze in der Altstadt.“

Vertraut hat ABA auf das Einzelhandels- und Zentrengutachten, das von der Stadt bei der CIMA in Auftrag gegeben wurde. Die Gutachter betonen darin, dass durch Vergrößerung der Handelsflächen am Sonderstandort Burg-West der Innenstadt „kein Schaden“ zugefügt werden dürfe. CIMA wie Landesplanung hätten daraufhin lediglich einer moderaten Verkaufsflächenerweiterung zugestimmt, nicht der Ansiedlung eines zusätzlichen Drogeriemarktes.

Es drohen hohe Umsatzrückgänge

Ein vom Vorhabenträger beauftragtes Verträglichkeits-Gutachten ebenfalls der CIMA komme, so Rathjen, sogar zu „verheerenden“ Ergebnissen: Umsatzrückgänge bei Drogerieartikeln bis 50 Prozent, bei Lebensmitteln von 14,7 Prozent. Die Betriebsaufgabe eines Innenstadt-Drogeriemarktes werde nicht ausgeschlossen. Dennoch befürchteten die Gutachter keinen dauerhaften Leerstand, da die Innenstadt insgesamt stark und leistungsfähig sei.

Nach Überarbeitung des Konzeptes – so durch eine reduzierte Verkaufsfläche bei Edeka und Aldi – stimmte die Politik dann zähneknirschend zu. Daraufhin hätten, so Rathjen, zahlreiche ABA-Mitglieder, aber auch Betroffene, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, Widerspruch bei der Stadt eingelegt – bislang ohne Antwort.

 Von Gerd-J. Schwennsen

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