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Ostholstein Ameos: Mehr Patienten, Personal, Leistungen
Lokales Ostholstein Ameos: Mehr Patienten, Personal, Leistungen
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16:01 13.02.2019
Ameos will die Sana-Kliniken Ostholstein kaufen - hier die Klinik in Oldenburg Quelle: Gäbler
Eutin

Gute Aussichten für die Krankenhausversorgung in Ostholstein: Sollte die Kartellbehörde dem Verkauf der Sana-Kliniken Ostholstein an das Schweizer Unternehmen Ameos zustimmen, dann könnte das für Patienten und werdende Mütter deutlich verbesserte Angebote und Leistungen bedeuten. Mehr Patienten, mehr Personal, mehr Leistungen – so will Ameos nach der Übernahme der Sana-Kliniken auch in Ostholstein schwarze Zahlen schreiben.

Vorstandsmitglied Michael Dieckmann und sein Regionalchef für Schleswig-Holstein, Frank-Ulrich Wiener, waren am Dienstagabend zu Gast im Kreis-Hauptausschuss. Die Kreistagsabgeordneten wollten aus erster Hand hören, was Ameos nach der Übernahme plant. Die wichtigsten Zusagen, die Dieckmann mitbrachte, gleich vorab: Die vier Krankenhaus-Standorte im Kreis OstholsteinFehmarn, Oldenburg, Eutin und Middelburg – seien sicher. Die Verträge der Sana-Mitarbeiter würden durch Ameos vollumfänglich übernommen. Und das Unternehmen übernehme alle Rechte und Pflichten von Sana, sagte Dieckmann.

Ameos-Vorstandsmitglied steht Rede und Antwort

Ruhige und sachliche Befragung

Die rund 70-minütige Befragung verlief sachlich und ruhig. Dutzende Fragen drehten sich vor allem um die Sicherung der Arbeitsplätze, die Arbeitnehmerrechte und die Notfallversorgung am Standort Oldenburg. Landrat Reinhard Sager und Hauptausschuss-Vorsitzender Timo Gaarz (beide CDU) machten gleich zu Beginn die Erwartungshaltung des Kreises an Ameos deutlich: „Es darf keine Schlechterstellung der Mitarbeiter geben. Und die Kommunikation zwischen Kreis und dem neuen Eigentümer muss deutlich verbessert werden.“ Die Verbitterung über immer neue Hiobsbotschaften, die Sana in den vergangenen Jahren nur schleppend mitteilte, sitzt bei allen Kreistagsmitgliedern noch tief.

Nachdem Dieckmann bereits im Sozialausschuss des Landes in Kiel seine Vorstellungen vorgetragen hatte, wollte SPD-Fraktionschef Burkhard Klinke wissen, ob Ameos die Zusagen zur Absicherung der Mitarbeiter bei einer Übernahme auch schriftlich geben werde. Dieckmann: „Wir setzen alles daran, die Mitarbeiter zu halten. Wir übernehmen alle Rechte und Pflichten. Vor Weihnachten haben wir uns mit Verdi getroffen und klar gestellt, dass alle Tarifverträge weiterhin gelten werden.“

Geburtshilfe wird in Eutin ausgebaut

Petra Kirner (CDU) wollte „klar und deutlich hören, dass es keine Schlechterstellung geben wird“. Dieckmann: „Die vier Standorte haben viele Leistungen verloren. Wir wollen diese Leistungen wieder ausbauen und den Menschen in Ostholstein ein verlässliches Klinikangebot machen.“ Einer Wiedereinrichtung der Oldenburger Geburtshilfe, wie von Dr. Joachim Rinke (FDP) gefordert, erteilte Dieckmann eine Absage. Vielmehr werde, sagte der Ameos-Vertreter, die Geburtsstation in der Sana-Klinik Eutin für werdende Mütter umfassend und für alle Situationen ausgebaut.

Das ist Ameos

Die Ameos-Gruppe ist ein Schweizer Unternehmen, das 2002 von Dr. Axel Paeger gegründet wurde. Ameos zählt etwa 13.000 Mitarbeiter in 80 Einrichtungen an 44 Standorten mit rund 9000 Betten. Die derzeitige Bilanzsumme beträgt knapp über eine Milliarde Euro, der Gesamterlös laut Vorstandsmitglied Michael Dieckmann soll 850 Millionen Euro betragen. Ameos-Nord (SH und MV) besteht aus 16 Standorten mit 4000 Mitarbeitern und erwirtschaftete einen Betriebserlös von 225 Millionen Euro.

Michael Dieckmann hat bereits viele Jahre in Ostholstein – als Chef der Ameos-Klinik in Neustadt – gearbeitet. Er ist seit 2005 bei Ameos, seit 2010 auch Vorstandsmitglied als COO (Chief Operating Officer).

Ihm zur Seite steht Frank-Ulrich Wiener, der als Regionalgeschäftsführer für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern arbeitet.

Sager betonte, dass der Kreis seine Erwartungen bereits formuliert habe. „Wir wollen, dass offen und ehrlich miteinander gesprochen wird, wenn es mal Schwierigkeiten gibt.“ Das sagte Dieckmann zu. Von Schließungen könne zudem keine Rede sein. „Wir werden alle vier Standorte erhalten und teilweise sogar ausbauen. Middelburg muss genauso bleiben wie Fehmarn. Dort suchen wir noch Belegärzte und müssen Patienten überzeugen, das Angebot in Anspruch zu nehmen“, sagte Dieckmann.

Keine Auslagerungen vorgesehen

Ob ein „Outsourcing“ (also die Auslagerung von bisher im Unternehmen selbst erbrachten Leistungen an externe Dienstleister) geplant sei, wollte Stephan Hedicke (FW) wissen. Dieckmann: „Das ist nicht geplant. Wir werden ohne Wenn und Aber alle tariflichen Bedingungen eins zu eins übernehmen – und die gelten auch künftig so weiter.“

Louis Gäbler

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