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Ostholstein Ameos übernimmt Sana-Kliniken in Ostholstein
Lokales Ostholstein Ameos übernimmt Sana-Kliniken in Ostholstein
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22:17 22.10.2018
Die Ostholsteiner Sana-Kliniken werden von Ameos übernommen. Quelle: sf
Ostholstein

Die Ameos-Gruppe übernimmt zum 1. Januar alle Sana-Kliniken in Ostholstein. Die Beschäftigten wurden am Montag von dieser Nachricht kalt erwischt: „Wir wurden total überrascht“, heißt es aus Mitarbeiterkreisen. Laut Michael Dieckmann, Vorstands-Mitglied bei Ameos, sollen alle etwa 1200 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Gemeinsam mit dem Land und dem Kreis werde nun „nach Lösungen gesucht, um die medizinische Versorgung in Ostholstein zu stärken“.

„Die immer enger gefassten regulatorischen Vorgaben zum Betrieb von Krankenhäusern zwingen die Träger, neue Konzepte für die Versorgung von Patienten umzusetzen“, heißt es von Sana zur Begründung der jüngsten Entscheidung. In Ostholstein sei der Verkauf – das Kartellamt muss noch zustimmen – „der beste Weg, um eine bessere Balance zwischen der gewünschten Versorgung einerseits und den realistischen Umsetzungsmöglichkeiten andererseits herzustellen“, so die Vorsitzende des Aufsichtsrats der Sana Kliniken Ostholstein GmbH, Irmgard Wübbeling. Ameos könne die Häuser in Eutin, Oldenburg, Fehmarn und Middelburg „in eine bestehende Versorgungsstruktur einpassen“. Auf diese Weise könne das medizinische Angebot für die Region „nicht nur aufrecht erhalten, sondern sogar ausgebaut werden“. Diesen Wunsch habe auch das Gesundheitsministerium an die Träger medizinischer Einrichtungen herangetragen, heißt es in einer offiziellen Erklärung von Sana: Mit dem jetzigen Schritt komme man der Forderung nach, die Gesundheitseinrichtungen in der Region mögen sich stärker vernetzen und „die Akteure im Sinne einer langfristig stabilen Versorgung nach neuen und gemeinsamen Lösungen suchen“.

Landrat sieht Kreis bei der medizinischen Versorgung gut aufgestellt

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) bestätigt, dass ein Gutachten im Auftrag des Ministeriums empfohlen habe, sich Gedanken um „die Trägerstruktur der Zukunft“ zu machen. Ameos sei ein erfahrender Krankenhausträger und in Ostholstein kein Unbekannter, kommentiert Sager den geplanten Verkauf. Für den Kreis – der als Minderheitsgesellschafter auch weiterhin 5,2 Prozent der Anteile an den Kliniken hält – sei entscheidend, dass es eine umfassende und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Bevölkerung gebe. Und mit mindestens drei langfristigen Krankenhaus-Standorten – die Kliniken in Oldenburg und Eutin sowie die Schön-Klinik in Neustadt sollen laut Gutachten gesichert werden – sei der Kreis „sehr gut aufgestellt, zumal der Süden darüber hinaus von der Nähe zu Lübeck profitiert“.

Ministerium: „Rückzug von Sana ist nachvollziehbar“

Im Landesgesundheitsministerium sieht man im Trägerwechsel „die Chance, dass das Vertrauen der Bevölkerung in eine stabile medizinische Versorgung in Ostholstein wieder hergestellt wird“. Nach den Kommunikationsschwierigkeiten der vergangenen Monate sei „der Rückzug von Sana ein nachvollziehbarer Schritt“, so Staatssekretär Matthias Badenhop.

Michael Dieckmann von Ameos betont: „Wir freuen uns sehr über die neue Entwicklung und hoffen, dass die Beschäftigten bleiben.“ Nur mit engagiertem und motiviertem Personal könne eine gute Versorgung der Region erreicht werden, betont er. In der Vergangenheit habe es „offenbar häufiger Probleme an den Kliniken gegeben, etwa durch personelle Ausfälle“, so Dieckmann. Ameos hoffe, gemeinsam mit den Mitarbeitern die Standorte auf eine Weise weiter zu entwickeln, „dass das gesamte Leistungsspektrum in Zukunft auch tatsächlich erfüllt werden kann“.

Zukunft der Inselklinik weiterhin unklar

Wie es mit der Inselklinik auf Fehmarn weitergeht, ist indes unklar. Ein Gutachten hatte empfohlen, das aktuelle Angebot durch eine ambulante Versorgung zu ersetzen (die LN berichteten). Dieckmann bestätigt, dass die Auslastung der Klinik offenbar zu gering sei, um sie wirtschaftlich zu betreiben. „Wir sind aber für alle Vorschläge offen“, betont er. Genaues könne er zu dem Thema nicht sagen, bevor Ameos den Standort im kommenden Jahr tatsächlich übernommen habe.

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Jennifer Binder

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