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Alljährliches Schießtraining zum Wohle des Wildes

Bad Schwartau/Kasseedorf Alljährliches Schießtraining zum Wohle des Wildes

Einmal Jäger, immer Jäger? Diesen Automatismus will die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein (AGNJ) aufbrechen. Sie setzt sich dafür ein, dass Jäger regelmäßig eine Schießprüfung ablegen müssen. Die Mitglieder unterzogen sich jetzt dieser Pflicht.

Jäger Hans Ulrich aus Damendorf (Hüttener Berge) legt im Bad Schwartauer Schießzentrum „Treffpunkt“ auf einen Keiler an.

Quelle: Peyronnet

Bad Schwartau/Kasseedorf. In den Räumen von Claudia Gräfin von Kanitz im Gewerbegebiet Langenfelde in Bad Schwartau singen die Vögel, rauschen die Bäume. Alles nur virtuell. Ebenso wie der Keiler, der von rechts nach links auf einer großen Leinwand über eine Lichtung läuft. Das Tier ist ebenso wenig echt wie die Landschaft, die es durchquert. Gräfin von Kanitz betreibt das Schießzentrum „Treffpunkt“ und ermöglicht Jägern und Schützen ganz ohne Munition wie im echten Leben zu schießen. Dank eines an der Waffe befestigten Videosensors lassen sich Fehler genau analysieren.

LN-Bild

/Kasseedorf. Einmal Jäger, immer Jäger? Diesen Automatismus will die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein (AGNJ) aufbrechen. Sie setzt sich dafür ein, dass Jäger regelmäßig eine Schießprüfung ablegen müssen. Die Mitglieder unterzogen sich jetzt dieser Pflicht.

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Der ideale Ort, um seine Schießfähigkeit zu verbessern. „Unsere Initiative will erreichen, dass jeder Jäger jedes Jahr eine Schießprüfung machen muss“, sagt Eckehard G. Heisinger, der Vorsitzende der AGNJ. „Nicht mal zehn Prozent der Jäger trainieren regelmäßig das Schießen“, lautet seine Bestandsaufnahme. Die Jäger aber müssten so professionell geschult sein, dass das Wild sofort tot ist, wenn es erlegt wird. „Wir müssen tierschutzkonform jagen.“

Das sehen offenbar nicht alle Jäger so, und auch der Gesetzgeber ist laut Heisinger den Forderungen der AGNJ gegenüber eher zugeknöpft. Da die Jäger in der immer größer werdenden Kritik der Gesellschaft stehen, verstehe er nicht, warum der Gesetzgeber eine regelmäßige Prüfung nicht für nötig halte, sagte Heisinger. Zumal sie in anderen Ländern, etwa in Skandinavien, seit Langem üblich sei. Auch die Landesforstbehörden und die Bundesforstbehörde stünden hinter den Forderungen der AGNJ. Jeder Jäger müsse regelmäßige Schießprüfungen nachweisen, um in deren Revieren jagen zu dürfen.

Auf der Schießanlage „Treffpunkt“ lassen sich sämtliche Szenarien, mit denen es Jäger zu tun haben, simulieren. „Elch von rechts“ und „Elch von links“ sind etwas für Enthusiasten. Die Jäger, die dort jetzt ihre Prüfung ablegten, hatten es eher mit „Keiler von rechts“ und „Keiler von links“ oder auch „Keiler stehend“ zu tun. Wahlweise, je nachdem welches Knöpfchen die Gräfin drückt, im Schnee oder auf einer sommerlichen Waldlichtung. Die Jäger schätzen diese Möglichkeiten. „Man lernt hier viel mehr die Technik“, sagt Andreas Nagel. Heisinger erläutert den Wert des Schießkinos: „Jeder Fehler wird analysiert.“ Die AGNJ wolle damit mehr Jäger animieren, auf solche Schießstände zu gehen. „Hier lässt sich das Schwingen mit der Waffe üben“, sagt der Vorsitzende.

Damit ist das vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein sowie vier Kreisjägerschaften betriebene Schießsportzentrum Kasseedorf keinesfalls überflüssig, sagt Heisinger. Denn nach dem Üben im Schießkino sollte das Gelernte mit scharfer Munition verfestigt werden. Müssten alle Jäger die von der AGNJ geforderte regelmäßig Schießprüfung ablegen, würde das dem Schießsportzentrum mehr Zulauf verschaffen.

„Wir brauchen viel mehr Schießstände wie den in Kasseedorf“, sagt Heisinger.

Dort war schon immer beklagt worden, dass zu wenige Mitglieder der Kreisjägerschaften die Anlage nutzen. Von 15 Prozent war vor einigen Jahren die Rede. Der Vorsitzende des Schießsportzentrums, Wulf-Heiner Kummetz, spricht von einer steigenden Tendenz auf 25 Prozent. Er hält es, wie auch der Landesjagdverband, für wünschenswert, wenn es Pflicht wäre, einen regelmäßigen Schießnachweis zu erbringen. Kummetz: „Es geht um die Waffenhandhabung, darum, in aller Regelmäßigkeit das Gefühl der Schussabgabe zu haben.“ Mittlerweile gebe es etliche Reviere, die darauf bestehen, dass dieser Nachweis erbracht werde.

 Von Susanne Peyronnet

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