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Alte Liebe rostet doch: Ingo Gädechens und die "Gorch Fock"

Ostholstein Alte Liebe rostet doch: Ingo Gädechens und die "Gorch Fock"

Ostholsteins CDU-Bundestagsabgeordneter und Verteidigungexperte plädiert dafür, bald einen Neubau zu prüfen. Mit dem Besuch bei der Truppe im türkischen Incirlik ist er zufrieden.

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Ingo Gädechens (CDU) hat die „Gorch Fock“ ins Herz geschlossen, räumt aber ein, dass sie in die Jahre gekommen ist.

Quelle: hfr

Ostholstein. Die Zukunft der „Gorch Fock“ wird wieder einmal leidenschaftlich debattiert. Anlass sind immer neue Reparaturen, die an dem 58 Jahre alten Segelschulschiff der Marine fällig werden. Sollte die altersschwache Dreimast-Bark durch einen Neubau ersetzt oder diese Tradition der Offiziersausbildung gleich ganz aufgegeben werden? Wir haben Ingo Gädechens gefragt, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Ostholstein, Mitglied im Verteidigungsausschuss und früher selbst Marinesoldat. Gädechens gehörte auch zu den sieben Bundestagsabgeordneten, die in der vergangenen Woche die deutschen Soldaten auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik besuchen konnten. Ist das Verhältnis zum schwierigen Nato-Partner Türkei jetzt wieder im Lot?

LN-Bild

Ostholsteins CDU-Bundestagsabgeordneter und Verteidigungexperte plädiert dafür, bald einen Neubau zu prüfen – Mit dem Besuch bei der Truppe in Incirlik ist er zufrieden.

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Seit 2009 für Ostholstein im Bundestag

Ingo Gädechens (56) vertritt im Bundestag als direkt gewählter Abgeordneter den Wahlkreis Ostholstein/Stormarn-Nord. Er ist Obmann der Unionsfraktion im Verteidigungsausschuss und Berichterstatter für die Marine. Gädechens trat 1988 als Marinesoldat in die CDU ein und ist seit 2003 Kreisvorsitzender in Ostholstein. Er war viele Jahre in der Kommunalpolitik aktiv.

„Wir brauchen die seemännische Ausbildung auf einem Segelschulschiff“, ist Gädechens überzeugt. „Junge Offiziersanwärter müssen die Elemente erleben, Wind, Wasser, Wellen und ihren Einfluss auf das Schiff. Das erlebt man nicht auf der klimatisierten Brücke einer Fregatte“. Aber ob diese Erfahrungen langfristig weiter auf der „Gorch Fock“ gemacht werden müssen, da setzt der CDU-Politiker ein Fragezeichen. „Nimmt man alle Reparaturen der letzten Jahre zusammen, dann hätte man dafür auch einen Neubau in Auftrag geben können“, stimmt er der Kritik des Steuerzahlerbundes teilweise zu. Mit Blick auf das Alter des Schiffes hätte man sich schon früher ehrlich machen sollen.

Die Marine scheute aber offenbar die Ersatz-Diskussion. Denn ihr Aushängeschiff hat in Berlin nicht nur Freunde. Besonders deutlich wurde das Anfang 2011, als nach dem tödlichen Sturz einer Offiziersanwärterein aus der Takelage die „Gorch Fock“ heftig in Verruf geriet und der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sie an die Kette legte. „Wir mussten schwer kämpfen“, erinnert sich Gädechens. Im Verteidigungsausschuss sei der Segler immer wieder ein Thema. Das Pro und Kontra verlaufe quer durch die Fraktionen, die Befürworter seien aber klar in der Mehrheit. Nur die Linke sei geschlossen dagegen.

Gädechens plädiert für Klartext: Für die Ausbildung sei ein Segelschulschiff unverändert sinnvoll, „also muss es irgendwann auch mal ersetzt werden.“ Andere Marineschiffe gingen schließlich nach 30 oder 35 Jahren ebenso außer Dienst, weil die Reparatur immer aufwändiger werde. Aktuell stelle sich die Ersatz-Frage jedoch nicht, schließlich wird die Gorch Fock seit Dezember 2015 auf der Elsflether Werft von Grund auf überholt. Wenn sie 2017 die Werft verlasse, gebe es eine Fahrdiensterlaubnis für die nächsten fünf Jahre. Genug Zeit, um zu untersuchen, wie es um das Schiff genau steht und ob womöglich bei der wiederum fünf Jahre später fällig werdenden Überholung erneut so hohe Kosten anfallen. Gädechens: „Ich bin auf das Segelschulschiff ,Gorch Fock’ richtig stolz, aber wir müssen irgendwann ernsthaft prüfen, was ein Neubau mit neuester Technik kostet.“

Positiv bewertet der Abgeordnete den Besuch in der Türkei. „Die Eiszeit ist beendet, es gibt wieder eine vernünftige Gesprächsebene.“ Im Gespräch mit den Verteidigungsexperten des türkischen Parlaments hätten sich beide Seiten nichts geschenkt. Die türkischen Kollegen hätten sofort die Armenien-Resolution des Bundestages zum Thema gemacht, Auslöser für den monatelangen diplomatischen Konflikt. „Wir haben darauf verwiesen, dass auch das deutsche Parlament das Recht hat, einen solchen Genozid zu bewerten“, so Gädechens. Der Bundestag hatte Anfang Juni die Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern 1915 im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft und Ankara damit schwer verärgert.

Gädechens geht davon aus, dass es nicht bei diesem einen Besuch von deutschen Abgeordneten auf der Nato-Basis Incirlik bleibt. „Wir haben ganz deutlich gemacht, die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und wir erwarten, dass Abgeordnete jederzeit die Truppe besuchen dürfen.“ Dies sei mit zustimmenden Nicken quittiert worden. Damit, so Gädechens, bestehe jetzt auch die Chance, die Unterkünfte für die dort stationierten 250 deutschen Soldaten zu verbessern. Die meisten kommen aus dem schleswig-holsteinischen Jagel. Etwa 120 von ihnen sei unzumutbar schlecht in abgewohnten, unklimatisierten Containern der US-Armee untergebracht, erläutert der CDU-Mann. Schon im Februar sei bei einem Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein Ersatz verabredet worden. Als dieser unterschriftsreif war, wurde durch den Militärputsch alles gestoppt. Gädechens: „Diese Verzögerung tut mir richtig weh. Die Soldaten leiden darunter.“ Nun aber zeichne sich Zustimmung der türkischen Seite ab.

Insgesamt 68 Millionen Euro plant die Bundeswehr in Incirlik zu investieren: für Unterkünfte, Stellplätze für die Tornado-Aufklärer, für Technik. Gädechens befürwortet das: „Incirlik wird als strategischer Stützpunkt weiterhin für uns Bedeutung haben, deshalb müssen wir uns auch eine entsprechende Infrastruktur schaffen.“

 pet

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