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Ostholstein Alte Eiche in Gefahr! Verein braucht Hilfe
Lokales Ostholstein Alte Eiche in Gefahr! Verein braucht Hilfe
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09:39 08.03.2018
Grönwohldshorst

„Wow!“ Dieses Wort hört man immer wieder, wenn Besucher den Baum in der parkähnlichen Anlage in Grönwohldshorst zum ersten Mal sehen. Die Krone der Eiche, die da steht, hat einen Durchmesser von etwa 25 Metern. Auch für Joachim Siebrecht, Fachdienstleiter Naturschutz des Kreises Ostholstein, ist der Baum etwas Besonderes, wenn auch nicht der einzige Zeuge längst vergangener Tage.

Sie ist Hunderte Jahre alt. Ihre Äste sind so dick wie so manch ein Baumstamm. Die Eiche ist ein Naturdenkmal und steht auf dem Gelände von Hof Klostersee in der Gemeinde Grömitz. Für Ärger sorgt derzeit ein Pilz. Zudem hat sie etwas Gewichtsprobleme. Ein Baumpfleger soll ihr helfen.

„Gerade im Bereich Neustadt und Grömitz haben wir eine große Dichte an alten Bäumen. Auf Fehmarn und weiter südlich in Ahrensbök sieht das ganz anders aus. Da gab es viel Flurbereinigung“, sagt Siebrecht.

Viele alte Bäume im Kreis wurden zu Geld gemacht

Flurbereinigung – ein Fachbegriff, der nichts anderes ausdrücken soll, als das Bäume gefällt wurden. „Nur wenige Bäume wurden früher bis in die Alterungs- oder gar Zerfallsphase wachsen gelassen.

Ähnlich wie in der Forstwirtschaft werden die Bäume nach der Aufbauphase geerntet“, erläutert Siebrecht. Mit Holz habe sich schon vor Jahrzehnten gutes Geld verdienen lassen. Es sei als Bauholz, für Werkzeuge, Energiegewinnung, Gerberei und vieles mehr genutzt worden. Dies habe sich erst in den 1950er bis 60er Jahren geändert.

Ast samt Schaukel

stürzte nachts zu Boden

Die Eiche von Hof Klostersee zählt zu den Überlebenden. Sie konnte ungestört wachsen, zahlreiche Äste ragen in jede Richtung. Einer von ihnen wird in luftiger Höhe mit Hilfe einer Seilkonstruktion abgesichert. Ein anderer ist von Pilzbefall gekennzeichnet. Weitere Eichen in der Parkanlage müssen ebenfalls dringend gepflegt werden. Spätestens als vor einigen Monaten nachts ein Ast mit einer Schaukel abbrach, war klar, dass ein Baumpfleger herangezogen werden muss. Dieser soll unter anderem dafür sorgen, dass die Parkanlage fit und sicher für Besucher gemacht wird, erklärt Annika Nägel vom Verein „Hof Klostersee“. 5000 Euro Eigenmittel sowie ein Zuschuss vom Kreis Ostholstein würden dafür benötigt. So viel Geld habe der Verein nicht.

Deshalb bitten Annika Nägel, Helge Siems vom Vorstand und Gründungsmitglied Gerlinde Ariberti um Spenden. Der Baum müsse unbedingt erhalten werden. „Er ist der energetische Mittelpunkt des Hofes. Er ist ein Kraftort, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, auch aufgrund seiner beeindruckenden Wuchsform“, sagt Ariberti. Immer wieder gebe es Menschen, die nur aufgrund des Baumes nach Grönwohldshorst kämen.

Rekordverdächtig

Wer die Pflege der Eiche sowie mehrerer anderer Bäume auf dem Gelände des Vereins „Hof Klostersee“ unterstützen möchte, erhält weitere Infos hier: www.klostersee.org/eichen Am 17. März wird sich der European Tree Worker und Baumkontrolleur Folke Nutt der Eiche annehmen. Sie wird per Seilklettertechnik gepflegt. Das System dieser Technik wird ab 10.30 Uhr für Besucher erläutert.

Wie alt die Eiche ist, lässt sich nicht genau sagen. Schätzungen gehen von 300 bis 600 Jahren aus. „Bäume werden gerne zu alt geschätzt“, , sagt Joachim Siebrecht, Fachdienstleiter Naturschutz vom Kreis Ostholstein. „Man lässt sich von der Größe oder der Mächtigkeit des Stammes täuschen. Um es wirklich herauszufinden, müsste man den Baum anbohren. Dies würde zu einer kleinen Wunde führen, was nicht gut ist.“

600Jahre alt wird einer der ältesten Bäume im Kreis geschätzt: die etwa 18 Meter hohe „Bräutigamseiche“ im Dodauer Forst bei Eutin (Archivfoto). Ungefähr 500 Jahre hat eine Eiche in Neukirchen (Gemeinde Malente) auf dem Buckel, sie hat in dieser Zeit eine stattliche Höhe von 25 Metern und einen Umfang von etwa 7,50 Metern angenommen. Noch dicker ist die mindestens 300 Jahre alte Eiche auf Hof Klostersee. Sie hat einen Umfang von 7,80 Metern.

Sebastian Rosenkötter

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