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Albig macht Druck beim Projekt Fehmarnbelt-Querung

Fehmarnbelt Albig macht Druck beim Projekt Fehmarnbelt-Querung

Kopenhagen - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) fordert mehr Tempo bei den Planungen für den Ausbau der Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbelt-Querung.

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD, re.) und Dänemarks Außenminister Villy Søvndal in Kopenhagen.

Quelle: dpa

„Der Bund steht in der Pflicht, wir dürfen nicht zur europäischen Lachnummer werden in Deutschland“, sagte Albig heute bei seinem Antrittsbesuch in Kopenhagen. Dänemark stehe zu dem Projekt. Es müsse aber bis nach Hamburg gehen und dürfe nicht auf Fehmarn enden.

Das größte in Nordeuropa anstehende Bauprojekt sieht einen Senktunnel für Auto und Eisenbahn zwischen der Insel Fehmarn und Lolland mit einer Länge von 19 Kilometern vor. Die Hauptkosten in Höhe von 5,5 Milliarden Euro - gerechnet in Preisen von 2008 - trägt die dänische Seite. Über Mautgebühren für die Tunnelnutzung will ein dänisches Betreiberkonsortium seine Investitionen refinanzieren.

Eine Herangehensweise, für die Albig in Berlin werben will, insbesondere wenn es um den Ausbau der Sund-Querung geht. Wenn das Projekt Beltquerung ein Erfolg werden solle, müsse es zu Ende gedacht werden, sagte Albig. Mit Blick auf die Debatten mit dem Bund fügte er hinzu, er wolle Dänemark als Partner sehen.

Dänemarks Außenminister Villy Søvndal antwortete nach dem Treffen diplomatisch, in diese innerdeutsche Debatte mische sich das Land nicht ein. „Der Tunnel sorgt dafür, dass unsere Länder enger zusammengeknüpft werden.“ Laut Transportminister Henrik Dam Kristensen verläuft beim Querungs-Projekt „alles planmäßig“.

Beide Seiten verständigten sich auf einen Masterplan zwischen dem Kieler Verkehrs- und dem dänischen Bauministerium. Sie rechnen mit 2.500 direkten Arbeitsplätzen während der Bauzeit sowie 1.300 weiteren bei Zulieferern. Dänemarks Bauminister Carsten Mogens Hansen betonte, „es geht darum, eine neue Region aufzubauen“.

Am Mittag hatte Dänemarks Königin Margrethe II. Albig zu einer Privataudienz empfangen. Ob er während des Gesprächs auf Schloss Amalienborg Nervosität verspürt habe, wurde er anschließend gefragt. „Bei der Königin nicht, nein“, antwortete der Regierungschef unter Gelächter. Und schien doch ein wenig erleichtert: „Ich war etwas zurückhaltender, als ich sonst vielleicht bin.“ Knapp 30 Minuten lang sprachen beide miteinander, vor allem über die Kultur in der gemeinsamen Grenzregion.

Albigs Antrittsbesuch in Kopenhagen sollte vor allem verlorenes Vertrauen wieder herstellen. Thema waren die von dem Kieler Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) geplante Gleichstellung dänischer Schulen ab 2013. Die von der Vorgängerregierung aus CDU und FDP vorgenommenen Kürzungen hatten im Nachbarland für Verärgerung gesorgt. „Wir sind sehr froh, dass eine Lösung gefunden worden ist“, sagte Søvndal.

Etwa 800 dänischen Firmen, das ist mehr als ein Drittel aller Unternehmen, haben einen Standort in Schleswig-Holstein und beschäftigen 14 000 Menschen. Mit seinem Vortrag in der deutsch-dänischen Außenhandelskammer beschwor Albig denn auch den Beginn einer deutsch-dänischen Dekade herauf. Er verwies auf die gemeinsamen Chancen durch die geplante Querung („ein Tunnel, der eine mentale Brücke schlägt zwischen Dänen und Deutschen“).

„Ich bin mit offenen Armen empfangen worden“, sagte Albig. Morgen will er Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt und auch den Vorstandsvorsitzenden der Betreibergesellschaft Femern A/S, Claus F. Baunkjaer, treffen.

LN

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