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Ostholstein Als der Blues den Regen vertrieb
Lokales Ostholstein Als der Blues den Regen vertrieb
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20:13 01.07.2017
Die ersten Wettbewerbsteilnehmer geben alles: „Baum’s Bluesbenders“ legen auf der Bühne los. Quelle: Fotos: S. Latzel

Es kann nicht immer alles klappen, und so ist auch der Weg zur „German Blues Challenge“ in Eutin in diesem Jahr mit einigen Hürden versehen. Nachdem Organisator Helge Nickel den Auftakt am Freitagabend wegen des Dauerregens ins Brauhaus verlegen musste, gibt sich das Wetter an diesem Sonnabend-Nachmittag zwar gnädiger – kurz vor 16 Uhr sind sogar einige Stückchen blauen Himmels zu sehen. Dafür haben sich auf den Autobahnen aber lange Staus gebildet, wie Nickel von der Bühne herab verkündet: „Wir müssen den Ablauf vielleicht etwas umstellen.“

„German Blues Challenge“ auf dem Eutiner Markt lockt die Musik-Fans in Scharen an.

Aber: Die „Jimmy Reiter Band“ ist schon eingetroffen und kann mit ihrem Gastauftritt loslegen, unbeschwert und ohne Druck, denn an der Challenge nehmen die vier Musiker nicht teil. Stattdessen ist Sänger und Gitarrist Jimmy Reiter selbst Mitglied der sechsköpfigen Jury – ebenso wie Nick Moss, Musiker aus Chicago, der am Freitagabend noch im Brauhaus „Contemporary Blues Rock“ geboten hat, und Tim Schauen, Musikjournalist vom „Deutschlandfunk“.

Die beiden Männer haben schon am Jury-Tisch Platz genommen, der mit Keksen und Erdnüssen gut eingedeckt ist. Er verrät nichts, sagt Nick Moss sofort, keine Chance – lässt sich dann aber die allgemeinen Bewertungskriterien doch entlocken. Originalität und Bühnenpräsenz gehören dazu, sowie: „Blues-Gehalt, Instrumental-Talent und Gesang.“ Das seien die Regeln der internationalen Blues-Challenge, ergänzt Tim Schauen. Für jedes Kriterium gibt es null bis zehn Punkte, „und es ist sehr wichtig, dass der persönliche Geschmack bei der Punkte-Vergabe keine Rolle spielen darf.“ Wie es funktioniert, erklärt Schauen am Beispiel „Originalität“: „Wenn eine Band einen Song einfach 1:1 nachspielt, können wir dafür keine Punkte verteilen.

Jede der fünf Bands darf zudem nur 30 Minuten lang spielen, wer überzieht, bekommt Strafpunkte. Erst einmal sorgt aber die „Jimmy Reiter Band“ für Stimmung auf dem Markt, die Bänke vor der Bühne sind inzwischen gut gefüllt, und die Laune der ja generell tiefenentspannten Blues-Fans ist gut. Sie haben sich ohnehin auf einen langen Blues-Tag beziehungsweise -Abend eingestellt, ein paar Pausen beim Bierchen stören da nicht. Nickel verweist noch einmal darauf, dass der Eintritt frei ist, Spenden aber gern angenommen werden – „und spendet vor allem Applaus“. Darum muss er nicht bitten, der kommt so. Die Sonne bricht hervor, dafür wird gleich noch einmal begeistert geklatscht. „Memphis weiß, dass es Eutin gibt“, ruft Eutins Bürgervorsteher Dieter Holst ins Mikrofon und lobt die „Stadt voller Bewegung und Emotionen“: „Das braucht Eutin.“

Es wird immer wärmer, und Nickel freut sich mit allen Musik-Fans – zumal es doch fast alle Bands pünktlich in die Rosenstadt geschafft haben und somit der Challenge nichts mehr im Wege steht.

Kraftvoll und leidenschaftlich legen auch direkt die ersten Wettbewerbsteilnehmer los: „Baum’s Bluesbenders“ sind kaum zu halten, und nach wenigen Minuten sitzen nur die Besucher in den vorderen Reihen. Auftakt zu einem tollen Blues-Abend, den ein paar kleine, unbedeutende Hürden nicht beeinträchtigen können.

Matinee zum Abschluss

Der Sieger der German Blues Challenge wurde gestern am späten Abend gekürt – wer es ist, erfahren Sie im Internet www.ln-online.de. Ebenfalls vergeben wurden die „German Blues Awards“ in zehn Kategorien – diese Gewinner sind vorab bei einer Internet-Abstimmung ermittelt worden. Zum Ausklang spielen die Sieger heute während der Matinee auf dem Eutiner Markt von 13

Uhr an. Um 16 Uhr geben dann die „Chilkats“ ein Gastkonzert.

Sabine Latzel

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