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Ostholstein Alte Aufnahmen und Anekdoten
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20:30 10.04.2017
Vor dem Lindenhof in Fissau hat sich im Sommer 1908 das Personal zum Foto eingefunden. Quelle: Fotos: Hfr/ben
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Eutin

Starken Frauen ist der neue Kalender der Bürgergemeinschaft Eutin gewidmet. Damit meinen die Vereinsmitglieder allerdings nicht nur Damen, die in der Eutiner Geschichte dank ihrer gesellschaftlichen Stellung etwas galten und bewirken konnten, oder Kaufmannsfrauen, die nach dem frühen Tod ihres Mannes das Geschäft und die Familie zusammenhielten. Der Blick der Bürgergemeinschaft ist auch auf das namenlose Dienstmädchen gerichtet, das trotz der Launen seiner Herrschaft sein Leben meisterte.

Bürgergemeinschaft Eutin stellt ihren Kalender für 2018 vor.

Zugunsten der Kultur

Elf Euro kostet der Kalender, der bei Massur, Plöner Straße, und der LMK-Einkaufswelt erhältlich ist. 800 Stück sind aufgelegt. Der Erlös aus dem Verkauf kommt kulturellen Projekten zu.

„Die Mädchen, die in Stellung gehen“ nennen Regine und Karlheinz Jepp – von ihnen stammen die Texte zu den Kalenderbildern – die weiblichen Dienstboten. „Die Rollen war klar verteilt: Die Rechte lagen bei der Herrschaft, die Pflichten beim Personal“, schildert Regine Jepp die Umstände, die viele der um das Jahr 1900 herum geborenen Frauen erlebten. Bis in die 1920er Jahre hinein sollte sich an den traditionellen Rollen nichts ändern. Auf der sonnigeren Seite, der mit Wohlstand ausgestatteten, stand beispielsweise Charlotte Vahldiek (1826-1902), verheiratet mit Kunstmaler Johannes Vahldiek. „Er gab ihr Geld aus“, haben Jepps bei ihren Recherchen ermittelt. Ein rechter Lebemann und notorischer Fremdgeher soll der Maler und Apfelzüchter („Holsteiner Cox“) gewesen sein. Seine Frau war in Eutin eine große Wohltäterin: Sie gab Geld für Kinder und Sozialschwache, kaufte das ganze Jahr über Geschenke, die sie zu Weihnachten von ihrer übervollen Kutsche aus verteilte. Ebenso wie Juliane Janus (1806-1892) spendete sie großzügig für das Hospital und die Freiwillige Feuerwehr.

Auch Gastwirtin Hermine Holzbach (1873-1959) widmete die Bürgergemeinschaft Aufmerksamkeit. Die Köchin führt zunächst mit ihrem Mann, später mit ihren beiden Söhnen das „Gasthaus zum Uglei“.

Berühmt ist die „Holzbachsche Rote Grütze“, von der im Sommer 1900 rund 15000 Portionen in der Gartenwirtschaft verkauft worden sein sollen.

Die „starken Frauen“ bilden den roten Faden, der sich durch die Ausgabe 2018 des Kalenders „Eutin in alten Ansichten“ zieht. Bestückt ist er mit etlichen historischen Aufnahmen und Anekdoten, geschichtlichen Fakten über Eutin und die Region. „Ich bin beeindruckt, dass Sie in Ihren Archiven immer wieder neue Ansätze finden“, sagte Kreispräsident Ulrich Rüder gestern bei der Vorstellung. Silke Meints, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, freute sich, „dass Frauen in ihren Rollen und ihrem Wirken sichtbar gemacht werden, die in und um Eutin herum gelebt haben“.

Karlheinz Jepp, der auch in seiner Rolle als Bürgervorsteher an der Feierstunde teilnahm, sagte: „Es wird Zeit, dass wir mit dem Kalender ’rauskommen. Die Stadt verschenkt ihn ja zu Goldenen Hochzeiten und runden Geburtstagen.“ Circa 150 Exemplare brächten die Vertreter der Stadt zu solchen Anlässen als Präsente mit.

ben

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