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Ostholstein Ameos-Patient wegen versuchten Mordes verurteilt
Lokales Ostholstein Ameos-Patient wegen versuchten Mordes verurteilt
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16:40 01.11.2018
Der Angeklagte musste sich wegen versuchten Mordes vor dem Lübecker Landgericht verantworten. Quelle: MERTZ
Neustadt/Lübeck

Das Lübecker Landgericht hat den Patienten der Neustädter Ameos-Klinik, der des versuchten Mordes angeklagt war, zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem soll der 35-Jährige weiterhin in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung untergebracht werden, „so lange es medizinisch notwendig ist“ – sprich, gegebenenfalls auch nach Ablauf der vier Jahre.

Schon jetzt ist der Mann in der Forensik untergebracht. Er hat vor Gericht gestanden, dass er mehrere seiner Mitpatienten – seiner Aussage allesamt Kinderschänder – habe töten wollen. Im Juli 2017 war er auf einen von ihnen losgegangen und hatte dem Mann mit einer Gabel in den Hals gestochen. Seit Ende September musste sich der 35-Jährige nun vor Gericht verantworten (die LN berichteten).

Die I. Große Strafkammer hat den Mann nun wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Damit hat das Gericht die Anklagevorwürfe der Staatsanwaltschaft bestätigt.

Die Verhandlung war auf Antrag der Verteidigung zuletzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt worden. Es sollten „intime Details aus dem Leben des Angeklagten“ besprochen werden, hieß es zur Begründung. Darunter auch dessen eigene Erlebnisse mit sexuellem Missbrauch als Kind: Schon zum Prozessauftakt hatte der Mann – damals öffentlich – davon gesprochen und mit dem Erlebten seinen Hass auf Pädophile begründet.

Nachdem er herausgefunden habe, dass einige seiner Mitpatienten in Neustadt Sexualstraftäter seien, habe er mehrfach darum gebeten, auf eine andere Station verlegt zu werden – ohne Erfolg, hatte der Angeklagte vor Gericht erklärt. Ob sich sein Wunsch jetzt erfüllt, ist unklar: Das Gerichtsurteil gibt lediglich vor, dass er nach wie vor in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll, nicht aber, in welchem.

Jennifer Binder

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