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Alte Müllkippe im Natura-2000-Gebiet

Süsel Alte Müllkippe im Natura-2000-Gebiet

Managementplanung für Middelburger Seen angelaufen — Willi Latendorf macht auf eine Altlast aufmerksam.

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Willi Latendorf zeigt auf den Gehölz-Streifen am Peper See, der früher Müllkippe war und heute im Naturschutzgebiet liegt. Fotos (2): Petersen

Süsel. In Schleswig-Holstein gibt es 271 Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete und 46 Vogelschutzgebiete. Im Verbund sollen sie den schleswig-holsteinischen Beitrag zum europaweiten Biotopverbund Natura 2000 bilden. Zu diesem Netzwerk zählt auch das FFH-Gebiet Middelburger Seen, für das nun die Managementplanung beginnt. Am Montagabend war die Auftaktveranstaltung in Süsel. Die Diskussion kreiste vor allem darum, ob der Natura-2000-Standard weitere Einschränkungen bedeutet. Außerdem kamen mögliche Altlasten einer früheren Müllkippe am Peper See zur Sprache, der wie Achtersee und Kohlborn zum 124 Hektar großen FFH-Gebiet Middelburger Seen gehört.

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Managementplanung für Middelburger Seen angelaufen — Willi Latendorf macht auf eine Altlast aufmerksam.

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Für jedes Schutzgebiet muss ein Managementplan erstellt werden. Der setzt dann klare Regeln für die Bewirtschaftung, listet mögliche Einschränkungen und Maßnahmen auf, damit der Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird. Die Planung ist ausdrücklich mit Nutzern, Eigentümern und Bürgern abzustimmen. Für die Middelburger Seen erstellt der Verein Wasser-Otter-Mensch im Auftrag des Kieler Umweltministeriums den Managementplan, der Grundlage für zahlreiche Naturschutz-Fördermöglichkeiten ist. „Wir verstehen uns als ihr Dienstleister, um den Plan gemeinsam machen“, ermunterte Vereinsgeschäftsführer Carsten Burggraf, Anregungen, Sorgen und Bedenken zu äußern.

Willi Latendorf aus Woltersmühlen verwies auf eine ehemalige Müllkippe am Peper See. Sie wurde zugeschüttet und bepflanzt. Nach Angaben Latendorfs, der sieben Jahre lang mit zwei Kollegen das Naturschutzgebiet Middelburger Seen für den Landesjagdverband betreute, wurde in die Senke am See jahrzehntelang „alles hineingekippt, was nicht mehr verwertet werden konnte: Teer, Dachpappen, Kalk, verhärteter Dünger, alte Geräte“. Auf Latendorfs Betreiben ließ der Kreis die frühere Kippe, die auf Gemeindegrund liegt, 2008 vom Ökologie-Zentrum der Kieler Uni untersuchen. Das Ergebnis lässt aufhorchen: „Der Deponiebereich ist eine Quelle für Stoffausträge in den Peper See“, heißt es in der Studie. Die erhöhten Stickstoffkonzentrationen wiesen auf Einträge ins Grundwasser hin. Ob sie auch ins tiefere Grundwasser sickerten, sei nicht abschließend geklärt. Eine nähere Untersuchung sei „dringend empfehlenswert“. Dazu kam es aber nicht.

Süsels stellvertretender Bürgermeister Adrianus Boonekamp (CDU) wollte wissen, ob trotz der Naturschutz-Auflagen ein Fußweg rund um den Middelburger See möglich sei. Solche Pläne hatte es bereits gegeben, sie wurden aber wegen der Kosten nicht weiter verfolgt. Am Südufer des Middelburger Sees — hier wurden gerade Brutflöße für Flussseeschwalben verankert — komme ein Wanderweg nicht in Frage, erläuterte Gabriele Sontag von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Schutzziel sei es ja gerade, diesen Uferbereich zu beruhigen. Gegen einen Weg außerhalb der Puffer- und Schutzzonen gebe es aber keine naturschutzrechtlichen Einwände. Burggraf erläuterte, die Idee eines Wanderweges könne in den Managementplan aufgenommen werden. Fördergelder aus Natura- 2000-Töpfen gebe es dafür aber nicht. Burggraf trat der Sorge entgegen, der Mensch solle gleichsam als Störenfried aus den Schutzgebieten ferngehalten werden. „Natura 2000 soll den Menschen mitnehmen. Es ist in keiner Weise geplant, ihn auszuschließen.“ Auch die Sorge, es könne für private Grundstücke am See weitere Einschränkungen geben, zerstreute er. Über das bisherige Maß hinaus passiere nichts — nur auf Wunsch und gegen Fördermittel. pet

Lässt der Müll von damals heute die Rotalgen blühen?

Das Abkippen von Müll in die damalige Senke an der Kreuzung Holmkamp/Ottenbrücke habe wohl bis Ende der 60er-Jahre gedauert, meint Willi Latendorf. Auf einer Luftaufnahme vom April 1967 ist die Deponie noch zu erkennen, zwölf Jahre später ist sie verschwunden. Latendorf sieht in der alten Kippe mit einen Grund für die Rotalgen-Belastung des Peper Sees. Durch einen provisorischen Stau des Ablaufs konnten die Algen dezimiert werden, weil mehr Huminsäure aus dem Moor ins Wasser gelangt. Der Kreis bestätigte, dass am Peper See vor Jahren Bodenproben genommen wurden. Es sei aber festgestellt worden, „dass von der Altablagerung keine Gefahren für Mensch oder Grundwasser ausgehen, da es sich hier nicht um belastende Abfälle handelt.“ Die Lagerstätte wurde in das Altlastenkataster aufgenommen.

LN

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