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Ostholstein Alte Ansichten neu präsentiert
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21:38 08.02.2018
Die Villa des Zoologen Richard Biedermann-Imhoof (1865–1926) in der Eutiner Waldstraße, heute Sitz des DRK. Quelle: Fotos: Bürgergemeinschaft (2), Benthien
Eutin

Zum 38. Mal hat die Bürgergemeinschaft Eutin – Regine Jepp gehört zum Vorstand ebenso wie Gitta Stender, Christian Burgdorf, Karl August Albers und Jörg Fleischer – den Kalender mit viel Lokalkolorit veröffentlicht. In jedem Jahr legen die Autoren ihr Augenmerk auf einen neuen Aspekt. Die allgemeine politische Diskussion im Jahr 2017 sei Anlass gewesen, sich einmal mit den Sozialeinrichtungen Eutins zu beschäftigen, sagte Regine Jepp gestern im Weber- Café in einer kleinen Feierstunde mit Vertretern von Stadt und Kreis. Aus gegebenem Anlass waren auch Vertreter des DRK (Eutins ehemaliger Bürgermeister Klaus- Dieter Schulz als Vertreter des Kreisverbandes), der Arbeiterwohlfahrt (Awo-Ortsvereinsvorsitzende Gisela Poersch) und des Sankt Elisabeth Krankenhauses (Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf) eingeladen.

Ihre Leidenschaft für historische Fotos und ihr Interesse an Geschichten aus der Eutiner Vergangenheit verknüpfen Regine und Karlheinz Jepp jedes Jahr auf Trefflichste: Heraus kommt der Kalender „Eutin in alten Ansichten“. Das neue Exemplar für 2019 stellten sie am Donnerstag vor.

Anfang des 19. Jahrhunderts habe die kommunale Sozialfürsorge in den Händen der sogenannten Armenväter gelegen, schilderte Regine Jepp. Sie hatten die Aufgabe, sich um minderbemittelte Kranke und Alte in ihrem Bezirk zu kümmern. Größere Familien versorgten damals ebenfalls in der Regel eine bedürftige Person, den „Hausarmen“, der im Schuppen nächtigte, verköstigt wurde, von dem aber erwartet wurde, dass er die Mildtätigkeit mit Hilfstätigkeiten vergalt.

Um 1860 hätten Damen der Gesellschaft die städtische und kirchliche Armenfürsorge ergänzt. Der „Vaterländische Frauenverein“, erläuterte Jepp, habe die Sozialfürsorge auch zu Kriegszeiten übernommen. 1872 entwickelte sich aus dieser Vereinigung das „Rote Kreuz“. Wenig später wurde das Haus Stolbergstraße 8 gekauft. Darin hat heute der Bürgertreff seinen Sitz.

Frauen setzten sich auch 1879 für den Bau des Krankenhauses ein: Mit dem Slogan „Erspartes an Putz, kommt Kranken zum Nutz“ wurde um Schmuckspenden gebeten. Auch im Oktober 1910 waren es Frauen, drei katholische Krankenschwestern, die sich mit ambulanter Krankenpflege um die Eutiner Bevölkerung kümmerten. Ihr Einsatz mündete in den Bau eines kleinen katholischen Krankenhauses im Jahr 1932.

13 historische Ansichten als Deckblatt und Monatsblätter, dazu reich bebilderte Eutiner Episoden von 1825 bis 1946 – auch mit diesem Kalender hat die Bürgergemeinschaft der Stadt und allen Käufern ein Geschenk gemacht.

800 Exemplare

Der Kalender ist ab heute in der LMK Einkaufswelt und in der Buchhandlung Hoffmann zu erwerben. Er kostet zwölf Euro und wurde in einer Auflage von 800 Exemplaren gedruckt.

Die Gewinne des Kalenderverkaufs der vergangenen Jahre kamen unter anderem den Toranlagen des Schlossgartens, Maßnahmen zur Wiederherstellung des Ehrenmals und des Reetdachs der Eutiner Mühle zugute.

Ulrike Benthien

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